Wie Fremde zu Nachbarn werden

projekttag vertreibung und flucht_karl-weise-schule neukoelln„Wir müssen was machen!“, das stand beim Beginn des neuen Schuljahres für das Kollegium der Karl-Weise-Schule fest. Während die Kinder und Lehrer in den Sommerferien weilten, hatte sich die Situation für Flüchtlinge, die Berlin bereits erreicht haben oder noch einen Weg in die EU suchen, dramatisch verschärft. „Einen Projekttag zum Thema Vertreibung und Flucht zu machen, war die Idee des Kollegiums“, sagt Schul-leiterin projekttag vertreibung und flucht_karl-weise-schule neuköllnAndrea Schwenn.

Gestern, am Weltfriedens-tag, wurde die Idee, über der das Motto „Wie Frem-de zu Nachbarn werden“ stand, an der Neuköllner Grundschule in die Tat umgesetzt – mit thematisch fokussierten Unterrichtseinheiten am Vormittag und einem Basar, dessen Erlöse der Notunterkunft für Flüchtlinge am Mariendorfer Weg zugute kom-men. Für die Kinder der 2_projekttag vertreibung und flucht_karl-weise-schule neuköllnKarl-Weise-Schule solle durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Thema und 4_projekttag vertreibung und flucht_karl-weise-schule neuköllndas kognitive und affektive Beleuchten verschiedener Aspekte einerseits „die momentane Situation, in der sich die Flüchtlings-kinder befinden, greifbar 3_projekttag vertreibung und flucht_karl-weise-schule neuköllngemacht werden“. Ande-rerseits aber ging es auch darum, den Blick auf die Verantwortung der Gesell-schaft, Menschen in Notsituationen zu unterstützen, zu lenken.

Noch während der Vorbereitung des Projekttags wurde, nur wenige hundert Meter Luftlinie von der Karl-Weise-Schule entfernt, in der Jahn-Sporthalle eine Unterkunft für Flüchtlinge eingerichtet. Am Projekttag selber kündigte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey an, dass der  Berliner Senat eine weitere

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Neuköllner Liegenschaft beschlagnahmt habe und die ehemalige Filiale der Schule an der Windmühle bis Ende September für die Unterbringung minderjähriger Flücht-linge flohmarkt_projekttag vertreibung und flucht_karl-weise-schule neuköllnausgestattet werde.

Der Kontakt zur Notunterkunft im Mariendorfer Weg sei durch eine Sozialarbeiterin der Schule zustan-de gekommen, erklärt Andrea Schwenn, während sie stolz das Treiben auf dem Pausenhof beob-achtet, der an diesem Nachmittag ein Basar ist. Viele Kinder haben sich von Spielzeug und Büchern getrennt, um sie zu klingender Spendenmünze zu machen. Andere verkaufen Basteleien und Handarbeiten; in der Cafeteria haben Eltern ein Büffet internationaler Köstlichkeiten aufgebaut. „Ich schätze, dass wir 300 bis 400 Euro zusammen krie-gen“, sagt die Schulleiterin. In der kommenden Woche wird eine Schülergruppe das Geld in die Flüchtlingsunterkunft bringen und Nachbarschaftshilfe demonstrieren.

=ensa=

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