„Hätte der Meister heute gelebt, wäre er Fotograf geworden“

neukoelln_schloss britz_rembrandt-ausstellungÜber 100 Original-Radierungen des niederländi-schen Malers und Zeichners Rembrandt Harmens-zoon van Rijn sind ab heute in der Ausstellung „Rembrandt in Black & White“ im Schloss Britz zu bewundern. Die Werke stammen aus der Privat-sammlung des Rembrandt-Kenners Jaap Mulders und umfassen gut ein Drittel aller Radierungen Rembrandts. Die Ausstellung bietet damit einen breiten Überblick über das druckgraphische Werk des 1606 in Leiden geborenen Künstlers.

Sonja Kramer, die Geschäftsführerin der Kulturstif-tung Schloss Britz, Leihgeber Jaap Mulders und Kuratorin Aneta Brinker stellten schon vorgestern bei einem Pressetermin die Exponate vor, zu denen Selbstbildnisse, Studien, Porträts, Landschaften, Akte, Szenen aus dem alltäglichen Leben sowie Geschichten und Gleichnisse aus dem Alten und Neuen Testament gehören. „Nicht die Weiterlesen

In Neubritz geht’s um die Wurst

Currywurst_maximilian fleischwaren neukoelln„Gehse inne Stadt, wat macht dich da satt? ‚Ne Currywurst.“ So sang Herbert Grönemeyer 1982. Da gab es das lukullische Straßenkind bereits seit 33 Jahren, jedenfalls in seiner Geburtsstadt Berlin. Knappheit und Experimentierfreude waren die Antriebe, denn in der Mangelsituation nach dem 2. Weltkrieg waren Naturdärme schwer zu beschaffen. Dem begegnete der sächsische Fleischer Max(imilian) Brückner erfolgreich mit einer darmlosen Wurst, die er nach seinem Umzug nach Berlin in Spandau produzierte und daher den Namen „Spandauer ohne Pelle“ bekam. Eine seiner treuesten Kundinnen war Herta Heuwer, die diese Würste an Weiterlesen

Enthüllung einer Botschaft vom gestoppten Wahnsinn

wandbild die axt muss weg_flughafenstr39 neukoellnLangsam, aber sicher greift sie stärker um sich: die Zeit der Entblätterung. Mit ihr zeigt sich – zur Freude von Architektur-Fotografen – vieles wie-der, was in den letzten Monaten verborgen war. So auch die Brandmauer des Hauses in der Flughafenstraße 39, auf der Silvia Götz und Gershom von Schwarze im Jahr 1992 ihr Wand-bild  „Die Axt muss weg!“  vollendeten.

Die Botschaft, erläutert Silvia Götz, beziehe sich auf die Doktrin der Kahlschlagssanierung, wie sie bis in die 1980er Jahre in Berlin und bundesdeutschen Großstädten praktiziert wurde: „Alter, wertvoller Baubestand wurde geopfert um Land für Weiterlesen

Prinzip der kurzen Wege

kita seniorenheim st richard_neuköllnSchon vor knapp 60 Jahren, als noch niemand vom demografischen Wandel und von inter-generativen Projekten sprach, begann man in Neukölln das Miteinander von Kindern und Alten zu praktizieren: Am 1. September 1958 weihte die katholische St. Richard-Gemeinde unter einem Dach ihre Kita und ihr Senioren-heim ein. Inzwischen müssen solche generatio-nenübergreifenden Prozesse erst mühsam wieder in Gang gebracht werden: Mit dem Wohntisch Neukölln, der heute um 18 Uhr zum Treffen im Nachbarschaftsheim Neukölln einlädt, soll es versucht werden.

Die Endlichkeit der Möglichkeiten, Platz für das Aushängeschild Neuköllns zu erhalten

kunstraum t27 neuköllnWie viele Galerien, Ateliers und kulturelle Projekträume es in Neukölln genau sind, die schon wegen unbezahl-barer Mieterhöhungen oder der Kündigungen ihrer Mietverhältnisse aufgeben mussten, sei „ganz schwer zu sagen“, muss Dr. Martin Steffens zugeben. Selbst er, der als langjähriger Leiter des Kunstfestivals 48 Stun-den Neukölln bestens in der Szene vernetzt ist, hat keinen belastbaren Überblick darüber, wer warum seinen Standort im Bezirk verlassen hat. Dass einige oder gar viele schlichtweg keine Lust mehr auf Neukölln oder die Existenz als Kunstschaffende hatten, kann und will Steffens nicht ausschließen.

Sehr genau weiß er jedoch, weshalb es den kunstraum t27 nun nicht mehr in der Thomasstraße gibt. „Uns ist regulär gekündigt worden“, sagt Martin Steffens, der auch Vorsitzender des Kunstvereins Neukölln ist, der wiederum die Weiterlesen

Bewegter Blickfang

fensterdeko_thiemannstr neuköllnGarantiert ein Hingucker sind die Fenster in einer Parterrewohnung in der Neuköllner Thiemannstraße. Erst recht wenn sich einige der Figuren, die mit Solarzellen ausgerüstet sind, dank der Lichteinstrah-lung bewegen.

Dies tun sie selbst an wolkenverhangenen Tagen und lassen einen den Weg mit einem Schmunzeln weitergehen.

13. Neuköllner Ruderfestival der RG Wiking: Mehr als eine Regatta mit Kultstatus

1_13. neuköllner ruderfestival_rg wikingBereits seit 1951 endet die Saison der Ruderer des Neuköllner Vereins RG Wiking e. V. mit einer Regatta. Gestern war es wieder soweit. „Nach kohlisch_giffey_13. neuköllner ruderfestival_rg wikingeinem Saisonabschluss fühlt sich das hier aber nicht gerade an, eher so, als würde es jetzt erst richtig losgehen“, fand Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (neben Regattasprecher Thorsten Kohlisch) und spielte damit auf das an, was ebenfalls Tradition hat:

Das Wetter meint es mit schöner Regelmäßigkeit richtig gut mit Sportlern, vor allem aber mit den Zuschauern. Denn Regen würde die Leistungen der Athleten nicht beeinträchtigen: „Starker Wind ist Weiterlesen

Rückgabe auf Zeit

sommerzeit_winterzeit_cafe selig neuköllnSelbst wenn morgen noch bzw. wieder Stühle, Tische oder Bänke vor Neuköllner Cafés, Kneipen und Restaurants stehen sollten: Heute Nacht endet durch Rück-gabe der vor sieben Monaten verliehenen Stunde die Sommer-zeit, d. h. die Uhren werden wie-der zurückgestellt und ticken bis zum 27. März im Winterzeit-Takt.

„Hartz IV ist ungerecht und demütigend“: Systemkritik eines Neuköllner Aufstockers als Novelle

thomas pregel_stadtbibliothek neuköllnEinen „sehr fleißigen Aufstocker“ konnte Bibliothe-kar Ralph Haack gestern Abend im dicht besetzten Veranstaltungsraum der Neuköllner Stadtbibliothek begrüßen: Thomas Pregel war gekommen, um aus seiner im letzten Jahr erschienenen und teils autobiographischen „Hartznovelle“ zu lesen.

Grundsituation der Erzählung: Die gelernten Histo-riker Dr. Heiko Rüdesheimer, Dr. Katharina Breiten-bach und der Magister Artium-Absolvent Sebastian Podbielski haben nie einen richtigen Einstieg ins Berufsleben gefunden. Sie treffen sich jetzt regelmäßig im Emser Eck, einer fiktiven Kneipe, für die es in Nord-Neukölln Weiterlesen

Rien ne va plus!

s-bahnring neuköllnBis zum Abend herrscht noch das normale Chaos mit Verspätungen, Zugausfällen und pünktlichen Abfahrten auf dem S-Bahn-Ring. Danach geht bis Montagmorgen an den Neuköllner Stationen wegen Weichen-Arbei-ten per Schiene gar nichts mehr: Ab 22 Uhr fahren Busse statt der S41 und S42 sowie S45 bis S47 zwischen Hermannstraße und Treptower Park bzw. Baumschulenweg. Mor-gen um 22 Uhr wird die Streckensperrung dann bis zur Station Tempelhof ausgeweitet, um auf dem Abschnitt Schienen und Schwel-len erneuern zu können.

Um die Ecke gebracht …

blumen rosi_hermannstr 63_neukölln… hat die Inhaberin von „Blumen Rosi“ kürzlich die Ausstattung ihres Ladens. Das bisherige Geschäft in der Hermannstraße 63 steht nun leer – und mancher potenzielle Kunde frustriert davor. Die Befürchtung, dass in Neukölln wieder ein renommiertes Einzelhandelsunternehmen unter dem Druck steigender Gewerbemieten nachgeben musste und aufgegeben hat, liegt nahe: Die neue Adresse von „Blumen Rosi“ ebenfalls – sie ist in der  Kienitzer Straße.

„Nicht aufgeben und mit den Kindern reden, reden, reden!“

piekara_uensal_hoops_daz-fachabend jugend-delinquenz_neuköllnWenn Kinder und Jugendliche straffällig werden, spüren die am Strafverfahren beteiligten Fach-kräfte von Justiz, Polizei und Jugendhilfe immer wieder, wie wichtig das familiäre Umfeld ist. Welche Rolle spielt aber tatsächlich die Familie bei der Straffälligkeit? Wie gehen Eltern mit dem delinquenten Verhalten ihrer Kinder um? Gibt es Unterschiede bei Familien mit Migra-tionsgeschichte? Über diese Fragen tauschten sich am vergangenen Mittwoch beim Fachabend „(Mit)Schuldige oder Ressource – Familien- und Angehörigenarbeit bei straffälligen Jugendlichen“ gut 60 Gäste im Deutsch-Arabischen Zentrum in Neukölln aus. Eingeleitet wurde Weiterlesen

Aus dem Regal ins Museum Neukölln

romane_bgi-bücherstube rollberg_neukoellnUm Lieblingsbücher und das, was ihre Besitzer mit ihnen verbindet, geht es bei einer neuen Ausstellung, die das Museum Neukölln aktuell vorbereitet. Deshalb appelliert es nun an Leute, die „aus Neukölln stammen, hier gewohnt oder gearbeitet haben oder dies immer noch tun“: Machen Sie mit bei unserer neuen Ausstel-lung! Eine weitere Voraussetzung, sich an „Ma-gie des Lesens“ zu beteiligen, könnte etwas schwieriger zu erfüllen sein: Das Lieblingsbuch muss für die Dauer der Ausstellung dem Mu-seum Neukölln zur Verfügung gestellt werden.

Instandhaltung statt Abriss gefordert

transparent wbv-häuser-abriss heidelberger str_neuköllnIn den entlegensten Zipfel Neuköllns, nordöstlich der Wildenbruchbrücke, luden gestern Nachmittag Mieterinnen und Mieter der Häuser Heidelberger Straße 15 – 18 sowie die Treptower Stadtteilinitiative Karla Pappel zu einer sogenannten „Öffentlichen Baugutachten-Begehung mit Mieterbeteiligung“ ein.

Die Mieter-Initiative Zum Erhalt der Heidelberger Straße, kurz: MIEZE, macht dem Vorstand der Ge-nossenschaft Wohnungsbau-Verein Neukölln (WBV) schwere Vorwürfe und fordert die sofortige Weiter-führung der abgebrochenen Instandhaltungsmaß-nahmen statt des Abrisses der Häuser und Neubau für ca. 10 Millionen Euro. Kern der Anschuldigungen: „Der Vorstand der Genos-senschaft WBV behauptet in einem unseriösen ‚Baugutachten‘, Weiterlesen

Fotos und „schriftliche Selfies“ hunderter Frauen in einer neuen Ausstellung in der Galerie im Körnerpark

ausstellung die berlinerin_galerie im körnerpark neuköllnPortraits von 375 Berlinerinnen – ohne Auf-wand und Filter bei natürlichem Licht aufgenommen – fertigte Ashkan Sahihi für sein Fotoprojekt „Die Berlinerin“ von Sep-tember 2013 bis August 2015 an. „Jede Frau wurde in der Umgebung ihrer Wahl und in eigener Kleidung aufgenommen, sodass sie ihrer Individualität volle Geltung verschaf-fen konnte“, erklärt der Fotograf sein künstlerisches Konzept. Außerdem sei es wichtig, mit der Kamera keine Angst zu machen oder mit einer aufwändigen Fotoausrüstung zu drohen. Um möglichst viele der Bilder in der Galerie im Körner-park zeigen zu können, werden die eindrucksvollen Fotografien in Weiterlesen

„Unser Bestreben ist, diejenigen zu unterstützen, die schon lange in Neukölln dabei sind“

giffey_muecke_biwaq-pk_rathaus neuköllnKnapp 2 Millionen Euro konnte das Bezirksamt Neu-kölln aus dem ESF-Bundesprogramm Bildung, Wirt-schaft, Arbeit im Quartier – BIWAQ einwerben. Das Programm, das am 1. September startete und im Bezirk unter dem Namen „Unternehmen Neukölln“ bis 31.12.2018 läuft, ist ein Partnerprogramm des Städtebauförderungsprogrammes Soziale Stadt, denn es legt den Schwerpunkt bewusst auf benachteiligte Stadt- und Ortsteile.

Gestern Mittag informierten Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey und Clemens Mücke von der Wirt-schaftsförderung bei einer Pressekonferenz im Rixdorf-Salon des Rathauses über Einzelheiten vom „Unternehmens Neukölln“. Anwesend waren auch Sabine Slapa und Susann Liepe, die seit 2010 für das Citymanagement arbeiten und im neuen Projekt den Teilbereich Weiterlesen

Wohin mit parkenden Fahrrädern an der Karl-Marx-Straße?

arcaden fahrstuhl_eingang_fahrrad-parkplatznot neuköllnIn der Lenkungsgruppe der [Aktion! Karl-Marx-Straße] denken Anwohner, Gewerbetreibende, Händler, Dienst-leister, Hauseigentümer, Mietervertreter sowie Kultur-schaffende über Projekte und Planungen nach, um das Profil der Neuköllner Haupteinkaufsstraße weiterzuent-wickeln. Auf der dicht gedrängten Tagesordnung des Gremiums standen vorgestern der Radverkehr sowie die Frage „Wohin mit den parkenden Fahrrädern?“ als Punkt 1 auf der Tagesordnung. Als Expertin war Christa Emde aus der Bezirksgruppe Neukölln des ADFC eingeladen.

Im Rathaus Neukölln war das Thema Radverkehr zuletzt während einer Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung Ende September 2015 aufgerufen worden. „Dem Bezirksamt ist die Problemlage des Weiterlesen

Kunst und Kekse eröffnen neue Chancen

ajb-kunst und kekse_neuköllnDass sie auch Kekse verkaufen würden, war von Anfang an klar. Schließlich befand sich in dem Laden in der Wildenbruchstraße früher eine 2_ajb-kunst und kekse_neuköllnBäckerei. Nun hat der anerkannte Jugendhil-fe-Träger ajb GmbH die Räume angemie-tet, um mit einem Zu-verdienst-Projekt für junge Erwachsene mit Sucht- und psychischen Erkrankungen eine Lücke in der Maßnahmenpalette zu schließen. Seitdem steht Kunst & Kekse über dem Schaufenster, das eine Auswahl der Dinge Weiterlesen

Buchpremiere im Museum des Kapitalismus

buchpremiere_museum des kapitalismus_neukölln„Mitarbeiter_innen von Spätkaufläden, Sexarbeiter_in-nen aber auch Gefängnisinsass_innen werden bis heute nicht mit Gewerkschaften in Verbindung gebracht“, meint der Journalist Peter Nowak und gab deshalb das Buch „Ein Streik steht, wenn mensch ihn selber macht“ heraus, in dem er ein Dutzend Berichte aus Sicht der Betroffenen zusammengefasst hat.

Freitagabend wurde das Werk im gut besuchten Museum des Kapitalismus in Neukölln vorgestellt. Statt daraus zu lesen, ließ Nowak viele anwesende Protagonisten seines Buches selber zu Wort kommen. Im Video dokumentiert ist die Störaktion Weiterlesen

Rennen um die Wurst und den Rudower GrandPrix

4. rudower dackelrennen_neuköllnVieles, was es in Nord-Neukölln gibt, kommt im südlichen Teil des Bezirks nicht vor. Was es allerdings im Norden nicht gibt, während es sich im Süden zu etablieren beginnt, ist ein Dackel-rennen. Am vergangenen Samstag wurde es bereits zum vierten Mal in Rudow ausgetragen.

Die Besitzer von über 20 Lang-, Rau- und Kurzhaardackeln waren diesmal der Einladung gefolgt, ihre Vierbeiner im Wettkampf gegenein-ander antreten zu lassen. Rudower GrandPrix heißt der seit 2014, als die Teckelgruppe Birk-holz die Rolle des Veranstalters übernahm. „Gestartet wird in drei Kategorien: Standardteckel, Zwergteckel und Kaninchenteckel“, erklärt Karin Kobart. Letztere wiegen bis zu 4,5 Kilogramm, die Zwerge maximal 6, und alles darüber ist Standard. Außerdem wurde bei der Weiterlesen