Keine Transgender-Badezeiten in Neukölln

schwimmhalle_kombibad gropiusstadt neukoellnBei der Sitzung des Sportausschusses der Bezirksverordnetenversammlung Neukölln ging es in der vergangenen Woche unter anderem um die Neuköllner Schwimmbäder. Hierfür waren die Bäderbetriebe eingeladen, die zur Sitzung mit drei Managern erschienen.

Betriebsleiter Henry Peukert stellte die Organi-sationsstruktur der Berliner Bäder und auch das vom Senat beschlossene Bäderkonzept 2025 vor, in welchem die Einrichtung beson-derer Bäder für verschiedene Nutzer festge-schrieben ist: So sind die Schwimmbäder nun gegliedert in Bäder für Freizeit- und Erlebnisbaden, für Fitness/Sport, Bewegung/Gesundheit sowie in Schul-, Vereins- und Sportbäder.

Seit der Wiedereröffnung des Kombibades Gropiusstadt existiert im Bezirk auch wieder die Möglichkeit für Sportschwimmer, in kälterem Wasser ihre Bahnen zu ziehen. Hier lässt sich auch ohne Zahlung des Warmbadezuschlags von 1,50 Euro, der im Stadtbad Neukölln fällig wird, ins Wasser springen. Einen Sporttag auch in der young arts nk_stadtbad neuköllnGanghoferstraße anzubieten, rechne sich laut den Bäderbetrieben nicht, da das Absenken und wieder Aufheizen des Wassers zu teuer sei.

Keine Möglichkeiten sehen die Bäderbetriebe aber, Badezeiten für Transgender-Personen in Neukölln anzubieten. Des Öfteren gab es schon Verunsiche-rung bei anderen Badegästen, wenn Transgender die Umkleideräume aufsuchten, denen sie sich zugehörig fühlten. Auf eine Frage der Grünen-Fraktion im Sportausschuss zu extra Badezeiten für transgeschlechtliche Personen wurde erklärt, dass man berlinweit geprüft und sich nun für Tempelhof entschieden habe, Badezeiten für Transgender anzubieten. Das Bad im Hüttenweg in Zehlendorf, welches in der näheren Auswahl stand, sei zu abgelegen. Ein Angebot 2_stadtbad berlin-neukoellnim Neuköllner Stadtbad halten die Bäderbetriebe für nicht praktikabel. Die Schaffung von dritten Umkleide- und Duschräumen für Personen, die sich weder dem männlichen noch weiblichen Geschlecht zuordnen können, ziehe man auch nicht in Betracht. Hier seien Umbauarbeiten not-wendig und diese Kosten wolle man für diese kleine Gruppe nicht aufwenden.

Gerade wenn die Bäderbetriebe weiterhin Bäder umbauen, wäre es eine sinnvolle Entscheidung, dem Beschluss des Abgeordnetenhauses zur Einrichtung von Unisextoiletten zu folgen und auch zu prüfen, inwiefern auch Umkleideräume und Duschen mit abschließbaren Kabinen versehen werden könnten und somit für alle Geschlechter nutzbar wären, um jedem eine Schwimmbadnutzung zu ermöglichen.

=Wolfgang Ewert (Grünen-Bürgerdeputierter im Sportausschuss der BVV Neukölln)=

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