Künstlerin und Forscherin: Milena Aguilar malt Orte, an denen sich Natur und Stadt berühren

milena aguilar-ausstellung_museum neuköllnEin weißblühendes Kamillefeld mit einem geschwungenen Abschnitt der Bundesstraße B96 im Hintergrund, roter Klatschmohn vor der Baustelle des Flughafens BER, die Skyline der Gro- piusstadt vom Süden aus gesehen mit einem Feld im Vordergrund: Das sind Motive einiger Gemälde der in Neukölln lebenden Malerin Milena Aguilar. Ver- gangenen Freitag wurde die Ausstellung „Brücke über stillem Wasser“ mit rund zwei Dutzend Bildern der Künstlerin im udo gößwald_museum neuköllnMuseum Neukölln eröffnet.

Museumsleiter Udo Gößwald lobte den „Humboldt- schen Entdeckungsgeist“ von Milena Aguilar, die bei trockenem Wetter mit ihrem Auto an die Ränder Berlins fährt, um Orte zu suchen, an denen Natur und Stadt sich berühren. Hat sie einen geeigneten Ort gefunden, kehrt sie bis zu zwei Wochen lang täglich an dieselbe Stelle zurück, um ihre Malutensilien im Freien auszupacken und ihr Bild akribisch genau wie eine Forscherin festzuhalten. So entstehen, urteilte thomas kapielski_museum neuköllnGößwald (l.), „Bilder, die die innigsten Gefühle an- sprechen und die an die grenzenlose Freiheit erinnern, die aus dem Paradies unserer Kindheit emporleuch- ten.“

Viel Anerkennung spendete auch Gastredner Thomas Kapielski (r.), der besonders auf das technische Können der Künstlerin und den Detailreichtum ihrer Werke hinwies. Voreiligen Deutungen entzögen sich die Arbeiten ebenso wie den Kategorien Impressionismus oder Neo-Impressionismus, sagte Kapielski: „Man sollte sich der Interpretation der Werke tunlichst enthalten. Ihre franziska giffey_milena aguilar_museum neuköllnStärke ist vielmehr, dass sie einfach nur da sind.“

Gelegentlich findet Milena Aguilar (r., neben Kulturstadträtin Dr. Franziska Giffey) ihre Motive nicht nur am Berliner Stadtrand, sondern am Gleisdreieck oder am S-Bahn- Ring. So zeigt das Bild „Alba und Estrel“ Schrottplatz und Hotel am Neuköllner Schiff- fahrtskanal, deren Silhouetten sich im bräun- lich-graugrünen Wasser spiegeln.

Die Ausstellung „Brücke über stillem Wasser“ wird noch bis zum 12. April im Museum Neukölln (Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 18 Uhr) gezeigt und von einem kleinen Rahmenprogramm begleitet. Bei der ersten von insgesamt vier Veranstaltungen spricht Milena Aguilar am 15. Februar um 11.30 Uhr mit dem Galeristen Michael Behn über das Thema „Malen in der Neuköllner Peripherie“ (Eintritt: 5/erm. 3,50 Euro; Anmeldung erbeten: Tel. 627 277 716)

=Christian Kölling=

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