Weltrekord mit Ausrufezeichen auf dem Tempelhofer Feld

tütentonnen_berlin tüt was_tempelhofer feldGestern Nachmittag auf dem Tempelhofer Feld: 50 Mülltonnen waren am Rand der nördlichen Landebahn aufgereiht, jede von ihnen gefüllt mit 600 aneinander geknoteten Plastikbeuteln. „30.000 Einkaufstüten, das ist das, was stündlich in Berlin über die teilnehmer plastiktüten-weltrekord_berlin tüt was_tempelhofer feldLadentheken geht“, erklärt Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe (DUH), die gestern die Stiftung Naturschutz Berlin (SNB)  dabei unterstützte einen Weltrekord in die Hauptstadt zu holen, um damit eine Aufforderung zum Handeln an die Politik zu schicken. „Verboten werden können Plastiktüten in Deutschland wegen einer EU-Richtlinie nicht“, so Fischer. „Was man aber einführen kann, ist, dass sie nur noch verkauft und nicht mehr kostenlos ausgegeben werden tgb-initiative_berlin tüt was_tempelhofer felddürfen.“ In Irland, berichtet der DUH-Mitarbei- ter, habe der Pro-Kopf-Plastiktütenverbrauch durch eine solche Maßnahme jährlich von 328 auf 16 reduziert werden können.

„Türkische Supermärkte tragen leider stark zu der riesigen Menge von 30.000 Tüten stünd- lich bei“, sagt Yüksel Aslan. Weil man darauf wahrlich nicht stolz sein kann, ging er statt- umwelt-markt_berlin tüt was_tempelhofer felddessen mit der Türkischen Gemeinde Berlin (TGB), deren Schatzmeister er ist, in die Gegenoffensive gegangen: In Kooperation mit sieben Supermarkt-Inhabern, die bis zu 14 Filialen in Berlin betreiben, initiierte die TGB die Aktion „Plastik Poşete Hayır!“, die die Kunden seit Mitte September dazu bringen will, auf Plastiktüten zu verzichten. „Die meisten nehmen ja nicht nur eine, sondern gleich vier oder fünf“, kritisiert Yüksel tütenmonster_berlin tüt was_tempelhofer feldAslan, „weil sie kostenlos sind und von den Kas- siererinnen oft gleich stapelweise ausgegeben wer- den.“ Es sei dringend nötig, endlich ein Bewusstsein dafür zu schaffen, welche Schäden durch die Herstellung und Entsorgung der Einwegbeutel für die Umwelt entstehen, meint er und präsentiert am TGB-Stand auf dem Umweltmarkt am Rande der Weltrekordstrecke stolz die Alternativen, die für die Kampagne produziert wurden: Baumwoll-Einkaufstaschen, mit denen der Slogan durch die Straßen Berlins getragen werden kann, und  Netze, die Platz in jeder Hand-

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tasche haben und auch bei Spontaneinkäufen immer griffbereit sind. Beide Varianten kämen gut an, sagt Aslan. Unklar sei indes noch, wie die Absage an die Plastiktüte langfristig in Supermärkten umgesetzt werden kann.

Bei Hannes Jaenicke, Schauspieler, Umweltaktivist und Schirmherr des Weltrekord- versuchs auf dem Tempelhofer Feld, hat das Umdenken längst stattgefunden: „Wenn ich mich gleich in die Menschenkette einreihe, werde ich zum ersten Mal seit Jahren wieder eine Einkaufstüte in der Hand haben.“  Insofern sei es ihm leichtgefallen, die

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Anfrage wegen der Schirmherrschaft mit einer Zusage zu beantworten. „Ich mach wirklich nur das, wohinter ich 100-prozentig stehe. Und diese Aktion gegen Res- runway_berlin tüt was_tempelhofer feldsourcenverschwendung gehört dazu“, ver- sichert der 54-Jährige, sichtlich beeindruckt wie viele Leute an  Berlin tüt was!  teilneh- berlin tüt was_plastiktueten-weltrekord_tempelhofer feldmen wollen.

Mit einer 9 Ki- lometer lan- gen, aus 30.000 Plastiktüten bestehenden Kette, die sich – gehalten von über 3.000 Menschen – in Zickzackform über die nördliche Landebahn zieht, soll der Rekord geknackt werden, der im letzten Sommer mit 10.615 Beuteln am Timmendorfer Strand aufge- stellt wurde. Dass alles mit rechten Dingen zugeht, buehne_berlin tüt was_tempelhofer feldwird akribisch von der Delegierten des Guinness Book of Records beobachtet. Denn nicht nur die Menge und Länge ent- schieden über den Erfolg, sondern auch die Synchronität: Ohne das gleichzeitige Aufheben _MG_2965der Tütenkette und ihr simul- tanes Bewegen wäre aller Aufwand hinfällig gewesen. Doch die Choreographie gelang.

Von oben“, hatte Thomas Fischer vorher ange- kündigt, „wird die Tütenkette wie ein Ausrufezeichen aussehen.“ Eine Drohne dokumentierte, dass auch das klappte. Ob die Politik die Symbolik verstanden hat und umsetzt, bleibt abzuwarten.

=ensa=

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