Das große Warten auf die Barrierefreiheit

Seit 11 Wochen ist der U-Bahnhof Leinestraße wieder an das Streckennetz der U8 angeschlossen und geöffnet. In einigen Wochen könnte er sogar endlich barrierefrei sein. Der Bau des Aufzugs schreite jedenfalls zügig voran, sagt BVG-Presse- sprecherin  Petra  Reetz: „Wahrscheinlich  wird er schon  Anfang  Dezember  fertigge-

aufzug-bau_u8 leinestraße neukölln

stellt.“ Ob er dann gleich in Betrieb genommen werden kann, ist allerdings auch für die BVG fraglich. Denn noch gibt es keinen ampelgesicherten Weiterlesen

Aus aller Welt gekommen, als Deutsche gegangen: Etwa 1.000 Menschen werden jährlich in Neukölln eingebürgert

deutschland-fahne_bezirkswappen_rathaus neukölln„In meinem Alltag ändert sich bestimmt nichts. Ich werde ja durch den deutschen Pass kein anderer Mensch“, ist sie überzeugt, als sie den BVV-Saal des Neuköllner Rathauses betritt. In ihrer Hand: die italienische Carta d’Identita, ein DIN A4-Bogen mit den Noten und dem Text der deutschen Nationalhymne sowie der Pro- grammzettel für den  „Festakt anlässlich der Übergabe von Einbürgerungsurkunden“.  An- dere, die ebenfalls an diesem Nachmittag zu Deutschen ernannt werden, sehen es ähnlich. Das Reisen und formelle Ange- legenheiten würden mit dem neuen Pass leichter, und dass er künftig bei Wahlen seine Stimme abgeben dürfe, sei auch ein Privileg, meint ein Weiterlesen

Von Giraffen, Randgruppen, Deutschlehrern und gemeiner Sehnsucht: Sebastian Krämer begeistert im Heimathafen Neukölln mit Liedern aus zwei Jahrhunderten

Sebastian_Kraemer_Pressefoto_03_Web„20 Lieder aus 20 Jahren“ hieß das Programm, das der Liedermacher Sebastian Krämer vorgestern im Heimathafen Neukölln vorstellte. Den Programmtitel solle man aber nicht wörtlich nehmen, meinte der 38-Jährige gleich und offenbarte, dass er das Entstehungsjahr seiner Lieder oft nicht aufschreibe. Zutreffend sei jedoch: „Im ersten Teil singe und spiele ich Stücke aus dem 20. Jahrhundert und nach der Pause aus dem jetzigen.“

Der ironische Ton ist überhaupt ein Merkmal von Sebastian Krämer, in der Ankündigung seiner Stücke oder in vielen Texten. Als er während des Liedes das Publikum fragt, ob ihm neben den gerade besunge- nen Randgruppen Frauen und Nazis  noch eine dritte einfällt, ruft eine Frau aus dem Publikum „Lokomotivführer!“. Ein großer Lacher war ihr dabei sicher, Weiterlesen

Neue Namen im Neuköllner Rathaus

neues namensschild usti nad orlici-zimmer_rathaus neuköllnNach zwei Zimmern sucht man ab sofort im Rathaus Neukölln vergeblich. Selbst- verständlich gibt es sie noch und auch die Zimmernummern sind unverändert, aber ihre Namen haben sich geändert:

In Würdigung der aktiven Städtepart-nerschaft wurde gestern Nachmittag das unmittelbar vor dem BVV-Saal gelegene Treptow-Zimmer in Ústí nad Orlicí-Zim- mer umbenannt. Bezirksverordnetenvor- steher Jürgen Koglin (l.), der Kulturattaché der Tschechischen Botschaft in Berlin, Zdenek Kuna, Ústí nad Orlicís Bürgermeister Petr Hájek (r.) sowie Neuköllns Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky erinnerten in einer Weiterlesen

25-jähriges Jubiläum der Partnerschaft zwischen Neukölln und Ústí nad Orlicí

Stadtwappen_von_Ústí_nad_OrlicíDie Berliner Mauer stand noch, als am 6. November 1989 der erste Teil des Städtepartnerschaftsvertrages zwischen Neu- kölln und Ústí nad Orlicí in der böhmischen Kreisstadt unterzeichnet wurde. Keine drei Wochen später, am 24. No- vember, konnten Tschechen und Deutsche in Neukölln bei der Unterzeichnung des zweiten Teils der Partnerschaftsverein- F1_Petr Šilar mit Teilnehmern der Partnerschaftsreise und Begleitern aus Horní Čermnábarung gemeinsam den Fall der Mauer feiern.

Der Verein Freunde Neuköllns e. V. machte anlässlich dieses geschichtsträchtigen Er- eignisses vom 25. bis 29. Oktober eine Jubiläumsreise nach Horní Čermná, dem Ort, aus dem die ersten böhmischen Exu- lanten 1737 nach Rixdorf kamen. Besucht wurden ebenfalls die tschechische Kreis- stadt Ústí nad Orlicí und die Landeshauptstadt Prag. Am 28. Oktober, dem tschechischen Nationalfeiertag, der an die Staatsgründung der Weiterlesen

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Das findet offenbar nicht nur der Besitzer dieses in Neukölln geparkten Gefährts, das mit Schallplatten und Musikcassetten dekoriert ist. Die gestern vorgestellte Hertie Berlin Studie 2014  fand Gleiches heraus: Nach der Befragung von 2.000 Bewohnern

plattenwagen_lilienthalstraße neukölln

der Hauptstadt kamen die Wissenschaftler zu dem Resümee, dass hier überwiegend mindestens gern gelebt und positiv in die Zukunft geblickt wird. „Der Optimismus ihrer Bewohner gepaart mit der offensichtlich hohen Anziehungs- und Integrations- kraft der Stadt“, so Studienleiter Helmut K. Anheier, „ist ihr derzeit größtes Potenzial.“

Das Mysterium auf dem Richardplatz

frauenschmiede_neuköllnDas Kursprogramm ist nur noch ein Kurzpro-gramm, die Öffnungszeiten sind kräftig einge-dampft worden. Mutter-Kind-Gruppen, Gesund-heits- und Entspannungsseminare,  Kreativ- kurse und Beratungen: Die Angebotspalette, die bisher in einem 20-seitigen Programmheft beworben wurde, ist so überschaubar gewor- den, dass sie auf zwei DIN A4-Blätter passt. Sie frauentreffpunkt schmiede_neuköllnhängen im Schaukasten vor dem Frauentreffpunkt Schmiede auf dem Neu- köllner Richardplatz, gleich neben dem Hinweis auf die – wegen „interner Um- strukturierungen“ – ein- geschränkten Öffnungszeiten. Auf nicht mal die Hälfte ist die Stundenzahl reduziert; wer dienstags oder donnerstags kommt, Weiterlesen

Eine Frau, ein Ort

lichthof regenbogen-schule_neuköllnDie Regenbogen-Schule ist von außen betrachtet dank Ben Wagin die Schule mit einer Straßen- bahn ben wagin_straßenbahn-waggon_schulhof regenbogen-schule neuköllnim Pausen- hof: 1998 schenkte der Künstler der Schule, die die erste kunstbetonte Grundschule Ber- lins ist, den Waggon. Aber auch im Inneren des Gebäudes trifft man auf so manche Besonderheit: Der Lichthof, in dem T-Shirts in allen Farben des Regenbogens hängen, erinnert an Waschtag-Szenarien in südlichen Ländern. Schon seit 1992 wird Französisch als 1. Fremdsprache unterrich- tet, seit 1997 gibt es einen jährlichen Schüler-austausch mit einer Schule in Sokal/Westukraine, und vor 10 Jahren bekam die Neuköllner Grund-schule die Zusatzbezeichnung Staatliche Euro- paschule Berlins mit deutsch-französischem Zweig verliehen. Dass die Regen- bogen-Schule kürzlich ihr 25-jähriges Bestehen feiern konnte, gehört sicher nicht zu den herausragenden Attributen. „Da gibt es in Neukölln Schulen mit viel, Weiterlesen

Mittendrin statt außen vor: Neuköllner Mode als Teil eines Kunst- und Kulturfestivals

3. neukölln fashion night_schwuz berlinAuf  Bump!, die „Party mit den besten Retro-Hits, der liebevollsten Party-Animation, den dollsten Tunten, den bemühtesten DJs, der hysterisch- sten Stimmung und den ausgelassensten bump-rad_schwuz neuköllnGästen der Stadt“, musste gestern niemand ver- zichten: Der „Dauerbrenner im SchwuZ“ stieg im An- schluss an die Neukölln Fashion Night. Und wer bedauerte, durch den Be- such des rund vierstündigen Laufsteg-Events kaum noch etwas vom Neuköllner NACHTUNDNEBEL-Festival mitzukriegen, hatte übersehen, dass das nicht etwa parallel stattfand, sondern dass Weiterlesen

Früher, heute und später?

Der 1. November 1899 war ein wichtiger Tag für Neukölln, das damals noch Rixdorf hieß und eine eigenständige Stadt war: An diesem Mittwoch vor 115 Jahren bekam Rixdorf eine örtliche Kriminalpolizei, und in der  Hermannstraße 227  wurde die  ers-

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te Polizeidirektion eingerichtet. Das Haus an der Kreuzung Flughafenstraße gibt es schon lange nicht mehr; die Adresse verkam zu einer „schwierigen Ecke“, die nach einer  städtebaulichen Neuordnung  verlangt, davon aber noch weit entfernt scheint.