Einst aus Trümmern gebaut, jetzt auf dem neuesten Stand

schlüsselübergabe_kjz lessinghöhe neuköllnGut zwei Jahre lang ging es in Neuköllns ältester Freizeiteinrichtung für Kinder und Jugendliche drunter und drüber. Nach dem offiziellen Auftakt am 15. März 2013 wurde das Kinder- und Jugend- zentrum Lessinghöhe, das in den 1950er Jahren aus Trümmern des 2. Weltkriegs entstand, bei laufendem Betrieb grundsaniert. Das Haus des- halb zu schließen, sagte Einrichtungsleiter Jürgen Schmeichler (3. v. r.) schon damals, sei nie eine Option gewesen. Lieber wollten er und seine Mit- arbeiter die Strapazen in Kauf nehmen und die Kids und Teens die Umgestaltung miterleben lassen, statt sie auszusperren.

Gestern nun wurde das Bauprojekt im Beisein von Neuköllns Jugendstadtrat Falko Liecke (r.), Staatssekretär Engelbert Lütke Daldrup (2. v. r.) und Bezirksbaustadtrat Thomas Blesing (3. v. l.) auch offiziell für beendet erklärt. „Meine Ankündigung, dass umbauphase_kjz lessinghöhe neuköllnalles im November 2014 fertig sein wird, war doch etwas zu optimistisch“, musste Jürgen Schmeichler selbstkritisch einräumen. Zwar sei man mit den reinen Baumaßnahmen durchaus pünktlich gewesen, aber das anschließende Einrichten und Gestalten der neuen Räume habe doch mehr Zeit als geplant in Anspruch genommen.

Überraschungen gab es allerdings auch schon vorher reichlich, wie Architektin Gabriele Fink (r. neben Baustadtrat Blesing) verriet: „Der Statiker hatte immer wieder zu tun.“ Abrisswände, die als nicht tragend galten, wurden dann doch als tragend eingestuft, so dass mitten im Bauprozess Stützen eingebaut werden mussten. gabriele fink_thomas blesing_kjz lessinghöhe neukölln Eine Herausforderung bei der Vision, mehr Tages- licht in die Räume zu lassen, sei außerdem die Hanglage des Gebäudes am Mittelweg gewesen. Fenster des Kellergeschosses führen auf der einen Seite ins Grüne und auf der anderen endet der Ausblick an Mauer- steinen. Zudem musste die gesamte Tech- nik des Hauses, d. h. Elektro- und Medienkabel sowie die Heizung, auf den neuesten Stand gebracht werden. „Im Keller“, schilderte die Architektin, „wurden außerdem Sa-

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nitäranlagen mit Duschen eingebaut und die daneben liegenden Tanz- und Fitness- Räume haben ein eigenes Lüftungssystem bekommen.“ Entstanden ist ein Gebäu- detrakt, der nicht nur in Sachen Funktionalität und Design die Bedürfnisse von Mitarbeitern, Jugendlichen und Kindern berücksichtigt, sondern auch alle in die Planung einbezog. Die Farbgebung, wies Fink hin, sei komplett von ihnen entschie- den worden.

Mit einer besonderen Finesse wartet nun auch die Fassade des grundsanierten Hauses (l.) auf: Sie ist  einerseits nach neuesten Energiestandards wärmegedämmt,

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andererseits aber zusätzlich mit einem „ballwurfsicheren Putz“ und Aufhängungen außenansicht_kjz lessinghöhe neuköllnfür Tafeln versehen, die von den Kindern und Jugendlichen gestaltet werden kön- nen.

Rund 1,2 Millionen Euro flossen aus dem Soziale Stadt-Budget des Quartiersma- nagements Rollberg in den Umbau des Kinder- und Jugendzentrums Lessing- höhe, das mit den neuen Räumen auch neue Perspektiven bekommen habe, wie Quartiersmanagerin Firdaous Fatfouta- Hanka betonte. Für Jürgen Schmeichler und sein Team sowie die täglich ins Haus strömenden Besucher bedeutet das zunächst, dass die Zeit vorbei ist, in der ständig Bauarbeitern Platz gemacht, vom einen in den anderen Raum umgezogen musste und dauernd Mobiliar, Spielgeräte und anderes Equipment von einer Staubschicht zu befreien war. „Das war wirklich kein Spaß“, sagt er. Umso mehr Spaß haben nun alle an den neuen Möglichkeiten, die Neuköllns älteste Kinder- und Jugend-Freizeitein- richtung bietet.

=ensa=

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