Auseinandersetzung mit Identitätsfragen auf Augenhöhe

art&anthropology_galerie im koernerpark_neukoelln„Die Berlinerin“: Kurz und selbsterklärend war der Titel der letzten Ausstellung, die die Galerie im Körnerpark zeigte. Letzteres trifft zwar auch auf den Namen der aktuellen Ausstellung in der kom-munalen Galerie im Neuköllner Norden zu, insgesamt kommt er doch äußerst sperrig und mit bildungsbürgerlichem Impetus daher: „Art & Anthropology – Ethnographische Bezüge in der zeitgenössischen Kunst“ heißt die von Dr. Heike Fuhlbrügge und Dr. Christine Nippe kuratierte Ausstellung, die vor einer Woche eröffnet wurde.

14 internationale Künstler möchten mit ihr einen „poetischen Möglichkeitsraum“ schaffen, der auf Augenhöhe zur Auseinandersetzung mit Identitätsfragen einlädt. Ihre Installationen, Malereien, Objekte, Filme und Foto-grafien führen dabei nach Argentinien, Brasilien, Namibia, Mexico und in die Türkei, um mit der Vielfalt von Lebensweisen, Perspektiven und Sprachen zu konfrontieren.

art&anthropology_galerie im koernerpark_neukoelln antje majewski_art&anthropology_galerie im koernerpark_neukoelln maix mayer_art&anthropology_galerie im koernerpark_neukoelln olivier guessele-garai_art&anthropology_galerie im koernerpark_neukoelln

Es sind künstlerische Feldforschungen, die in der Zeit der europäischen Kolonial-herrschaft ansetzen und bis heute existente Auswirkungen hervorheben. So verar-beitete der in Paris geborene Künstler Olivier Guesselé-Garai mit dem Objekt „Where are the Arrows?“ die in Kamerun liegenden Wurzeln seiner eigenen Familiengeschichte. Maix Mayer porträtiert in seinem Film „African Tales“ die Arbeit von Kinoerzählern, denen es gelingt, das fremde Globale in einen lokalen Kontext zu übersetzen. Die in Berlin lebende, gebürtige Niederländerin Mathilde ter Heijne trug indes die Installation „Olacak!“ zur Ausstellung bei: 75 Kunsthandwerkerinnen eines Marktes in Istanbul nähten aber nicht nur die 35 Meter lange, bunte Textilschlange, die Kernstück der Galerie ist. In der Türkei wurde das Gemeinschaftswerk zum Werbe-träger für den Markt, auf dem ausschließlich Frauen ihre Produkte verkaufen dürfen.

„Art & Anthropology – Ethnographische Bezüge in der zeitgenössischen Kunst“ wird noch bis zum 3. April in der Galerie im Körnerpark (Schierker Straße 8) gezeigt; Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 20 Uhr.
Jeden Sonntag findet von 15 – 16 Uhr eine kostenlose Führung durch die Ausstellung statt.

=ensa=

Advertisements