13. Neuköllner Ruderfestival der RG Wiking: Mehr als eine Regatta mit Kultstatus

1_13. neuköllner ruderfestival_rg wikingBereits seit 1951 endet die Saison der Ruderer des Neuköllner Vereins RG Wiking e. V. mit einer Regatta. Gestern war es wieder soweit. „Nach kohlisch_giffey_13. neuköllner ruderfestival_rg wikingeinem Saisonabschluss fühlt sich das hier aber nicht gerade an, eher so, als würde es jetzt erst richtig losgehen“, fand Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (neben Regattasprecher Thorsten Kohlisch) und spielte damit auf das an, was ebenfalls Tradition hat:

Das Wetter meint es mit schöner Regelmäßigkeit richtig gut mit Sportlern, vor allem aber mit den Zuschauern. Denn Regen würde die Leistungen der Athleten nicht beeinträchtigen: „Starker Wind ist schlimmer“, versi-cherte einer der Ruderer des Gastgebervereins. Aber auch der blies gestern kohlisch_herrmann_13. neuköllner ruderfestival_rg wikingwoan-ders. So konnte Matthias Herrmann (r.), 1. Vorsitzender der RG Wiking, bei optimalen Bedingungen die über 250 Frauen und Männer aus 22 Vereinen und sieben Nationen, die sich an der Langstreckenregatta „Silberner Riemen von wasserschutzpolizei_13. neuköllner ruderfestival_rg wikingBerlin“ beteiligten, in ihre Achter und Doppelvierer schicken. Die Veranstaltung sei jedoch mehr als eine Regatta mit Kultstatus, betonte er: Sie bestehe aus Wett-kämpfen verschiedener Bootsklas-sen und Distanzen sowie einer Sternfahrt mit über 100 Gig-Booten und sei deshalb ein Ruderfestival – eines, das „in seiner Ausrichtung weltweit einzigartig ist“.

Als Schirmherrin des 13. Neuköllner Ruderfestivals konnte Franziska Giffey gewon-nen rg wiking_neuköllnwerden, die Freitagabend bereits beim Empfang der Ruderer im Bootshaus am Delfter Ufer war, um einen von der Leffers-Sportstiftung gespendeten Kinder-Zweier zu taufen. „Kreuzkölln“ heißt das Boot nun. Ihre Idee, sagt sie, sei der Name aber nicht gewesen; die Jugendlichen der RG Wiking hätten sich dafür entschieden. Gestern war die Schirmherrin erneut bei dem legendären Event, um zusammen mit Mann und Sohn, der Neuköllner Sportausschuss-Vorsitzenden Violetta Barkusky-Fuchs und geladenen Gästen das Rennen um den Silbernen Riemen von der Barkasse „Paule“ aus zu verfolgen.

Während bei olympischen und anderen nationalen und internationalen Meister-schaften lediglich eine Strecke von 2 Kilometern von den Ruderern zu bewältigen ist, galt es hier 6.500 Meter zwischen der einst zu Neukölln und jetzt zum Bezirk Treptow

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gehörenden Insel der Jugend und dem Ziel am Britzer Hafen zu absolvieren. Ebenso lang war folglich die Distanz zum Warmrudern auf dem temporär für die Schifffahrt gesperrten Britzer Zweigkanal sowie der Spree. „Erst seit fünf Jahren hält die Wasser-

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riesenrad plänterwald_13. neuköllner ruderfestival_rg wikingschutzpolizei für unsere Regatta die Wasserstraßen frei“, erzählte Matthias Herrmann, während er Bockwürste verteilte,  in Reiseleiter-Manier Hinweise auf Sehenswürdigkeiten am Ufer gab – und manche Achter und Doppelvierer auf dem Weg zum Start an der Abteibrücke die Barkasse überholten.

Welche Siegchancen der Achter der RG Wiking hat, darauf wollte sich Herrmann vorab nicht festlegen. Oft haben sich die Wikinger als höfliche Gastgeber erwiesen und anderen den Vortritt gelassen; zuletzt wichen sie vor vier Jahren davon ab und ge-

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3_silberner riemen-regatta_13. neuköllner ruderfestival_rg wikingwannen die Regatta. Dass es in diesem Jahr schwierig bis unmöglich werden würde, den Erfolg zu wiederholen, zeichnete sich schon bald nach dem Start ab. Zwar gelang es dem mit der Startnummer 3 auf die Strecke gegangenen Wiking-Achter nicht nur das polnischen Lotto-Bydgostia-Team hinter sich zu lassen, doch letztlich bewahr-heitete sich, was Matthias Herrmann kommen sehen hatte: „Die Ungarn werden’s machen.“

Schon bei der Zwischenzeit lagen sie knapp 10 Sekunden vor den Konkurrenten, das RG Wiking-Boot lediglich auf dem 6. Platz. Auf der letzten Hälfte der Strecke konnten die ungarischen Ruderer ihren Vorsprung sogar noch weiter ausbauen und siegten in einer Zeit von knapp 21 Minuten vor den

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Achtern vom RK Wannsee und Moskauer RC. Mit 22 Sekunden Rückstand auf das russische Boot landeten die Wikinger auf dem undankbaren 4. Platz.

Heute Vormittag endete das von Schirmherrin Giffey als „Aushängeschild für den Bezirk“ bezeichnete 13. Neuköllner Ruderfestival nach dem obligarischen Sternfah-

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rer-Frühstück im Bootshaus mit dem Ablegen der Boote. Gerudert wird bei der 1896 gegründeten RG Wiking jedoch auch im Winter. „Bei schönem Wetter kann es doch jeder!“, ist das Motto in dem 240 Mitglieder starken Männerverein, der zu den erfolg-reichsten Clubs des Deutschen Ruderverbands zählt.

=ensa=

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