Exkursionen zur Gegenwart und Zukunft des Reuterkiezes

punktekleben_1. kiezspaziergang_verstetigung qm reuterplatz_neuköllnSeit Januar bereitet sich das Quartiers-management (QM) Reuterplatz als erstes der 11 Neuköllner QM-Gebiete auf die Verste- tigung vor, sprich: das Ende der Gebietsför- derung durch Soziale Stadt-Mittel. Doch was bedeutet es tatsächlich, wenn die Tür des Vorortbüros in der Hobrechtstraße am 31. Dezember 2016 endgültig geschlossen wird und es dann nach 14 Jahren kein Quar- tiersmanagement mehr im Kiez zwischen Kottbusser Damm, Wildenbruchstraße und Sonnenallee gibt? Vergangenen Sonnabend lud das QM zusammen mit Urban Plus, das den Verstetigungsprozess aktiv gestalten soll, nachmittags zum ersten Kiezspaziergang ein, der am Maybachufer begann und 2 1/2 Stunden später am thomas knorr-siedow_christiane droste_1. kiezspaziergang_verstetigung qm reuterplatz_neuköllnReuterplatz endete.

Rund ein Dutzend Teilnehmer durften rote Punkte auf der Kiezkarte platzieren und so die Route der Tour selbst bestimmen. „Wo sind Sie täglich unterwegs und wie erleben Sie diese Orte? Wo halten Sie sich besonders gern auf, wo gibt es Konflikte und welche Orte können Sie anderen empfehlen?“, fragten Christiane Droste (2. v. r.) von UrbanPlus, die den Spaziergang leitete, und Thomas Knorr-Siedow (l.), Soziologe und Hochschullehrer bei den Stadtplanern an der BTU Cottbus, der sie dabei unterstützte. Der erste Erkun-spielplatz_1. kiezspaziergang_verstetigung qm reuterplatz_neuköllndungsgang durch das Quartier unter der Überschrift „Frühjahrsperspektiven – Orte für jung und alt“ war speziell an Senioren und Eltern mit Kindern gerichtet.

Als Positivbeispiel wurde zunächst die Verbindung zwischen Maybachufer und Schinkestraße präsentiert: Ein Bolzplatz für Jugendliche sowie ein Kinder- spielplatz mit künstlichen Bananenpflanzen und Storchennest verbinden beide Straßen in Höhe der Spremberger Straße neben dem roten Backsteinbau der denkmalgeschützten alten Schilderfabrik. Zudem wurden Einrichtungen mit Potenzialen für das Gebiet vorgestellt, zu denen u. a. das neue Familienzentrum lern + nachbarschaftsgarten_1. kiezspaziergang_verstetigung qm reuterplatz_neuköllnin der Hobrechtstraße 32 gehört, das Freitag offiziell eröffnet wird, ebenso aber der Lern- und Nachbarschaftsgarten Kottbusser Damm 80a und das Haus der Stadtmission in der Lenaustraße.

friedelstrasse_1. kiezspaziergang_verstetigung qm reuterplatz_neuköllnKritik gab es für die unüber- sichtliche Ver- kehrssituation an der Kreuzung Friedel-/Pflügerstraße, wo zuletzt ein Auffangbecken für den Landwehrkanal unter der Straße angelegt wurde. Sorge wurde auch wegen steigender Wohn- und Gewerbemieten zum boehmischen dorf_1. kiezspaziergang_verstetigung qm reuterplatz_neuköllnrund um den Reuterplatz geäußert. Christiane Droste fasste ihre wesentlichen Aufgaben in der Abschluss- phase des Quartiersmanagements in folgenden Fragen zusammen: „Wie können wir den neuen Bewohnern, die erst seit kurzer Zeit hier leben, den Weg in die Gemeinschaft weisen? Was müssen wir tun, damit wichtige Aufgaben weiterhin vom Kiez übernommen werden und bestehende Netzwerk-strukturen erhalten bleiben?“ Ab Juni, wies sie hin, solle eine Arbeitsgruppe Kommunikation gegründet werden, die sich am 20. Juni zum Auftakt-Workshop trifft.

Weitere Kiezspaziergänge:
> 6. Juni, 15 – 17.30 Uhr: Kiezspaziergang 2 „Interkultureller Kiezspa-ziergang“: Wo sind die Orte der Begegnung?
> 27. Juni, 15 – 17.30 Uhr: Kiezspaziergang 3 „Wem gehört der Reuter-kiez?“: Spaziergang im Kontext von 48 Stunden Neukölln
> 5. September, 15 – 17.30 Uhr: Kiezspaziergang 4 „Neu zugezogen?“: Entdecken Sie mit uns die verschiedenen Gesichter des Reuterkiezes!

Startpunkt ist jeweils am Fliegenpilz am Maybachufer/Ecke Schinkestraße. Die Veranstaltungen sind kostenfrei; Anmeldung unter info[at]urban-plus.eu (Stichwort: Kiezspaziergang) erbeten.

=Christian Kölling=

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