Instandhaltung statt Abriss gefordert

transparent wbv-häuser-abriss heidelberger str_neuköllnIn den entlegensten Zipfel Neuköllns, nordöstlich der Wildenbruchbrücke, luden gestern Nachmittag Mieterinnen und Mieter der Häuser Heidelberger Straße 15 – 18 sowie die Treptower Stadtteilinitiative Karla Pappel zu einer sogenannten „Öffentlichen Baugutachten-Begehung mit Mieterbeteiligung“ ein.

Die Mieter-Initiative Zum Erhalt der Heidelberger Straße, kurz: MIEZE, macht dem Vorstand der Ge-nossenschaft Wohnungsbau-Verein Neukölln (WBV) schwere Vorwürfe und fordert die sofortige Weiter-führung der abgebrochenen Instandhaltungsmaß-nahmen statt des Abrisses der Häuser und Neubau für ca. 10 Millionen Euro. Kern der Anschuldigungen: „Der Vorstand der Genos-senschaft WBV behauptet in einem unseriösen ‚Baugutachten‘, dass die Bausub-stanz der Häuser (Heidelberger 15 – 18) marode sei.“ Ebenfalls wird der Einwand verworfen, dass die Wohnungen der markanten Häuserzeile nicht mehr zeitgemäß seien: „Wenn die 60-ziger Jahre Bauten, die mit staatlichen Mitteln errichtet wurden, nicht mehr zeitgemäß sind, müsste man halb Berlin abreißen“, heißt es in einem balkon heidelberger str_neuköllndreiseitigen Schreiben der MIEZE, das dem FACETTEN-Magazin vorliegt.

Die für gestern angekündigte „Baugutachten-Begehung mit Bauingenieur Klaus-Petra Hansel und Statiker Simon Wels“ war jedoch nur ein Fake. Wer mochte, konnte sich aber in einer der noch bewohnten Wohnungen selber ein Urteil über die Baufälligkeit des Gebäudes bilden. Auch einige Genossenschaftsmitglieder der WBV, die für einen Abriss der Häuser sind, waren gekommen, um ihr Unverständnis über den Protest zu äußern. Offizielle Vertreter des WBV, die zu den öffentlichen Anschuldigungen der MIEZE hätten Auskunft geben können, waren jedoch nicht erschienen.

=Christian Kölling=

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