Letzten Sonntag Schlaraffenland in der Haupthalle, heute Vegan-Brunch auf der Landebahn des Tempelhofer Felds

nob2015_flughafen berlin-tempelhofEssen, überall Essen, für Fleischesser, Flexitarier, Vegetarier und Veganer, für Laktoseintolerante und Glutenabstinente, für Schleckermäuler und Fans des Herz- haften. Und selbstverständlich hatten auch vielerlei Getränke Platz im Schlaraf-fenland namens Next Organic Berlin, das sich am letzten Sonntag bereits zum dritten Mal dort ausgebreitet hatte, wo früher Flugreisende eincheckten.

2013 debütierte die „Fachmesse für Entscheider aus Hotellerie, Gastronomie, Catering und Natur- und Feinkosthandel“ im ehemaligen Zentralflughafen Tempelhof mit 165 Ausstellern, unter ihnen viele aus Neukölln. In diesem Jahr waren es über 180, die auf rund 4.500 Quadratmetern ihre  Food-Trends präsentierten und  innovati-

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jiro nitzsch_organisatoren next organic berlin 2015ven Leckereien an Ständen und bei Koch- Shows zur Verkostung anboten, unter ihnen nur einer aus Neukölln.  „Was morgen kommt“, so NOB-Initiator Jiro Nitsch (l.), „entscheiden wir heute. Wir inspirieren Macher aus allen Ernährungsbereichen dazu, gemeinsam neue regionale Food- und spannende Produktkon- zepte zu entwickeln.“ Im Mittelpunkt stehe dabei natürlich für die meisten die Frage, wie es zu 21 icecream_next organic berlin 2015schaffen ist, sich im Handel zu platzieren oder auf Speisen- und Getränkekarten in der Gastronomie Einzug zu halten.

Das will auch der Berliner David Marx mit den veganen Eiskreationen seines Labels 21 IceCream schaffen. Vor fünf Jahren, erzählt er, habe er beschlossen, sein Leben zu ändern. Er schmiss seinen Job als Fooddesigner hin, mit dem er „schrecklich viel Geld verdient“ hatte, beschloss fortan vegan zu leben und begann, „ein schönes Produkt zu entwickeln, auf das ich wirklich stolz sein kann“: ein Eis am Stiel, das ohne tierische terroir wein_next organic berlin 2015Zutaten und dank Hafer- oder Reismilch laktosefrei hergestellt wird. Seit das gelungen ist, so Marx grinsend, werde er verdächtig oft zu Geburtstagen von Freunden seiner Kinder eingeladen, was aber weniger mit ihm selber, sondern mit dem, was er gemeinhin mitbringe, zu tun habe.

Produkte für erwachsene Genießer hat indes Terroir Wein im Portfolio. Die Agentur für Weinpersönlichkei- ten vertritt ausschließlich Winzer, die sich der Bio- dynamie verschrieben haben, „aus der Monokultur rauskommen“ wollen und ihren Weinen „Zeit für die Spontanvergärung geben, statt den Prozess zu steuern“, umreißt Günther van boris lauser_next organic berlin 2015Ravenzwaay die Unterschiede zum konventionellen Winzern: „Wein ist kein Lebens-, sondern ein Genuss- mittel, und unsere Weine sind die Avantgarde.“

Der Begriff Avantgarde wird auch häufig mit Boris Lauser (l.) in Verbindung gebracht, der sich selber als Gourmet Raw Chef und Culinary Artist bezeichnet. Wer den 39-jährigen Rohkostkoch heute sieht, kann sich kaum vorstellen, dass er „extrem übergewichtig“ war, bevor „Go Raw, Be Alive“ zu seiner Devise wurde. „Deshalb ist Rohkost für mich auch kein Trend! Es ist eine märkisches landbrot-stand_next organic berlin 2015lebensverlängernde Ernährungsphilosophie!“, stellt der Kreuzberger bei seiner zweiten Teilnahme an der Next Organic Berlin klar.

Zu denen, die bereits zum dritten Mal bei der Fachmesse vertreten sind, gehört das Neu- frühlingsbrot_märkisches landbrot neukölln_next organic berlin 2015köllner Unternehmen Märkisches Landbrot. Man müsse es sich leisten können, dort präsent zu sein, sagt Falko Schumann von der  feinschlicht – Manufaktur für gutes Fruchten, die nur 2013 bei der NOB-Premiere dabei war. Die hohen Standgebühren seien eine Sache: „Entscheidend ist für mich als Ein-Mann-Betrieb aber, dass ich da nicht verkaufen darf, also keine Einnahmen habe.“ Und die Vorbereitung der Messe gehe zwangsläufig zu Lasten seines Ladens mit Café in der Sonnenallee. Das Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen kritisieren auch andere kleine Neuköllner Firmen, die die Next Organic Berlin nur noch aus der Fachbesucher-Perspektive erleben wollen. Das Konzept, ist von einer zu erfahren, eigne sich eher für hochpreisige Besonderheiten als für alltägliche, handwerklich hergestellte Nahrungsmittel, die regional und zu fairen Preisen verkauft werden sollen.

Nicht im Flughafengebäude, sondern auf der südlichen Landebahn geht es auch heute wieder ums Essen: Dort findet von 12 bis 16 Uhr die von Chris- tiane Macke initiierte Vegane Landung, ein veganes Mitbring-Brunch, statt.

=ensa=

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