Zum Niederknien

Bei einer Wetterprognose, die 20° C und viel Sonne verspricht, kann man schon mal – selbst mit schwerem Gepäck – auf  die Knie gehen, um Hoch Ostra zu huldigen. Es könnte natürlich auch sein, dass die in einer Neuköllner Grünanlage praktizierte Posi-

britzer garten

tion einer Vorliebe für die Makrofotografie geschuldet ist. Ein Gebet gen Mekka kann es jedenfalls nicht sein: falsche Himmelsrichtung.

Ein gutes Beispiel – in Neukölln

tag der sinti und roma_wildenbruchbruecke neuköllnGestern, nachmittags gegen 14 Uhr: Rund 80 Menschen haben sich mit bunten Tulpen auf der Wildenbruchbrücke in Neukölln ein- gefunden, um wie überall auf der Welt den Internationalen Tag der Sinti und Roma zu begehen. Einige tragen eine grüne und blaue Flagge mit rotem Chakra. Die Farben der Fahne stehen symbolisch für Himmel und Erde, während das Rad an den gemein- samen indischen Ursprung der Roma und Sinti erinnert. Die Versammelten werden gleich ihre Blumen über die Brüstung ins Wasser werfen, als Erinnerung an die Opfer, die der Porajmos Weiterlesen

Was schlüpft aus dem Riesen-Ei vom Böhmischen Platz?

riesenei böhmischer platz_neuköllnWundersame Dinge ereigneten sich am vergan- genen Samstag auf dem Böhmischen Platz. Seitdem liegt ein riesiges Ei auf dem Bambus, der schon Wäscheständer, ein Kunstwerk na- mens 777 Galgenstricke sowie Bücher-, Weih- nachts- und Maibaum gewesen ist. Jetzt, nach- dem direkt neben ihm das mysteriöse Ei aus riesenei böhmischer platz_neukoellndem Weltall auf die Erde fiel, hat er eine neue Funktion als Nest bekom- men. So stellt sich die Situation jedenfalls nichts ahnenden Passanten dar.

Die Hintergründe sind un- spektakulärer: In der ersten Woche der Osterferien führte der Schauspieler und Regisseur Artur Albrecht für die Volkshoch- schule Neukölln mit 20 Kindern und Jugendlichen aus der Nachbarschaft des Böhmischen Platzes das Projekt „Kultur macht stark: Von Weiterlesen

Weshalb die BVG ein Neuköllner Haltestellen-Paar trennte

bvg-haltestelle alfred-scholz-platz neuköllnWer sich von einem BVG-Bus zum Alfred-Scholz- Platz bringen lassen will, hat dafür nicht nur zwei Linien zur Auswahl, sondern auch zwei Haltestellen. Für alle, die mit der 104 oder 166 aus Richtung Treptow kommen, machen es die Berliner Ver- kehrsbetriebe (BVG) noch sehr leicht: Alfred-Scholz- Platz heißt die Station schräg gegenüber des Platzes. Mehr Ortskenntnisse brauchen dagegen BVG-Fahrgäste, die aus der Gegenrichtung kom- men. Für sie gibt es keine Haltestelle namens Alfred-Scholz-Platz; die nächstgelegene heißt Wer- bellinstraße.

Das war früher unkomplizierter, als der Alfred-Scholz- Platz noch Platz der Stadt Hof hieß und die Stationen beider Fahrtrich- tungen nach ihm benannt waren – finden jedenfalls die Neuköllner Grünen. Deshalb brachten sie in die letzte Bezirksverordnetenversammlung einen Weiterlesen

Seit drei Jahren ist der Mörder von Burak Bektas nicht gefasst: Initiative fordert Aufklärung!

gedenkdemo mord an burak bektas_neuköllnZum Gedenken an Burak Bektas, der am 5. April 2012 von einem bis heute unbekannten Täter erschossen wurde, fand gestern eine Kundgebung am Tatort in der Rudower Straße statt.

Burak stand vor drei Jahren kurz nach Mitternacht mit einigen Freunden schräg gegenüber vom Krankenhaus Neukölln und unterhielt sich mit ihnen. Ein Unbekannter ging gezielt auf die Gruppe der Jugendlichen zu und feuerte mehrere Schüsse auf sie ab. Der damals 22-Jährige wurde tödlich getroffen – seine Freunde Alex und Jamal erlitten schwere Verletzungen und sind bis heute traumatisiert. Es Weiterlesen

Keine Ostereier geworden: Live-Schlupf im Tierpark Neukölln

Nicht weiß oder braun, sondern bunt ist heute bei Eiern angesagt. Anders in der Tierparkschule des Tierparks Neukölln: Dort lässt sich noch heute und morgen wäh- rend der Tage der offenen Tür angucken, was aus Eiern wird, die befruchtet wurden. Wer  Geduld mitbringt, kann sogar das  Schlüpfen von  Hühnerküken in einer Brutbox

osterküken_tierpark neukölln brutschrank_tierparkschule neukölln

beobachten. Schräg gegenüber in einem der Schaukästen demonstrieren piepsen- de, rudelkuschelnde Absolventen, womit die Quälerei des Schlupfs belohnt wird. Auch auf der Ziegenweide bekommt man mit etwas Glück Nachwuchs zu sehen, der allerdings nicht aus dem Ei geschlüpft ist. Frohe Ostern!

Werden bezirkspolitische Schweinereien zur Tradition?

Dass er, wie jüngst suggeriert,  der neue Buschkowsky werden will, sagt er, habe er nie gesagt. Klar ist aber für Falko Liecke, den frisch gewählten Kreisvorsitzenden der CDU Neukölln, „dass ich der neue Bezirksbürgermeister ab 2016 werden möchte.“ Beim Fassbieranstich zur  Eröffnung der 61. Britzer Baumblüte kapitulierte schon mal der  Hammer vor seinem Elan: Der Kopf  flog vom  Stiel und über die  Bühne, das

falko liecke_thilo wollenschlaeger_britzer baumblüte2015_neukölln

Bier spritzte ins Publikum, und Rummel-Chef Wollenschlaeger wie auch Liecke dürf- ten sich an Buschkowskys O’zapfen der Neuköllner Maientage 2014 erinnert haben. Die diesjährigen eröffnet Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey am 29. April. Ob sie mit Frauenpower die Serie der bezirkspolitischen Schweinereien fortsetzt?

Neue Bestandsaufnahme des Zusammenlebens in Nord-Neukölln veröffentlicht

heinemann_liecke_yidririm_madonna neuköllnProblem- oder Trendbezirk? Über Neukölln wird in lokalen und bundesweiten Medien viel geschrieben, aber oft werden nur Klischees bedient. Eine fundierte sozialwissenschaft- liche Studie, die die Stimmung der Nord-Neuköllner Einwohnerschaft zusam- menfasst, legte dagegen nun die Camino Werkstatt gGmbH mit der Bestandsauf- nahme „Zusammenleben in Nord-Neukölln“ vor. Ihr Autor Dr. Albrecht Lüter sowie Camino-Geschäftsführerin Dorte Schaffranke stellten die Untersuchung am vergan- genen Mittwoch gemeinsam mit Bezirksstadtrat Falko Liecke (M.), zuständig für die Ressorts Jugend und Gesundheit, und Mitarbeiterinnen des  Weiterlesen

Marktlücke mit dem Handmade Bazar Neukölln gefüllt

fincan neuköllnAnastasia Janzen weiß, wie es ist, ein produktives Hobby zu haben: Zuerst sind die Grenzen des Eigenbedarfs überschritten, später alle Verwand- ten, der Freundeskreis und Kollegen mit gefilzten Handytaschen, selbstgehäkelten Deckchen, Tür- schildern aus Fimo-Masse, klimpernden Mobiles oder – wie in ihrem Fall – originellen Schmuckkrea-tionen beschenkt. Und dann? Wer den Spaß am Hobby nicht verliert, braucht immer mehr Platz für das Horten der handgemachten Schätze. Oder versucht sie zu verkaufen. Einschlägige Märkte gibt es schließlich genug in Berlin.

„Das Problem bei denen sind aber die Kosten“, meint Anastasia Janzen. Bei gut eingeführten Märkten seien Quadratmeter-Stand-preise von 80 Euro nicht ungewöhnlich. Normal ist auch, dass dort Hobby-Kreative mit etablierten, gewerblichen Kunsthandwerkern konkurrieren Weiterlesen

Das Ende vom Ende

Sie dachten, sie seien durch den breitschultrigen Bodyguard gut abgeschirmt. „Du, Frau Dokter, ich hab mir was überlegt“, eröffnete Heinz Buschkowsky am Tag, den er als letzten seiner Ära als Neuköllner Bezirksbürgermeister proklamiert hatte, das Ge- spräch mit Dr. Franziska Giffey, seiner designierten Nachfolgerin. „Das mit dem Rück-

heinz buschkowsky_franziska giffey

tritt …“, presste er hervor. Ständig der Ex zu sein, sei so nervig wie die Parkplatz- sucherei, weil Liecke ja nun den Komfort eines Dienstwagens mit Chauffeur genieße. Kurzum: Er wolle vom Rücktritt zurücktreten. „Das kannste aber so was von verges- sen, Heinz!“, erwiderte Giffey, um Contenance und ein mildes Lächeln bemüht.