In Neubritz geht’s um die Wurst

Currywurst_maximilian fleischwaren neukoelln„Gehse inne Stadt, wat macht dich da satt? ‚Ne Currywurst.“ So sang Herbert Grönemeyer 1982. Da gab es das lukullische Straßenkind bereits seit 33 Jahren, jedenfalls in seiner Geburtsstadt Berlin. Knappheit und Experimentierfreude waren die Antriebe, denn in der Mangelsituation nach dem 2. Weltkrieg waren Naturdärme schwer zu beschaffen. Dem begegnete der sächsische Fleischer Max(imilian) Brückner erfolgreich mit einer darmlosen Wurst, die er nach seinem Umzug nach Berlin in Spandau produzierte und daher den Namen „Spandauer ohne Pelle“ bekam. Eine seiner treuesten Kundinnen war Herta Heuwer, die diese Würste an ihrem Imbiss-stand Currywurst_maximilian fleischwaren neuköllnan der Straßenkreuzung Kant-/Kaiser-Friedrich-Straße feilbot.

Sie nahm sich Anfang September 1949, an einem wetterbedingt kundenarmen Tag, Zeit für die Entwicklung einer speziellen Tomatensoßen-Rezeptur: es wurde der Geburtstag der Currywurst. Diese Soße sollte zur Wurst gereicht werden, kam aber anfangs wohl gar nicht so gut an. Erst durch die Mitwirkung von Frank Friedrich, dem Partner des Firmengründers Max Brückner, erhielt sie eine geschmackliche Verfeinerung, und die Currywurst bekam richtige Eltern und wurde ein Charlottenburger-Spandauer Kind, das dann unaufhaltsam seinen Siegeszug antrat, wenigstens nördlich des Weiß-wurstäquators. Die Bayern mussten sich also schon nach Preußen bemühen, maximilian currywurst-manufaktur neuköllnwollten sie an dieser Köstlichkeit teilhaben. Heute ist das anders und es werden pro Jahr deutschlandweit rund 800 Millionen Currywürste verzehrt.

So erfolgreich wie sein Produkt, war lange Zeit auch das Unternehmen Maximilian selbst, das natürlich nicht nur die erwähnte Spandauer ohne Pelle herstellte. Schon bald wurden die Produktionsstätten an der Pichelsdorfer Straße zu klein. Man zog um in die Charlotten-burger martina treichel_maximilian fleischwaren neuköllnPestalozzistraße. „Dort waren wir bis 2008“, erinnert sich Martina Treichel (l.), die seit 21 Jahren dabei ist und sich im heutigen Unternehmen als „Mädchen für alles“ bezeichnet.

Mehmed Göver_maximilian fleischwaren neuköllnMit dem erneuten Umzug in die Juliusstraße in Neukölln ging es allerdings bergab. „Das Unter-nehmen stand 2014 vor dem Ruin“, weiß denn auch der Pro-duktionschef Mehmet Göver (r.) zu berichten. Er ist sogar seit 27 Jahren Maximilianer. Als Retter in der Not erwies sich die Rostocker Wurst- und Schinkenspezialitäten GmbH, die Maximilian als Tochter-unternehmen neu aufstellte. Seitdem wurde investiert, saniert, umgebaut und Blömer_Giffey_Schwarzer_maximilian fleischwaren neuköllnmodernisiert.

Gestern stellte die Firma nun mit einem Hoffest die fertige Produktionsstätte der Öffentlichkeit vor. Dazu luden der Geschäftsführer von den Rostockern, Tobias Blömer (l.), sowie seine Berliner Kollegen Wolfgang Schwarzer (r.) und Mehmed Göver ein. Neben Lieferanten, Gastro-nomiepartnern, Nachbarn und Medienvertretern war auch Neuköllns Bezirksbür-germeisterin eingeladen, die in Begleitung von Clemens Mücke von der bezirklichen Wirtschaftsförderung kam. In ihrem Grußwort, vor dem sie sich – wie die meisten der Anwesenden – mit einer Currywurst gestärkt hatte, holte sie sich die Meinung einer Umstehenden ein, die lautstark „Schmeckt lecker!“ äußerte. „Neukölln ist mehr als die Summe seiner Probleme“, so Dr. Franziska Giffey dann weiter. „Neukölln hat viel zu bieten, unter anderem die Currywurst. Und das ist gut so. Und dafür wünsche ich produkte_maximilian fleischwaren neuköllnIhnen ganz viel Erfolg hier.“

Die Currywurst-Manufaktur Maximilian pro-duziert mit insgesamt 14 Mitarbeitern auch andere Imbiss-Spezialitäten wie Schaschlik (von ollen Berlinern gerne „Russenspieß“ genannt), Bouletten, Paprika-, Jagd-, Bock- und Direktverkauf_maximilian fleischwaren neuköllnRostbratwurst sowie Knacker.

Das alles kann seit einigen Wochen auch beim Maximilian-Direktverkauf in der Julius-straße 18 (Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 9 – 14.30, Sa. 8 – 11 Uhr) in Neubritz erworben werden.

Wer an mehr als nur am Gaumengenuss einer Currywurst interessiert ist, besuche doch einmal das Currywurstmuseum und/oder lese das Buch „Alles über die Currywurst“ von Marc Reisner.

=kiezkieker=

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