Seit drei Jahren ist der Mörder von Burak Bektas nicht gefasst: Initiative fordert Aufklärung!

gedenkdemo mord an burak bektas_neuköllnZum Gedenken an Burak Bektas, der am 5. April 2012 von einem bis heute unbekannten Täter erschossen wurde, fand gestern eine Kundgebung am Tatort in der Rudower Straße statt.

Burak stand vor drei Jahren kurz nach Mitternacht mit einigen Freunden schräg gegenüber vom Krankenhaus Neukölln und unterhielt sich mit ihnen. Ein Unbekannter ging gezielt auf die Gruppe der Jugendlichen zu und feuerte mehrere Schüsse auf sie ab. Der damals 22-Jährige wurde tödlich getroffen – seine Freunde Alex und Jamal erlitten schwere Verletzungen und sind bis heute traumatisiert. Es gab keinen gedenkdemo mord an burak bektas_neukoellnStreit zwischen Opfern und Täter, alles ge- schah wortlos.

Die im Oktober 2012 gegründete Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak B. , der Türkische Bund Berlin (TBB) und andere fordern deshalb von der Polizei gezielte Ermittlungen bezüglich eines rassistischen Hintergrunds. Ayşe Demir, Vorstandsspre- cherin des TBB, kritisierte in einer auf der Kundgebung verlesenen Erklärung: „Es ist nicht hinnehmbar, dass die Anwälte keine vollständige Akteneinsicht erhalten und nur in der Umgebung des Tatorts in Neukölln ermittelt wird.“ Wenige Monate nach dem Bekanntwerden des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) seien die Parallelen nach Ansicht der Veranstalter mehr als gedenkdemo mord an burak bektas_berlin-neuköllnoffensichtlich. Der unaufgeklärte Mord führe zu einer breiten Verunsicherung, vor allem unter migrantischen Jugendlichen, unabhängig davon, ob der Mörder ein rassistisch motivierter Neonazi oder ein „verrückter Einzeltäter“ war, der die Polizei weiterhin „in alle Richtungen“ ermitteln lasse. Denn der Täter laufe noch frei herum.

Auf der Kundgebung, an der über 100 Personen teilnahmen, sprachen auch Buraks Vater und ein Angehöriger der Familie Arslan aus gedenkdemo mord an burak bektas_berlin-neukoellnMölln, die 1992 Opfer eines von zwei Neonazis verübten Brandanschlages wurde.

Am 17. April lädt die Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak B. um 18 Uhr im Jockel Biergarten (Ratiborstr. 14c, Berlin-Kreuzberg) zu einem Forum „Gegen das Schweigen – Nach dem Mord an Burak und Konsequenzen aus dem NSU“ ein.

=Christian Kölling=

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