Unterwegs in Neukölln

n+fotowettbewerb2015_buergerstiftung neukölln_neuköllner leuchtturmFotos zu diesem Thema einzureichen, dazu hatte die Bürgerstiftung Neukölln bei ihrem 10. N+Fotowettbewerb aufgerufen. Und 109 Aufnahmen trudelten bis zum Einsende-schluss ein. Seit vergangenem Freitag werden die Bilder nun im Neuköllner Leuchtturm ausgestellt, an eben jenem Abend wurde auch bekanntgegeben, wer die sechs Erstplatzierten des Wettbewerbs sind: Alle erhielten Urkunden, die drei Besten zusätzlich Geld- und die drei Nächstbesten Sachpreise. Eine Ausnahme bildete allerdings die Siegerin, denn Sabine Schreiber war noch im Urlaub, als die Gewinner geehrt wurden. Deshalb wird das heute sabine schreiber_n+fotowettbewerb2015_bürgerstiftung neukölln_neuköllner leuchtturmNachmittag im Neuköllner Leuchtturm nachge- holt.

Zwei der drei Fotos, mit denen sich Sabine Schreiber am Wettbewerb beteiligt hatte, ent- standen beim Karneval der Kulturen, der nicht – wie viele denken – in Kreuzberg, sondern in Neukölln erfunden wurde. Ihr dritter Beitrag zeigt ein Winterszenario im Britzer Garten. „Drei Bilder robert draber_n+fotowettbewerb2015_bürgerstiftung neukölln_neuköllner leuchtturmwaren maximal pro Teilnehmer erlaubt“, sagt Leo de Munk, der künstlerische Leiter des Ausstellungsraums in der Emser Straße. Von dieser Regel machten viele Gebrauch. Da es außerdem kein Ausschlusskriterium war, schon einmal beim Wettbewerb mitgemacht oder gar bereits zu den Gewinnern gehört zu haben, sind norbert staudacher_n+fotowettbewerb2015_bürgerstiftung neukölln_neuköllner leuchtturmmanche Wiederholungstäter dabei. So auch Sabine Schreiber, die bereits vor drei Jahren den 3. Platz beim Fotowettbewerb der Bürgerstiftung Neukölln ergattert hatte. Das aber erfuhr die fünfköpfige Jury, bestehend aus drei Kamera-künstlern, die im vergangenen Jahr im Neuköll- ner Leuchtturm ausgestellt hatten, und zwei Amateur-Fotografen, erst im Nachhinein. Wenn sie zur Entscheidung zusammentritt, hingen zwar die Bilder bereits, anstelle der Namen der Teilnehmer seien ihnen aber lediglich Nummern zugeordnet, erklärt de Munk das Neutralität garantierende Prozedere: „Die Entscheidung für die ersten drei Plätze ist ziemlich einstimmig ausgefallen.“ Georg Geißer kam mit einer irritie- renden, weil von Wasserspiegelungen komponierten Impression des Neuköllner uwe blank_n+fotowettbewerb2015_bürgerstiftung neukölln_neuköllner leuchtturmSchiffahrtskanals auf den Silberrang; Robert Draber holte sich mit seiner Momentaufnahme vom Hermannplatz den dritten Platz.

„Unterwegs in Neukölln“: Das Motto schuf nicht nur die Grundlage für eine große qualitative Spannbreite, sondern auch eine enorme Inter-pretationsfreiheit. Gelungene Schnappschüsse wie der von Uwe Blank, der in der Hertastraße einen Fassadenkletterer erwischte, sind ebenso dabei wie sehr bis kaum ausgefeilte Bildkompositionen, Motive mit starker Neukölln-Relevanz und vor Belanglosigkeit strotzender Aussage. Während sich der fotografische Blick auf  jedem einzelnen Bild erkennen lässt (oder eben auch

n+fotowettbewerb2015_bürgerstiftung neukölln_neuköllner leuchtturm n+fotowettbewerb2015_bürgerstiftung neukölln_neukoellner leuchtturm

nicht), macht erst die Gesamtheit der Ausstellung deutlich, was von der Bürgerstiftung Neukölln beabsichtigt wird: Dass der Wettbewerb ebenso für Gelegenheitsknipser wie für Profi-Fotografen offen ist. Die Motivation vieler, sich dem Jury-Urteil zu stellen, n+fotowettbewerb2015_bürgerstiftung neukoelln_neuköllner leuchtturmvermutet Leo de Munk, sei dabei weniger die Aussicht auf einen Geld- oder Sachpreis: 13 der Wettbewerbsbeiträge werden nicht nur ausgestellt, sondern auch im Neukölln-Ka- lender 2016 veröffentlicht, und zu diesem ein Foto beizusteuern, sei eine häufige Triebfeder. Bei den Fotografen der sechs prämierten Bilder wird der Wunsch in Erfüllung gehen. Aber auch alle anderen können sich noch Hoffnungen machen, denn für die Kalender-AG zählen bei der Auswahl andere Kriterien als für die Wettbewerbs-Jury.

Die Fotoausstellung „Unterwegs in Neukölln“ ist noch bis zum 31. Juli im Neuköllner Leuchtturm (Öffnungszeiten: Di. – Fr. 14 – 18 Uhr) zu sehen.

=ensa=

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