Lebenswege kritisch und empathisch beäugt

filmpremiere lmdge_wdk neukölln„Der Auslöser war für mich ‚Das goldene Notizbuch‘ von Doris Lessing„, erzählt Nazli Kilerci. Die in Istanbul geborene Film- und Theaterwissenschaftlerin lebt seit etwa fünf Jahren in Berlin und initiierte für den Cosima e. V. das Projekt Lass mich deine Geschichte erzäh- len!. Dessen Ergebnis ist ein gleichnamiger, ein- stündiger Dokumentarfilm. „Und der Film ist nur der Anfang“, team lass mich deine geschichte erzählen_filmpremiere wdk neuköllnstell- te Kilerci (l.)  kürzlich bei der Premiere in der Werk- statt der Kulturen klar. Die Teilnehmerinnen seien ihre „besten Studentinnen aller Zeiten“ gewesen, schwärmte die Projektleiterin: „Es ist ihnen gelungen, dass die Pro- tagonistinnen für den Film ihre Wohnungen und Herzen geöffnet haben, obwohl die Kamera als kritisches Auge immer dabei war.“

Dass am Ende positive Eindrücke überwiegen werden, war im Februar beim Projektstart wahrlich nicht absehbar. „Die Teilnehmerinnensuche für dieses außer- schulische Projekt war eine sehr anstrengende Phase“, erinnert sich Nazli Kilerci. In szenenbild_lass mich deine geschichte erzählen_cosima ev neukoellneinem Zeitraum von sechs Monaten standen für die vier 14- bis 20-Jährigen, die zu Kamerafrauen und Interviewerinnen werden wollten, Workshops und andere Veranstal- tungen auf dem Programm: „Das war für die Mädchen sehr anstrengend und fordernd.“

Baran Hashemi, Hana Ibrahim Mustafa, Marah Shams Aldin Azzam und Vassiliki Temelkou stellten sich der Herausforderung wie auch der Auseinandersetzung mit den Biographien ihrer vier Interview- partnerinnen, die aus verschiedenen Herkunftsländern nach Berlin kamen. Es sind szenenbild_lass mich deine geschichte erzählen_cosima ev neuköllnvier Geschichten, die sich in der Hauptstadt kreuzen, und filmische Portraits, die von den Träumen, Wünschen, Hoffnungen und Ge- fühlen junger Frauen erzählen. „Die Auswahl der Protagonistinnen erfolgte nach einer Workshop-Reihe, bei der wir uns über die Frau und ihre Position in der Gesellschaft Gedanken gemacht haben“, erzählt Nazli Kilerci.  „Die Frage an die Teilnehmerinnen war immer: Beobachtet eure Umgebung, welche Geschichte wollt ihr am liebsten erzählen? Wer interessiert euch am meisten? Welches Leben wollt ihr näher be- obachten?“ Doch es ging um mehr als das: „Das Projekt qualifiziert die Mädchen zu szenenbild_lass mich deine geschichte erzaehlen_cosima ev neuköllninhaltlichen, thematischen und tech- nischen Aspekten des Filmema- chens und verbindet dies mit einem kritischen Blick auf die gesell- schaftliche Position der Frau.“ Das Ergebnis ist rundum sehenswert und beeindruckend. „Auch für mich ist der Film zu einem richtigen Herzensprojekt geworden“, gesteht Nazli Kilerci. Den Teilnehmerinnen scheint es genauso zu gehen.

Die nächste Möglichkeit, den Film „Lass mich deine Geschichte erzählen!“ zu sehen, besteht am 14. Oktober um 18.30 Uhr im Frauenkreise. Die Projektteilnehmerinnen und Protagonistinnen sind ebenfalls anwesend und stehen im Anschluss an den Film zum Gespräch bereit.

=ensa=

%d Bloggern gefällt das: