Leerstand verkleinert, Bildungsangebot vergrößert: VHS Neukölln mit neuem Standort im HermannQuartier

brasstastix_eröffnung vhs hermannquartier_neuköllnDass es im HermannQuartier etwas Neues gibt, ist auf den ersten Blick nicht zu sehen. Wiewohl für alle, die eher selten im Ein- kaufszentrum am U- und S-Bahnknoten Her- mannstraße sind, neu sein könnte, dass vhs-eingang hermannquartier_neuköllnnach dem Auszug der Mieter zwei große Ge- werbeflächen im Erd- und Tiefgeschoss leer stehen. Einen Grund zum Feiern gab es vorgestern trotzdem: Mit Musik von den Brasstastix, einem von Rob Gutowski (r.) geleiteten Posaunenensemble der Musik- schule Neukölln, Luftballons und Reden von Neuköllns Be- zirksbürgermeister, der Bildungsstadträtin sowie Volkshoch- schuldirektor Bernd R. Müller wurde im HermannQuartier der jüngste VHS-Standort eingeweiht. Zu erreichen ist er über einen Nebeneingang. Treppe und Aufzug führen eingang vhs_hermannquartier neuköllnhinauf in die 1. Etage, ein Laubengang zu der 300 Quadratmeter großen Lehrstätte.

Von Räumen, „die nicht wirklich der große Renner in der Vermietung waren“, spricht Heinz Buschkowsky. Für rund 150.000 Euro wurden sie zu fünf modernen, hellen und behindertengerechten Unterrichtsräumen bernd müller_unterrichtsraum vhs hermannquartier_neuköllnumgebaut, die – ob des separaten Eingangs – auch außerhalb der Öffnungszeiten des HermannQuartiers genutzt werden können. Das Modell „VHS im Einkaufszentrum“, das öffentliche Angebote zu den Menschen bringe, habe man bereits erfolgreich im Neuköllner Tor erprobt, sagt Buschkowsky: „Deshalb machen wir es hier wieder.“ Positiv werde sich der Erwachsenenbildungs-Standort auch auf die Besucherstatistik des Ende 2008 von Trigon Invest eröffneten Objekts auswirken: „Etwa 50.000 bis 60.000 Leute“, kündigt er an, „bringt die VHS pro Jahr bernd müller_vhs neuköllnzusätzlich ins Haus.“

Über 120 Kurse haben potenzielle Volkshochschüler hier bereits im laufenden ersten Semester des Jahres zur Auswahl. „Eine bunte Mischung an Kursen war uns wichtig“, sagt Bernd R. Müller, der Direktor der Volkshochschule Neukölln. Das Angebot reiche von Unterrichtseinheiten, in denen das Schreiben und Gestalten von Kinderbüchern erlernt werden kann, über bewegungsraum vhs hermannquartier_neuköllnGesundheitspro- gramme, für die ein Bewegungsraum zur Verfügung steht, bis hin zu Projektmanage- ment- und Finanzbuchführung-Lektionen, Philosophie, Rhetorik, diversen Fremdsprachen, Deutsch als Zweitsprache sowie Integrationskursen. Mit der Einrichtung des neuen VHS-Standorts, der Basis für das Etablieren eines Bildungstreffpunkts sei, lobt Müller, hätten Buschkowsky und das Neuköllner Bezirksamt erneut bewiesen, dass buschkowsky_giffey_eröffnung vhs hermannquartier_neuköllndas Engagement für die Förderung von Bildung „nicht nur ein Lippenbekenntnis“ ist.

„Es müsste wirklich für jeden und jede etwas dabei sein“, vermutet Dr. Franziska Giffey. Faktoren für den Erfolg seien jedoch neben der attraktiven Programm- vielfalt auch die für 10 Jahre angemieteten Räum- lichkeiten, die mit ihrem modernen Farbkonzept eine schöne Lernatmosphäre böten. Noch in diesem Jahr werde die Expansion der Neuköllner Volkshochschule fortgesetzt, avisiert die Bildungsstadträtin: In der Karlsgartenstraße soll ein weiterer Standort für Er- wachsenenbildung im Bezirk eingerichtet werden.

„Die neuen Räume im HermannQuartier sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln, Fahrrad oder Auto gut erreichbar“, wirbt die VHS. Ersteres ist unbestritten; für Autofahrer herrschen gar paradiesische Zustände, da das für Park&Rail konzipierte Parkplatzangebot die Nachfrage bei weitem übersteigt. Genau umgekehrt ist indes fahrradparkplätze-engpass_hermannquartier neuköllndie Situation bei den Fahrradabstell- plätzen: Schon jetzt darf von Glück reden, wer einen vor dem Gebäude ergattert. „Die Anzahl der Fahrradbügel entspricht der Vorgabe des Bauamts“, teilt Peter Brandt vom Trigon Invest-Projektsteuerer Intertec mit. Für die Centerkunden seien sie vermutlich auch ausreichend, meint er und schätzt, dass sich Engpässe durch Falschparker unter den BVG- und S-Bahn-Nutzern ergäben. Welche Zustände dort künftig herrschen, wenn Buschkowskys Prognose hinsichtlich der zusätzlichen HermannQuartier-Besucher stimmt und nur jede fünfte davon per Drahtesel kommen sollte, kann sich jeder ausmalen.

=ensa=

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