Vorne hui, hinten pfui

dreckecke uthmannstraße_neukoellnAm Ende der Neuköllner Uthmannstraße, wo im Oktober 1978 Danzig begann, als der Regisseur Volker Schlöndorff hier Szenen für „Die Blechtrom-mel“ drehte, sieht es schon lange nicht mehr filmreif aus. Als „vermüllten Schandfleck, den zu passieren Überwindung kostet“ beschreibt ein Leser des FACETTEN-Magazins die ersten Meter hinter der Straßeneinmündung von der Karl-Marx-Straße.

An die Rückseite des Gebäudes mit einer Bank-filiale und einem türkischen Supermarkt im Par-terre schließt sich ein verwinkelter Bürgersteig an, der von einer Mülldeponie flankiert wird. Ein „Anblick, der niemanden zu stören scheint“, der vielleicht aber auch längst keinem mehr auffällt, weil er Normalität geworden ist. Gereinigt  werde die Dreckecke

dreckecke uthmannstraße_neukölln dreckecke uthmannstr_neukölln

„allenfalls jährlich“. Ergänzt wird ihr Komfort für Leute, die schnell etwas loswerden möchten, durch eine „Pinkelecke, die vor einiger Zeit schräg ablaufend betoniert wurde“. Mit einer gelegentlichen Säuberung, so die Überzeugung unseres Lesers, sei das Problem nicht zu lösen, sondern hier müsse die Gehsteigarchitektur geän-dert werden. Im Plan zur Umgestaltung der Karl-Marx-Straße ist das jedoch nicht vor-gesehen: Auch die Baugrenze scheut die Überwindung, sich weiter in die Uthmann-straße hinein zu bewegen.

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