„Wir sind kein Personalabbaubezirk“: 36 Neue im Rathaus

giffey_azubis2015 bezirksamt neuköllnEinen Tag, der hoffentlich lange Zeit in guter Erinnerung bleibt, erlebten gestern, zum Be-ginn ihrer Ausbildung im Bezirksamt Neukölln, 36 junge Leute: Im Rathaus wurden sie von Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey, Friedrich-Karl Gerth, dem stellvertretenden Lei-ter der Dienststelle, sowie von Bezirksstadtrat Jan-Christopher Rämer feierlich begrüßt.

Die 17 Frauen und 19 Männer wurden unter 1.200 Bewerbungen ausgewählt. Sie werden jetzt zu Verwaltungsfachangestellten, Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste der Fachrichtung Bibliotheken sowie zu Gärtnern im Garten- und Landschaftsbau ausgebildet. Außerdem waren sechs dual Studierende der Fachrichtungen Bauwirtschaftsingenieurwesen, Facilitity Management, Elektrotechnik, Informatik und Landschaftsbau- und Grünflächen-management bei der Begrüßungsveranstaltung mit dabei. Anders als im klassischen Hochschulstudium sind bei dualen Studiengängen durchgängig Praxiszeiten in das Studium integriert. Alle drei Monate erfolgt ein Wechsel zwischen den zwei Lernorten Hochschule und Bezirksamt. Das Rathaus Neukölln hat als erste Berliner Behörde gruppenfoto_azubis2015 bezirksamt neuköllnüberhaupt das Dual-Studium im Ausbildungs-angebot.

Vervollständigt wurde die Gruppe der neuen Azubis durch eine 17-Jährige, die nach ihrem Mittleren Schulabschluss (MSA) jetzt eine ein-jährige Einstiegsqualifizierung absolviert. Ziel dieses Langzeitpraktikums ist die Herstellung der Ausbildungsreife und der Abschluss eines Ausbildungsvertrages im nächsten Jahr. Auch mit dieser Maßnahme beschreitet das Bezirksamt Neukölln zur Erhöhung der Chancengleichheit neue Wege. „Wir wollen ja auch junge Menschen mit MSA aus dem Bezirk bei uns im Rathaus beschäftigen und nicht nur Abiturienten“, erklärte Ausbildungsleiterin Andrea Orhan ihr Engage-ment giffey_raemer_azubis2015 bezirksamt neuköllnfür die Zielgruppe.

Als echte Neuköllner Gewächse gaben sich in der Vorstellungsrunde bei der Begrüßungsver-anstaltung nur ein halbes Dutzend Azubis offen zu erkennen. Etwa ebenso viele zogen dagegen eigens für die Berufsausbildung aus Branden-burg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt nach Berlin. „Uns ist es wichtig, dass Sie eine ordentliche Ausbildung bekommen“, versicherte Friedrich-Karl Gerth, Leiter des Steuerungsamtes und in Verwaltungsangelegenheiten zweiter Mann im Bezirk hinter Bezirksbürgermeisterin Giffey. „Wir sind kein Personalabbaubezirk. Sie werden in Neukölln einen Arbeitsplatz auf Dauer haben, wenn Sie sich weiterbilden“, versprach er den Auszubildenden weiter und verwies auf die Arbeit des Fürstenberg-Instituts, das alle Beschäftigten des Bezirksamtes auch bei privaten Problemen auf Wunsch anonym berät. Der Krankenstand im Bezirksamt sei so niedrig wie in kaum einem anderen Bezirk; Neukölln sei hier zwar nicht ganz vorne, aber immerhin auf Platz 2. Die Auszubildenden hätten gute Chancen auf eine Übernahme, lautete giffey_gerth_azubis2015 bezirksamt neuköllnFriedrich-Karl Gerths (r.) Fazit. Von den 32 Auszubil-denden, die dieses Jahr ihre Ausbildung erfolgreich absolvieren, würden 29 Nachwuchskräfte unbefristet weiterbeschäftigt. Drei Gärtner erhielten zunächst befristete Anschlussverträge, sollten aber auf Landes-ebene in freie Planstellen vermittelt werden.

„Wir brauchen einfach Nachwuchs, uns steht eine Rentenwelle im Bezirksamt bevor, es ist deshalb unerlässlich, mit Nachwuchskräften dem demogra-fischen Wandel innerhalb der Verwaltung entgegen-zuwirken“, ermunterte nicht zuletzt Bezirksbürger-meisterin Giffey (l.) die Neuen, die von nun an Teil der insgesamt 112 Auszubildenden des Bezirksamtes sind, sich in Neukölln einzu-bringen. „Das Durchschnittsalter der 1.773 Beschäftigten liegt bei 47 Jahren. Wir setzen außerdem als spezifischen integrationspolitischen Beitrag ganz bewusst auf eine interkulturelle Öffnung, indem verstärkt Auszubildende nichtdeutscher Herkunft mit gleicher Eignung, Leistung und Befähigung eingestellt werden“, sagte sie. Innovative Ausbildungsformen wie der duale Studiengang und die einjährige Ein-stiegsqualifizierung für Azubis zur Herstellung der Ausbildungsreife sind gute Zeichen dafür, dass das Thema Ausbildung im Bezirksamt Neukölln sehr wichtig ist und hoffentlich auch in Zukunft weiterhin groß geschrieben wird.

=Christian Kölling=

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Eine Antwort

  1. „Wir sind kein Personalabbaubezirk“ stimmt zwar – aber nur, weil Neukölln bereits in den letzten 10 Jahren massivst Personal abgebaut hat und mit Abstand die wenigsten Beschäftigten aller Berliner Bezirke hat. Und daran wird sich trotz der neuen Auszubildenden leider nichts ändern.

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