Marktlücke mit dem Handmade Bazar Neukölln gefüllt

fincan neuköllnAnastasia Janzen weiß, wie es ist, ein produktives Hobby zu haben: Zuerst sind die Grenzen des Eigenbedarfs überschritten, später alle Verwand- ten, der Freundeskreis und Kollegen mit gefilzten Handytaschen, selbstgehäkelten Deckchen, Tür- schildern aus Fimo-Masse, klimpernden Mobiles oder – wie in ihrem Fall – originellen Schmuckkrea-tionen beschenkt. Und dann? Wer den Spaß am Hobby nicht verliert, braucht immer mehr Platz für das Horten der handgemachten Schätze. Oder versucht sie zu verkaufen. Einschlägige Märkte gibt es schließlich genug in Berlin.

„Das Problem bei denen sind aber die Kosten“, meint Anastasia Janzen. Bei gut eingeführten Märkten seien Quadratmeter-Stand-preise von 80 Euro nicht ungewöhnlich. Normal ist auch, dass dort Hobby-Kreative mit etablierten, gewerblichen Kunsthandwerkern konkurrieren müssen. Dass sie 3_handmade bazar neukölln_fincan berlin-neuköllndabei den Kürzeren ziehen und letztlich die gesammelten Erfahrungen teuer bezahlen, ist ebenfalls keine Seltenheit. „Da gibt es eine Marktlücke im Kreativbereich“, stellte die Schmuck- designerin fest – und hob am vergangenen Wochenende den  Handmade Bazar Neukölln 2_handmade bazar neukölln_fincan berlin-neuköllnaus der Taufe.

Da Anastasia Janzen zum Team des Fincan gehört, stellte sich die Frage, wo die Veranstaltung stattfinden könnte, gar nicht erst. Komplizierter war die Auswahl derer, die sich bei der Premiere präsentieren sollten: Einerseits galt es, verschiedene Facetten kreativer Hobbys zu zeigen, andererseits erwartete die Veranstal- terin Qualität und eine gewisse Verbindlichkeit. „Wenn man weder im Voraus noch nachher eine Standgebühr kassiert, ist ja immer das Risiko, dass Leute nicht kommen, die sich angemeldet haben“, war sie sich bewusst und bot die Möglichkeit zur Teilnahme zunächst nur Kreativen aus ihrem Umfeld an. Mit dem Erfolg, dass 1_handmade bazar neukölln_fincan berlin-neuköllnsieben der acht verfügbaren Tische tatsächlich be- lagert wurden und nur eine Angemeldete wegen der Erkrankung ihres Kindes kurzfristig absagen musste. Dass bei der Premiere nur Frauen die Resultate ihrer Hobbys zeigten, habe sich so ergeben. „Ich würde es 4_handmade bazar neukölln_fincan berlin-neuköllngut finden, wenn sich für den nächsten Handmade Bazar auch Männer anmelden würden“, sagt Anastasia Janzen.

Sie selber bot selbstverständlich ihre CrowArt-Schmuck-Unikate an; andere Hobby-Künstlerinnen präsentierten 5_handmade bazar neukölln_fincan berlin-neuköllnWandbilder, handgenähte Puppen, Upcycling-Wohn- accessoires, Kunstpost- karten, dekorative Stoff- blumen und Bio-Seifen in verschiedensten Formen und Duftrichtungen. „Alles, was es hier gibt, ist mit 6_handmade bazar neukölln_fincan berlin-neuköllnLiebe, Zeit und Seele hergestellt“, formuliert Anastasia Janzen den gemeinsamen Nenner. Wohlwissend, dass sich der Wert von Handgemach- tem nicht jedem erschließt.

Deshalb habe sie auch im Vorfeld allen Teilneh- merinnen geraten, nicht zu große finanzielle Erwar- tungen zu hegen und den Handmade Bazar Neukölln als Chance für die Kom- munikation untereinander sowie das Lernen voneinander  zu nutzen. Das wiederum passt ebenfalls zur Ausrichtung des Fincan, das sich im Körnerkiez angesiedelt hat, um „Kultur zu erhalten und ihr Raum zu geben“. Ob der Handmade Bazar im angestrebten Halbjahres-Turnus dort stattfinden wird, hänge, so Anastasia Janzen, von der Resonanz ab. Um die seitens Kreativer wird sie sich keine Sorgen machen müssen. Dass auch das Publikum – zwar nicht in Scharen, aber doch kontinuierlich – durch den kleinen Indoor-Markt schlenderte, dürfte sie optimistisch stimmen.

=ensa=

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