An jedem Tag im neuen Leben einen Schritt weiter gehen

haus der bildung_vhs neuköllnDass sich im Haus der Bildung in der Boddinstraße gestern Vormittag etwas Besonderes ereignete, war dem Gebäude von außen nicht anzusehen. Aber auch innen offenbarte es sich erst nach dem Betreten des Mehrzwecksraums deutschzertifikate_vhs neuköllnim Erdgeschoss. Hier sollte sie erfolgen: die Überga-be der Deutsch-Zertifi-kate nach erfolgreich absolvierten Sprachprü-fungen an meist syrische Flüchtlinge durch Dilek Kolat, Berlins Integrationssenatorin, und den Neuköll-ner Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer.

Diejenigen, unter ihnen drei Frauen, die nun im feierlichen Rahmen geehrt würden, stünden stellvertretend für die über 400 Kursteilnehmer des Jahres 2015 an der VHS Neukölln, betonte Rämer: „Ich bin stolz, dass unsere Volkshochschule alles so rämer_deutschzertifikate-übergabe vhs neuköllnschnell und unkompliziert gestemmt hat.“ Nachdem der Berliner Senat im vergangenen Jahr erstmals finanzielle Mittel für die Durchführung von Deutschkursen für Ge-flüchtete zur Verfügung gestellt hatte, wurden 12 Lehr-gänge eingerichtet, an denen 188 Flüchtlinge teil-nahmen. Eine Zahl, die in diesem Jahr bereits jetzt weit zertifikate_deutschzertifikate-übergabe vhs neuköllnübertroffen ist: 37 Kurse mit insgesamt 433 An-meldungen waren bis Ende September abge-schlossen und belegen die hohe Lernmotivation der Refugees; 18 weitere Kurse sind noch bis zum Jahresende geplant. „Da die Raumkapazitäten der VHS vollständig ausgeschöpft sind, planen wir die Schaffung neuer Unterrichts-stätten“, kündigte Jan-Christopher Rämer an. Zumal davon auszugehen ist, dass der deutschzertifikat vhs neuköllnBedarf an Kursen für Geflüchtete weiter ansteigen wird.

100 Unterrichtsstunden umfasst ein Lehrgang, der sich über acht bis zehn Wochen erstreckt; vier aufeinander aufbauende Kurse können besucht werden. Teilnehmen können ausschließlich erwachsene Flüchtlinge, die in Berlin gemeldet sind. Das Lehrmaterial ist ebenso kostenlos wie die Teilnahme an den freiwilligen, offi-ziellen und international anerkannten Deutschprüfun-gen, kolat_deutschzertifikate-übergabe vhs neuköllndie nach jedem Kurs-ende abgenommen werden.

Das Land Berlin habe früh angefangen, auf die schnelle Integration von Geflüchteten Wert zu legen, erinnerte Dilek Kolat: „Aber anfangs hatten wir gar keinen Plan, wie wir die Deutschkurse organisieren sollen. Dann kam die Idee, es über die Volkshochschulen der Bezirke zu machen.“ Mit Mitteln in Höhe von 300.000 Euro stattete der Senat sie in 2014 dafür aus; in diesem Jahr wurde das Budget auf 1,2 Millionen Euro aufgestockt. „Die Menschen, die zu uns gekommen sind, haben ihre Heimat verloren und fangen hier bei Null an, auch bei der Sprache.“ Aber rämer_kolat_deutschzertifikate-übergabe_vhs neuköllndie deutsche Sprache, so die Integrations-senatorin, sei die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben und das Erlangen der Unabhängigkeit in Alltagssituationen bis hin zum Eintritt in den Arbeitsmarkt. „Deshalb wird Berlin weiterhin den Schwerpunkt auf Kurse setzen und das Angebot noch erweitern. Ich stehe hinter Ihnen, damit Sie hier weitere Schritte machen können“, versprach gruppenbild_deutschzertifikate-übergabe vhs neuköllnDilek Kolat. „Sie sind die neuen Berline-rinnen und Berliner!“

Ein Musterbeispiel für die Effizienz der Marschrichtung in der Hauptstadt ist Muhamad Khammousieh (M.). rämer_khammousieh_kolat_deutschzertifikate-übergabe vhs neuköllnVor 11 Monaten kam der Syrer mit seiner Familie nach Berlin. Inzwischen hat er alle vier Deutschkurse durchlaufen und ist nun, so Bildungsstadtrat Rämer, „selber zum Teil der VHS Neukölln geworden, indem er sich als Arabisch-Deutsch-Übersetzer engagiert“.  Ein Dank dafür sei nicht nötig, wies der 25-Jährige zurück: „Ich bin Deutschland dankbar, weil es die neue Heimat mit einem neuen Leben und neuen Leuten ist.“ Pläne, vielleicht irgendwann nach Abu Kamal, in seine alte Heimatstadt zurückzukehren, hat er nicht. Sie zu verlassen und der ständigen Bedro-hung kolat_flüchtlinge_deutschzertifikate-übergabe vhs neuköllnvon Leib und Leben zu entkommen, erleichterte ein Visum, das er ob seiner Tätigkeit als Sales Manager für die Bayer AG erhielt. Als Volunteer bei der UN, erzählt er, habe er auch schon gearbeitet.

Noch, sagt Muhamad Khammousieh und lächelt ent-schuldigend, sei er leider nicht soweit, in der neuen Sprache immer das ausdrücken zu können, was er sagen wolle. Doch er lässt keine Zweifel daran, dass dieser Zustand endlich sein wird. „Jeden Tag soll man einen Schritt weiter gehen“, ist sein Lebensmotto. Die Schritte, die die Flüchtlinge hier bereits bewältigt haben, bekam vor Beginn der Veranstaltung auch VHS-Direktor Bernd Müller zu spüren: Als er einige Männer, die sich in die erste Reihe gesetzt hatten, mit „We need three seats here“ bat, drei Plätze frei zu machen, entgegnete einer von ihnen: „Wir können auch Deutsch sprechen.“

=ensa=

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