Coaching für den Weg ins und die Zeit im Rampenlicht

hardy kistner_theaterschule rixdorf_neuköllnVor drei Jahren wurde am Neuköllner Richardplatz die Theaterschule Rixdorf eröffnet. Hardy Kistner, ihr Betreiber, bietet seitdem in den Räumen Schau-spielkurse mit verschiedenen Themenstellungen und Improtheaterkurse an, letztere einmal monatlich als Schnupperworkshop für nur 10 Euro. Zudem gibt es Coachingangebote für Führungskräfte.

Der Berliner und Anfangvierziger Kistner hat 1994 eine dreijährige Ausbildung an der privaten Fritz-Kirchhoff-Schule für Schauspiel in Berlin abgeschlossen und arbeitet seitdem im Theaterbereich. Die Berufswahl stand für ihn schon früh fest: „Ich wollte schon immer Schauspieler werden. Schon in der Schule habe ich viele Theatersachen gemacht.“ Nach der Ausbildung spielte er an verschiedenen Orten in Deutschland; in Dessau wurde er sogar zum „Schauspieler des Jahres“ gewählt. Dort hat er auch seine Frau Dragana kennen gelernt. Die ausgebildete Opernsängerin, die in Belgrad und Köln kursangebot theaterschule rixdorf_neuköllnstudiert hat, bietet nun in der Theaterschule Rixdorf einen Kurs in Gesang und Interpretation unter dem Titel „Wir haben alle eine Stimme“ an.

Vor zehn Jahren sind dann beide nach Berlin-Neukölln in die Richardstraße gezogen, um sesshaft zu werden und auch gemeinsam künstlerisch tätig zu sein. Zusammen gründeten sie außerdem die Agentur DIE KulturMACHER, die vornehmlich für Unternehmen Kreativ- und Eventdienstleistungen wie etwa Filmdreh-Events anbietet. „Mitarbeiter von Firmen sind hier an einem Tag Filmstars und spielen nach einem Drehbuch Szenen“, beschreibt Hardy Kistner. „Das Ganze wird gefilmt, am gleichen Tag noch geschnitten, und abends wird der fertige Film dann gemeinsam angeschaut.“ Dies trage zum einen zur Teambildung in den Firmen bei, zum anderen ist es eine Möglichkeit, sich plakat theaterschule rixdorf_neuköllnund die Kollegen einmal auf gänzlich andere Weise zu erfahren.

Aber DIE KulturMACHER verhelfen Leuten mit Bühnen-ambitionen auch zu öffentlichen Auftritten: Letztes Jahr wurde im Rahmen der 48 Stunden Neukölln unter der Regie von Hardy Kistner und Mitwirkung seiner Frau die autobiografische Erzählung „Mutters Courage“ von George Tabori aufgeführt: gleich nebenan in der Trau- erhalle von Kutschen-Schöne. Stückbegleitend zeigte hier außerdem das Museum Neukölln seine Ausstel- lung „Ausgestoßen und verfolgt“, theaterschule rixdorf_neuköllndie sich mit der jüdischen Bevölkerung während des National- sozialismus in Neukölln beschäftigt. Der Saal, der 70 Zuschauer fasst, war bei allen vier Vorstellungen restlos gefüllt.

Auch bei der diesjährigen Ausgabe des Kunst-festivals am kommenden Wochenende stellt Kutschen-Schöne den kreativen Nachbarn wieder die Trauerhalle zur Verfügung, diesmal jedoch für ein gänzlich anderes Genre: An allen drei Festivaltagen wird hier eine Open Stage-Veranstaltung stattfinden. „Ich möchte Menschen Mut machen, über ihre eigenen Grenzen zu gehen“, sagt Kistner. Eine Intention, die er in der Arbeit mit den TeilnehmerInnen seiner Kurse verfolgt, und auch mit dieser Open Stage. Demzufolge gibt es keine Ausschlusskriterien. Gleich ob Profi oder Amateur, Comedian, Artist, Sänger oder Zauberer – jeder hat für circa sieben Minuten seine Bühne. Hardy Kistner verspricht als Moderator des Events, dass „jeder Auftretende gut auf und wieder gut von der Bühne kommt“.

Die Open Stage der KulturMACHER gastiert Freitag (19 – 21.30 Uhr), Samstag (15 – 17.30 + 19.30 – 22 Uhr) und Sonntag (15 – 17.30 Uhr) bei Kutschen-Schöne. Der Eintritt ist frei, eine Spende erwünscht.

=Reinhold Steinle=

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