Streitpunkt Schulrenovierung: „Unkonventionelle Lösung“ oder „Angriff auf den Mittelstand“?

Nicht überall in der Albrecht-Dürer-Schule sieht es so repräsentabel wie im Ein- gangsbereich aus, wo eine Grafik an Dürers Nashorn-Holzschnitt erinnert. Doch von dürer-nashorn_albrecht-dürer-schule neuköllnFachfirmen ausgeführte Renovierungen sind teuer. Billiger werden sie aber durch die Beteiligung am sbh-Programm „Arbeit statt Strafe“, das wieder- um für das Land Berlin die Haftkosten deutlich drosselt. Seit Dienstag unter Exklusiv-Berichter-stattung durch die BZ der Startschuss für eine vier- monatige Renovierung der Albrecht-Dürer-Schule gegeben wurde, ist auch der Bezirk Neukölln in die Maßnahme involviert, bei der, so Bezirksbürger-meisterin Giffey, „alle gewinnen“.
Dem mag jedoch die Neuköllner CDU so gar nicht zustimmen. Als „Angriff auf den Mittelstand“ bezeichnet sie in einer prompt lancierten Presse-erklärung das Projekt und erinnert Giffey, die auch Wirtschaftsstadträtin ist, an ihr Vorhaben, die lokale Ökonomie zu fördern. „Mit dieser Aktion wird ein Dammbruch begangen, den ich klar ablehne“, stellt die Neuköllner CDU-Bundestagsabgeordnete Christina Schwarzer in der Replik ihres Kreisverbands klar. Ebenfalls empört ist Olaf Schenk, der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereini- gung (MIT) Neukölln: Der von der Bundes-SPD eingeführte Mindestlohn bereite dem Mittelstand schon große Probleme, konstatiert er. „Dass ausgerechnet eine SPD- Bürgermeisterin die gesetzlichen Regelungen durch Arbeitsleistungen von Knackis und Tagessätzen regelt, ist ein Schlag ins Gesicht des Mittelstandes“, so der Neu- köllner CDU-Bezirksverordnete Schenk weiter.
Diese Kritik weist Dr. Franziska Giffey jedoch entschieden zurück: „Die Vorwürfe sind völlig an den Haaren herbeigezogen und zeigen, dass die Projektidee nicht verstan- den worden ist“, kontert sie in einer gestern Abend veröffentlichten Pressemitteilung.

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