Kunstwerke aus schwimmenden, bunten Tropfen

mümüne güccük_mg ebru-kunstgalerie neuköllnEine ruhige Hand darf gerne mitgebracht werden. „Wer keine hat, bekommt sie aber auch hier“, versichert Mümüne Güccük, die ihren Vornamen nur noch selten hört, weil sie von allen Mine genannt wird. Die Beschäftigung mit der Ebru- Kunst, dem Malen auf Wasser, sei bestens zum Runterkommen geeignet und ein wirksames Mittel zum Stressabbau: „Ich habe selber damit angefangen, weil ich einen Ausgleich zu meinem strapaziösen Job gesucht hab.“ Das war vor gewerbehof hermares neuköllnfünf Jahren. Heute ist Mine Güccük Ebru-Künstle- rin, -Lehrerin und Inha- berin der MG Kunst- galerie, die im letzten Frühjahr in einem Neuköllner Ge- werbehof nahe dem Tempelhofer Feld eröffnete, um Ebru-Malerei auszustellen und zudem Interessierte in Workshops in die entstehung ebru-bild_mg kunstgalerie neuköllnTechniken der traditionsreichen Kunst einzuführen.

Eine Metallwanne mit Wasser spielt bei ihr die Hauptrolle. Es ist Trinkwasser, dem Tragantgummi oder pulverisierte Meeresalgen zugesetzt werden, um hintergrund-klecksen_mg kunstgalerie neuköllnder Flüssigkeit die not- wendige Viskosität zu geben. Ohne diesen che- mischen Prozess könnte man nicht mit den Farben arbeiten, die anschlie- ßend auf die Wasser- oberfläche getropft werden, erklärt Mine Güccük: „Begonnen wird dabei immer mit dem Hintergrund des späteren Bildes.“ Während sich in dieser Phase auch noch Grobmotoriker produktiv einbringen kön- nen, stoßen sie danach schnell an ihre Grenzen: Mit feinen Pinseln gilt es nun einzelne Farbkleckse auf dem Wasser zu platzieren, in deren Mitte eine weitere Farbe zu setzen und mit filigranen Stäben Motive zu ziehen. Blütenkelche, Blätter, Herzen und Sterne ent- stehen. „Wir basteln zuhause viel“, begründet eine Frau, die mit ihren beiden Töchtern zum Tag der offenen Tür in die Galerie gekommen ist, ihre fein- mümüne güccük_mg kunstgalerie neuköllnfühligen, zitterfreien Bewe- gungen.

Doch an diesen Fertigkeiten liegt es nicht allein, dass Farben machen, was sie will. „Zur Ebru-Kunst gehört außer der Malerei auch das Ansetzen des Wassers und die Herstellung der Farben“, verrät Mine Güccük. Der ebru-farben_mg kunstgalerie neuköllnTradition folgend, verwen- det sie nicht nur Ross- haarpinsel mit Stielen aus Rosenhölzern, sondern auch ausschließlich mit Pigmenten angereicherte, handgemörserte Erdfarben: „Dass sie auf der Was- seroberfläche bleiben und sich nicht unkontrolliert miteinander vermischen, erzielt man durch die Zugabe einiger Tropfen Ochsengalle.“ Das Angebot, einmal an dem ebru-bilder_tag der offenen tür_mg kunstgalerie neuköllnFläschchen mit der braunen Flüssigkeit zu schnuppern, wird dankend abgelehnt.

Mit der Eröffnung ihrer Galerie hat sich Mine Güccük einen Traum erfüllt, denn es ist für sie eine Herzenssache, die Faszination der Ebru- Kunst weiterzugeben. „Natürlich“, sagt sie, „hätte ich lieber einen Laden mit Schaufenster,

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ebru-bilder_mg kunstgalerie neuköllnaber den hab ich nicht zu einem bezahlbaren Preis gefunden. Der Raum hier im Hermares-Gewerbehof hat aber auch seine Vorteile.“ Die Johann-Georg-Elser-Schule, eine Neuköllner Privatschule, ist gleich nebenan, zudem gibt es mehrere Kitas in der Nachbarschaft. „Ebru-Workshops für Kinder anzubieten, ist einer meiner Pläne für das neue Jahr“, sagt Mine Güccük, die weiterhin hauptberuflich in der Verwaltung der Neuköllner Stadtteilmütter tätig ist. Schließlich tue der Effekt, aus kreativem Schaffen eine beruhigende Wirkung zu ziehen, nicht nur Erwachsenen gut.

Freitags bietet Mine Güccük von 16 bis 19 Uhr einen Ebru-Workshop in ihrer MG Kunstgalerie im Hermares-Gewerbehof an: Die Teilnahmegebühr für drei Termine beträgt 60 Euro (inkl. Materialkosten); ein Workshop an Sonn- abenden ist in Planung. Weitere Infos telefonisch (0177 – 463 36 35) oder per E-Mail an mg.kunstgalerie[at]yahoo.de

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