Mittendrin statt außen vor: Neuköllner Mode als Teil eines Kunst- und Kulturfestivals

3. neukölln fashion night_schwuz berlinAuf  Bump!, die „Party mit den besten Retro-Hits, der liebevollsten Party-Animation, den dollsten Tunten, den bemühtesten DJs, der hysterisch- sten Stimmung und den ausgelassensten bump-rad_schwuz neuköllnGästen der Stadt“, musste gestern niemand ver- zichten: Der „Dauerbrenner im SchwuZ“ stieg im An- schluss an die Neukölln Fashion Night. Und wer bedauerte, durch den Be- such des rund vierstündigen Laufsteg-Events kaum noch etwas vom Neuköllner NACHTUNDNEBEL-Festival mitzukriegen, hatte übersehen, dass das nicht etwa parallel stattfand, sondern dass auch die vom morris perry_3. neukölln fashion night_schwuz berlinFujiama Nightclub-Erfinder Morris Perry (l.) moderierte Neu- kölln Fashion Night zu den über 70 Teilnehmern gehörte.

Drei Shows mit den aktuellen Kollektionen von 13 Labels sowie eine 3D-Fashion Show erwarteten die zahlenden und geladenen Gäste nach den Begrüßungsansprachen heinz buschkowsky_3. neukölln fashion night_schwuz berlinvon Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky (r.) und Dr. Armin Seitz. Ersterer wollte es sich natürlich nicht nehmen lassen, die Designerin Jana Reiche mit ihrem Label JR Sewing hervorzuheben, die für die letzte Wahlkampf-Kampagne des Bezirksbürger- meisters das The Big Buschkowsky-Shirt entworfen hatte. Bislang habe sich keine ihrer Kreationen besser verkauft als das, ließ er wissen. „Die Neukölln Fashion Night symbolisiert die Fortführung eines spannenden Weges, welchen unser Bezirk in den vergangenen Jahren zurückgelegt hat. Sie beweist“, so Heinz Buschkowsky in seinem Vorwort im dr. armin seitz_3. neukölln fashion night_schwuz berlinaufwändig gestalteten Booklet zur Show, „dass Neukölln ein vielfältiger, bunter und aufstrebender Ort im Herzen der Stadt ist.“

Gemeinsamkeit solle allen Vorteile bringen und unseren Standort stärken, brachte Dr. Armin Seitz (l.), Vorstands-vorsitzender des Unternehmensnetzwerks Neukölln Süd- ring, in seinem Grußwort zu Papier. Das Leben in Neukölln werde reicher und farbiger, „wenn Unternehmen aus den verschiedensten Branchen mehr tun, als ihr Kerngeschäft zu entwickeln, und Verantwortung für ihre Umgebung tragen“,  begründete er das Engagement des Unternehmensnetzwerks für die Neukölln Fashion Night, die – nach 2008 und 2011 – zum dritten Mal von der Neuköllner Wirtschaftsförderung sowie dem EU-finanzierten Projekt  Nemona organisiert wurde.

Etwa 150 Fashion-Designer und Modeproduzenten gehören derzeit dem Netzwerk für Mode und Naehen in Neukölln an, um „durch eine partnerschaftliche Vernetzung den Absatz zu stärken, die lokale Produktion zu erhöhen und qualitativ hochwertige Beschäftigung in der Textilbranche zu erreichen“. Zu den noch jungen Mitgliedern zählen Jil Kampmann und ihr Label Nivaka, die gestern die erste Laufsteg-Show eröffnete: Urbanwear mit hohem Tragbarkeits- und Wohlfühlfaktor „für jede Frau jeder  Figur und  jeden Alters“ bestimmt  die aktuelle, in Neukölln produzierte Kollek-

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lektion der Designerin. Farblich setzt sie bei der auf die bestens miteinander kom- binierbaren Töne Himbeer, Brombeer und Kaktusgrün, qualitativ auf GOTS-zertifizierte kollateralschaden_3. neukölln fashion night_schwuz berlinMaterialien.

Um Bequemlichkeit geht es auch Philippe Werhahn und Dennis Pahl. Ihr Label Kollateralschaden macht „Mode für Frauen und Männer, die sich gerne bewegen“ und produziert lässige Sweatshirts, Kleider und Hosen, die im eigenen Store im Neuköllner lotta_3. neukoelln fashion night_schwuz berlinReuterkiez verkauft wer- den.

Im Richardkiez, in der Werkstattgemeinschaft Rix und Roxi, entstehen indes die Kreationen der schwedischen Designerin Lotta Barlach. Für die aktuelle Kollektion ihres Label Lotta hat sie ebenso Baumwolle und Seide aus biologischem Anbau wie auch Upcyling-Materialien der Berliner Stadtmission lotta_3. neukölln fashion night_schwuz berlinverwendet: Die Ergebnisse sind „bequeme Klei- dungsstücke mit optimaler Passform“, die „geschaffen wur- den, um viele Jahreszeiten, Jahre und Jahr- zehnte zu überdauern“. Maße, verspricht die Designerin, könnten leicht verändert und zukünftige Reparaturen ohne Qualitätsverlust durchgeführt werden.

Die „Welt ein bisschen schöner und entspannter machen“, will Jana Reiche mit ihren JR  Sewing-Kreationen. Die  vorgeführte  Kollektion deckte die komplette  Bandbreite

jr sewing_3. neukoelln fashion night_schwuz berlin jr sewing_3. neukölln fashion night_schwuz berlin

zwischen lässig, verspielt und elegant ab und zeigte sich – insbesondere bei den Accessoires – mit der Portion Selbstironie, die die Designerin in der Neuköllner Modeszene bekannt machte. Ihr T-Shirt mit dem Aufdruck „Is mir egal, ich lass das jetzt so!“ wurde lange vor dem „The Big Buschkowsyky“-Print zum Verkaufsschlager.

=ensa=

 

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