Frischzellenkur für ein Neuköllner Denkmal

friedensturm von 1982_albert-schweitzer-schule neuköllnSchon mal was vom Friedensturm gehört? Nein? Nicht schlimm, so geht es bestimmt den meisten der über 312.000 Neuköllner. Und vermutlich würde auch das Gros der 55 Bezirksverordneten bei der Frage passen müssen, wo in Neukölln das 1982/83 von Schülern gestaltete Kunstwerk steht, wenn keine Suchmaschinen für das Finden der Antwort bemüht werden dürften. Um sie gleich vorweg zu nehmen: Es ist der direkt vorm Albert-Schweitzer-Gymnasium gelege- ne Albert-Schweitzer-Platz, auf dem man fün- dig wird.

Schon seit einigen Jahren nehmen sich verschiedene Arbeitsgruppen der Schule gemeinsam mit Bezirk, Quartiersmanagement, Architekten, Künstlern, Stadtplanern und Anwohnern des Platzes an, um dessen Nutzungsmöglichkeiten zu verbessern. PIICE 2030 Aufkleber_NeuköllnMit dem Projekt PIICE? legten sie seit September letzten Jahres im Rahmen der Senats-Initiative Stadt- forum 2030 den Fokus auf den Friedensturm und unterstrichen damit ihre Forderung nach mehr Par- tizipation junger Menschen bei Stadtentwicklungs- prozessen in Neukölln. Zugleich, so die Künstler Eva Hertzsch und Adam Page, die das Projekt leiteten, „setzen sie mit der Arbeit an dem zentralen, histo- rischen Denkmal eine Tradition der Bürgerbeteiligung Grafik_Gluecksspielsucht_PIICE2030_Neuköllnund Kunst im öffent- lichen Raum auf dem Albert-Schweitzer-Platz fort.“

Etwa 30 Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren beteiligten sich an der wöchentlichen Schul-AG und diskutierten untereinander wie auch mit verschie- densten Gesprächspartnern aus Kultur, Politik und von lokalen Initiativen die Frage PIICE 2030_Neukoelln„Was – außer Gebäuden, Architektur und Straßen – beeinflusst das Aussehen von Berlin?“ in all ihren Facetten. „Im Vordergrund der Gespräche standen Themen wie Arbeit, Familie, Flucht, Gender, Religion, PIICE 2030_NeuköllnSpielsucht und Zu- wanderung“, berichten die Projektleiter. „Daraus entwickelten die Schülerin- nen und Schüler Grafiken und Schablonen, die ihre Kritik an und Vision für die Stadtgestaltung von Berlin ausdrücken.“

Seit zwei Wochen ist nun der zweite Teil ihrer Arbeiten für das Projekt PIICE? am Friedensturm zu sehen und ersetzt die verblassten und vernachlässigten Bildta- feln, die vor über 30 Jahren von Jugendlichen für die Säule an der Albert-Schweitzer-Schule gemalt wurden.

=ensa=

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