Runder Geburtstag: 10 Jahre Stadtteilmütter in Neukölln

stadtteilmütter-tasche_neuköllnDie einen nennen es Erfolgsrezept, die anderen Exportschlager. Doch diese Bezeichnungen sind nicht ohne Tücken: Erstere steht früher oder später vor der Frage, wie sich der Erfolg eines Präven- tionsmodells bemessen lässt; letztere vergisst, feier 10 jahre stadtteilmütter neukölln_izgdass das Projekt zunächst mal im- portiert wurde und in Rotterdam seine Wurzeln hat. Nicht deuteln lässt sich jedoch an der Tat- sache, dass es seit 10 Jahren auf Initiative des Diakoniewerks Simeon Stadtteilmütter in Neukölln gibt, was gestern im Interkulturellen Zentrum Genezareth im Schillerkiez groß gefeiert wurde, wo 2004 die erste Gruppe als Pilot- projekt ins Leben gerufen wurde.

Inzwischen wurden 360 Frauen aus etlichen Herkunftsländern in Kursen zu Stadt- teilmüttern ausgebildet, um in allen Neuköllner Kiezen Unterstützung auf Augenhöhe

10 jahre stadtteilmütter neukölln_izg

und ohne Sprachbarrieren leisten und Zugänge zu Regelangeboten ebnen zu können. Rund 8.000 Familien mit Migrationshintergrund wurden bislang von den 10 jahre stadtteilmütter neukoelln_izgFrauen, die durch rote Schals nebst ihrer Taschen als Stadtteilmütter zu erkennen sind, begleitet und in zehn Besuchen über Gesundheits-, Bildungs- und Erziehungsthemen aufgeklärt.

Nuriye (2. v. l.) gehört zu den Stadtteilmüttern der ersten Stunde. Ihr Werdegang beweist, dass sich die positiven Effekte des Integrationsprojekts nicht nur auf die Familien beschränken, denen geholfen wird. Auch die Frauen profitieren von ihrem Engagement als Stadtteilmütter, das längst nicht mehr nur einen Zugewinn an Selbstbewusstsein und Kompetenzen für den eigenen Alltag bedeutet. Anfangs sei es nur eine Aufwandsentschädigung gewesen, die den Stadtteilmüttern gezahlt wurde;  inzwischen bekommen sie ein Gehalt. Zudem wurde auf Landesebene ein Integrationslotsen-Projekt initiiert, das an die Ressourcen der Stadtteilmütter anknüpft und bislang zehn Neuköllnerinnen in bydelsmodre_10 jahre stadtteilmütter neuköllnden ersten Arbeitsmarkt gebracht hat. „Diese Chance ist eine deutliche Wertschätzung und Anerkennung unserer Arbeit“, bemerkt Nuriye stolz. Darauf konnte man vor 10 Jahren bestenfalls hoffen, ebenso auf die 11 nationalen und inter- nationalen Auszeichnungen, mit denen die Neuköllner Stadtteilmütter geehrt wurden. „Ich freue mich sehr, dass es uns überhaupt noch gibt“, sagt Projektleiterin Maria Macher (r.). Tief- stapelei ist es nicht, sondern die unmittelbare Erfah- rung einer, die jede Hürde kennt, die den Stadtteilmüttern im Weg stand.

=ensa/kiezkieker=

Advertisements