Eine Frau, ein Ort

lichthof regenbogen-schule_neuköllnDie Regenbogen-Schule ist von außen betrachtet dank Ben Wagin die Schule mit einer Straßen- bahn ben wagin_straßenbahn-waggon_schulhof regenbogen-schule neuköllnim Pausen- hof: 1998 schenkte der Künstler der Schule, die die erste kunstbetonte Grundschule Ber- lins ist, den Waggon. Aber auch im Inneren des Gebäudes trifft man auf so manche Besonderheit: Der Lichthof, in dem T-Shirts in allen Farben des Regenbogens hängen, erinnert an Waschtag-Szenarien in südlichen Ländern. Schon seit 1992 wird Französisch als 1. Fremdsprache unterrich- tet, seit 1997 gibt es einen jährlichen Schüler-austausch mit einer Schule in Sokal/Westukraine, und vor 10 Jahren bekam die Neuköllner Grund-schule die Zusatzbezeichnung Staatliche Euro- paschule Berlins mit deutsch-französischem Zweig verliehen. Dass die Regen- bogen-Schule kürzlich ihr 25-jähriges Bestehen feiern konnte, gehört sicher nicht zu den herausragenden Attributen. „Da gibt es in Neukölln Schulen mit viel, viel längerer franziska giffey_hans beeten_25 jahre regenbogen-schule neuköllnGeschichte“, bestätigte auch Dr. Franziska Giffey (l., neben Hans Beeten) bei ihrer Geburtstagsansprache. Was aber besonders ist und alles andere als häufig vorkommt, sei, dass es in diesen 25 Jahren nicht einen einzigen Wechsel der heidrun böhmer_25 jahre regenbogen-schule neuköllnSchulleitung gegeben habe.

Es war Heidrun Böh- mer (l.), die 1989 die Stelle als Rektorin der Schule antrat und seitdem dem Betrieb ihren Stempel auf- drückt. „Durch Ihre Ideen und Pläne wurde eine völlig neue Schule mit einer breiten Palette zusätzlicher Angebote aufgebaut“, dankte Lehrer Hans Beeten im Namen aktueller und ehemaliger Kollegen seiner Chefin, auch für die „offene und freundliche Atmo- sphäre“, die sie dabei walten ließ. Derzeit besuchen rund 650 Kinder aus mehr als 30 Nationen die Schule, die, so Giffey, wegen ihres überzeugenden und erfolgreichen Profils den Wegzug bildungsorientierter Familien aus dem Rollbergviertel und angrenzenden Kiezen deutlich drossele. Bei einem silbernen Rektorenjubiläum werden die Zahlen zeitreise_25 jahre regenbogen-schule neuköllnentschieden länger, resümierte Bee- ten: „Das bedeutet: circa 2.500 Schü- ler und um die 900.000 Unterrichts- stunden.“

„Vor 25 Jahren saßen 13 Lehrer um einen großen runden Tisch und tran- ken Sekt“, so begann und endete die Expedition durch die Schulchronik, die von 50 Mädchen und Jungen beim Festakt vorgetragen wurde. „Meine Vision war, die Schule zu einem Ort der Vielfalt zu machen, bei der Kunst das Mehr ausmacht und alle Utopien unterstützt werden“, ergänzte Heidrun Böhmer. Die Herbstferien, die seit heute vorbei sind, waren ihre letzten Herbstferien, und das  25. Dienstjahr ist zugleich ihr letztes. Als sie die Regen-bogen-Schule gründete, erzählte Heidrun Böhmer, waren die beiden jüngsten Leh- rerinnen, die nun zum Kollegium gehören, gerade geboren.

=ensa=

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