Grüne Vergangenheit und Gegenwart, betonierte Zukunft

Der klingende Name nützt ihr auch nichts: Die Kolonie Steinreich gehört zu den 17 Kleingartenanlagen in Neukölln und den 159 im gesamten Berliner Stadtgebiet, de-ren Schutzfrist in fünf Jahren abläuft. Sein 100-jähriges Jubiläum wird das seit 1928 bestehende Kleinod mit 52 Parzellen auf knapp 1,8 Hektar folglich nicht mehr erleben, das  wie die meisten anderen  als  Wohnbaufläche  im  Stadtentwicklungs-

kolonie steinreich_neukölln

plan Wohnen 2025 des Senats ausgewiesen ist. „Es wäre eine Sünde und Natur-frevel, es einer Betonwüste preis zu geben. Für Wohnungsbau gibt es genug andere Flächen in Berlin“, reagierte Kolonie-Vorstand Joachim Rüterbusch in einem Posi-tionspapier vom Landesverband Berlin der Gartenfreunde auf die Absichten. Letzteres ist freilich das gängigste Argument bei den betroffenen Laubenpiepern. Ihr Landes-verband fordert indes vom Senat nicht nur, „die einseitigen Bauplanungen im Inte-resse einer ganzheitlichen Stadtentwicklung zu korrigieren“, sondern er wirft ihm auch „zahlreiche Unrichtigkeiten“ bei der Beantwortung einer Anfrage im Abgeordne-tenhaus vor, die die Zukunft der Kolonie Steinreich und 158 weiterer betraf.

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