Ein Prosit aufs Britzer Weingut

britzer weingut neukoelln_foto bertil wewerMonatelang war unsicher, wie es mit dem Britzer Weingut weitergeht und ob überhaupt. Denn statt der Verlängerung des Pachtvertrags wurde dem Betreiber Viktor Sucksdorf, einem gelernten Kellermeister, Ende letzten Jahres vom Bezirk die Bitte zugestellt, das rund 5.000 Quadratmeter große, mit gut 1.000 Rebstöcken bepflanzte Gelände zeitnah zu räumen. Da Berlin kein Weinanbaugebiet sei, dürfe in der Stadt auch nicht kommerziell gekeltert werden, der Weinanbau zu Hob-byzwecken werde aber nur auf einer Fläche bis zu 100 Quadratmetern geduldet, hieß es damals.

Vor acht Wochen hat sich die Situation durch einen Senatsbeschluss grundlegend geändert: Künftig ist kommerzieller Weinanbau erlaubt – und seit drei Wochen ist Neukölln offiziell Weinanbaugebiet . Dem Bezirk werde das Recht erteilt, Rebstöcke auf einer Fläche von 4.000 Quadratmetern zur Herstellung und Vermarktung von Wein im Britzer Koppelweg zu pflanzen. Dazu werde, so die Bezirksbürgermeisterin, mit dem Agrarbörse e. V. ein Pachtvertrag für das Gelände abgeschlossen, und der Verein beschäftige auch den Winzer Viktor Sucksdorf, der das Weingut seit 2002 aufbaute, weiter. Einer Fortsetzung der über 300 Jahre währenden Tradition des Weinanbaus in Britz steht somit nichts mehr im Wege.

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