Rennen um die Wurst und den Rudower GrandPrix

4. rudower dackelrennen_neuköllnVieles, was es in Nord-Neukölln gibt, kommt im südlichen Teil des Bezirks nicht vor. Was es allerdings im Norden nicht gibt, während es sich im Süden zu etablieren beginnt, ist ein Dackel-rennen. Am vergangenen Samstag wurde es bereits zum vierten Mal in Rudow ausgetragen.

Die Besitzer von über 20 Lang-, Rau- und Kurzhaardackeln waren diesmal der Einladung gefolgt, ihre Vierbeiner im Wettkampf gegenein-ander antreten zu lassen. Rudower GrandPrix heißt der seit 2014, als die Teckelgruppe Birk-holz die Rolle des Veranstalters übernahm. „Gestartet wird in drei Kategorien: Standardteckel, Zwergteckel und Kaninchenteckel“, erklärt Karin Kobart. Letztere wiegen bis zu 4,5 Kilogramm, die Zwerge maximal 6, und alles darüber ist Standard. Außerdem wurde bei der Startaufstellung zwischen Jugend und erwachsen unterschieden, weil die Youngster gegen ältere Tiere kaum start_4. rudower dackelrennen_neuköllneine Chance hätten: „Sie lassen sich viel leichter von den Zuschauern oder bellenden Artgenossen ablen-ken start1_4. rudower dackelrennen_neuköllnund bleiben dann womöglich einfach stehen oder laufen wieder zurück.“

25 Meter misst die Rennstrecke mit ihren zwei Parallelbahnen. Um die Teckel auf Touren zu bringen, ist auch ein Trick erlaubt. Genau genommen ist er die Regel, obwohl die wurst_4. rudower dackelrennen_neuköllnkleinen Jagdhunde mit den krummen, kurzen Beinen keineswegs so stur und eigensinnig seien, wie ihnen oft vorgeworfen wird. „Sie sind sehr gelehrig und intelligent“, sagt die Leistungswartin der Teckelgrup-pe Birkholz, deren Hauptaufgabe die Ausbildung der Hunde zur Jagd ist. „Aber“, weiß Karin Kobart, „ihre Erziehung braucht eine harte Hand, und sie beob-achten ständig.“

Ein Wesenszug, der beim Wettkampf genutzt wird: „Für die Hunde geht es nur ums Fressen.“ Wenn Frauchen oder Herrchen ein Stück Bockwurst aus einer der Schalen im Startbereich entnehmen und sich damit hinter der Ziellinie postieren, dann haben Gretel, Daggi, Fritzi, Luna, Kurt, Paula, Bismarck, Carlos und ihre Rivalen nichts anderes mehr im Blick. Ungeduldig wie Rennpferde warten sie, festgehalten von Assistenten, auf das Signal, endlich  loswet-

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zen zu dürfen, begleitet vom lauten Bellen wartender Wettkämpfer. Dorthin, wo sie von publikum_4. rudower dackelrennen_neuköllnihren Besitzern und einem Stück Wurst sowie dem Applaus des Publikums erwartet werden. Wieviele Se-kunden sie für die Distanz brauchen, ist unwichtig. Es ist ein Rennen von Dackel gegen Dackel, der schnellere ist der Sieger und bekommt außer Lob und Streichelein-heiten einen Punkt. Drei Durchgänge sind insgesamt zu absolvieren. Die Zeit dazwischen verbringen Frauchen und Herrchen mit  Fachsimpe-

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peleien über Zucht, Haltung und Ausbildung, am Imbiss- oder Verkaufsstand eines Hundeausstatters. Die Dackel nutzen sie abseits der Rennstrecke zum Entspannen in Transportboxen pokale_4. rudower dackelrennen_neuköllnurkunden_4. rudower dackelrennen_neuköllnoder für die Kontaktaufnahme unter ihres-gleichen; anschließend waren sie wieder Konkurrenten beim Kampf um Pokale und Urkun-den.

Früher, als Dackel noch mit einem Tierfell statt mit Wurst zum Rennen motiviert wurden, habe es den Hunden noch mehr Spaß gemacht, erzählt Karin Kobart, die auch Teckel-Züchterin ist. Das aber sei inzwischen – nach Protesten von Tierschützern – verboten worden.

=ensa=

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