Weshalb die BVG ein Neuköllner Haltestellen-Paar trennte

bvg-haltestelle alfred-scholz-platz neuköllnWer sich von einem BVG-Bus zum Alfred-Scholz- Platz bringen lassen will, hat dafür nicht nur zwei Linien zur Auswahl, sondern auch zwei Haltestellen. Für alle, die mit der 104 oder 166 aus Richtung Treptow kommen, machen es die Berliner Ver- kehrsbetriebe (BVG) noch sehr leicht: Alfred-Scholz- Platz heißt die Station schräg gegenüber des Platzes. Mehr Ortskenntnisse brauchen dagegen BVG-Fahrgäste, die aus der Gegenrichtung kom- men. Für sie gibt es keine Haltestelle namens Alfred-Scholz-Platz; die nächstgelegene heißt Wer- bellinstraße.

Das war früher unkomplizierter, als der Alfred-Scholz- Platz noch Platz der Stadt Hof hieß und die Stationen beider Fahrtrich- tungen nach ihm benannt waren – finden jedenfalls die Neuköllner Grünen. Deshalb brachten sie in die letzte Bezirksverordnetenversammlung einen Antrag ein, der beim Bezirksamt den Beschluss erwirken wollte, „sich bei der BVG dafür einzusetzen, dass die Bushaltestelle Werbellinstraße (Buslinien 104 und 166 in Richtung Treptow) in Alfred-Scholz-Platz umbenannt wird“. Mit der Angleichung der Haltestellennamen unweihnachtlicher alfred-scholz-platz_neuköllnwürde man Fahrgästen die Orientierung er- leichtern, begründete die Grünen-Fraktion ihren Antrag, der allerdings nicht beschlossen oder abgelehnt, sondern an den Ausschuss für Verkehr und Tiefbau überwiesen wurde. Von dort könnte er als Beschlussempfehlung wieder auf die BVV-Tagesordnung gelangen.

Die Aussichten, die Berliner Verkehrsbetriebe zur Umbenennung der umbenannten Haltestelle bewegen zu können, muten jedoch wenig rosig an. Auf Anfrage des FACETTEN-Magazins, weshalb nur eine der beiden Bushaltestellen im Zuge der Platz-Umtaufe dessen neuen Namen bekam, teilte BVG-Pressesprecher Markus Falkner mit, dass es „auch ohne die Umbenennung des Platzes sinnvoll gewesen wäre, die beiden Haltestellen namentlich zu tren- bvg-haltestelle werbellinstrasse neukoellnnen“. Sie lägen über 100 Meter auseinander, und es bestehe weder ein räumlicher Zusammenhang noch eine Sichtbeziehung. „Fahrgäste, die an der Haltestelle in der falschen Richtung ihren Bus suchten, hatten kaum eine Chance die richtige Haltestelle der Gegenrichtung zu finden“, so Falkner weiter. Erschwerend komme hinzu, dass aus technischen Gründen für Haltestellenpaare im Fahrplan-Auskunftssystem nur eine Koordinate hinterlegt ist, die dann etwa in der Mitte zwischen beiden Haltestellen liege, weist er auf eine auf eine weitere Problematik aus Unternehmenssicht hin. Würden die betreffenden Haltestellen zum Paar, läge diese Koordinate, die z. B. für das EDV-gestützte Fußwegerouting relevant ist,  etwa am östlichen Ende der Rollbergstraße, was zum Auffinden der gesuchten Haltestelle nicht sinnvoll sei. „Bei der aktuellen Lage der Haltestellen schließen wir deshalb derzeit eine gemeinsame Namensgebung aus“, greift Markus Falkner einer Ausschussentscheidung vor.

=ensa=

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