Traditionsverein mit Nachwuchssorgen

bürgerverein berlin-britz_neuköllnAm vergangenen Sonntag hatte der Bürgerverein Berlin-Britz e. V., der 2009 die Räume einer ehemaligen Kita in der Teterower Straße bezog, wieder zu seinem traditionellen Neujahrsempfang vereinshaus_bürgerverein berlin-britzeingeladen.

Neben den etwa 40 Besuchern waren auch zahlreiche poli- tische Neuköllner Mandatsträger als Ehrengäste der Einladung des Bürgervereins ge- folgt: Die Bundestagsabgeordneten für Neukölln, Christina Schwarzer (CDU) und Fritz Felgentreu (SPD), sowie Joschka Langenbrinck, der für die SPD im Berliner Abgeordnetenhaus sitzt, trugen ebenso wie Neuköllns Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (Bündnis 90/Die jürgen rose_bürgerverein berlin-britzGrünen) mit Grußworten oder kurzen Ansprachen zur Veranstaltung bei.

Jürgen Rose (l.), der Vereinsvorsitzende, wies wie- derum in seiner Rede nicht nur auf vergangene und bevorstehende Aktivitäten des Bürgervereins hin. Anlässlich der Ereignisse in Paris hob er auch dessen Toleranz und Bestreben für ein friedliches Miteinander der Kulturen in Britz hervor. Er wünsche sich, äußerte Rose, dass in Zukunft auch jüngere Mitglieder für den Bürgerverein Britz gewonnen werden können. Dieser Wunsch ist verständlich, denn in einem Interview vor der Veranstaltung teilte er mir mit, dass es unter den rund 70 Frauen und Männern, die dem Verein ange- hören, „nur wenige Vertreter aus der mittleren Generation der 40- bis 50-Jährigen“ gibt. „Aktiv im weitesten Sinne“, überschlug der Vereinsvorsitzende, „sind circa 20 Mitglieder, von denen sich jedoch nur eine Handvoll in verstärkten Maße broschüren_bürgerverein berlin-britzengagiert.“ So fehle zum Beispiel schon lange ein Archivar: Eine Tätigkeit, die er nun kommissarisch mit übernehme.

Der Bürgerverein Berlin-Britz e. V. wurde am 1. No- vember 1890 von 22 Männern in einer Lokalität in der damaligen Rudower Straße (seit 1947: Buschkrug- allee) als heimatkundliche Vereinigung gegründet. Er feiert also in diesem Jahr sein 125-jähriges Beste- hen. Dass nicht allein ein geschichtliches Interesse für den Eintritt in den Verein im Vordergrund stehen muss, ließ mich Kassenwartin Hannelore Knippel wissen: Sie trat vor über 30 Jahren in den Bürger- verein ein, um mehr soziale Kontakte zu knüpfen.

=Reinhold Steinle=

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