Gesundheit!

Alexander Tschöpe, der seit fast drei Jahren in seiner  Ma Tsun Kuen Schule Neu- kölln Tai Chi lehrt, würde ja gerne. Doch trotz offener Haustür lässt sich niemand blicken, dem nach einer  halbstündigen, kostenlosen  Tai Chi-Lektion mit  zwei  Übun-

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gen zum  Loslassen zumute ist. Ob es daran liegt, dass alle eigentlich Interessierten um diese Zeit arbeiten müssen oder gar nicht vom Gesundheitstag im Ganghoferkiez erfahren haben, bleibt Spekulation. Er habe sich mal an einer Aktion im Kiez beteili- gen wollen, sagt Tschöpe: „Aber wenn keiner kommt, dann trainier ich eben selber.“

Ganz so entspannt kann Khloud Zaher-Iraqi nicht auf Resonanz auf den Gesund + Bunt-Tag warten. Ihr Laden namens Kräuter, Tee & Gesundheit, eine weitere von ins- gesamt 13 Stationen, ist sonst mittwochs geschlossen: „Das ist mein Familientag.“ Mit  einer Auswahl von  „gerade mal  15 verschiedenen Kräutern“  eröffnete die exami-

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nierte Heilpraktikerin 2010 ihr Geschäft in der Anzengruberstraße 11. Inzwischen sta- peln sich – außer Tees, Naturkosmetik, Bachblüten, Ölen u. v. m. – Boxen mit über 120 Kräutern von A wie Angelikawurzel bis Z wie Zistrose in den Regalen: „Weil ich zusätzlich einen IHK-Sachkundenachweis für Arzneipflanzen abgelegt hab, darf ich auch Rezepturen mixen und über die heilende Wirkung der Kräuter beraten.“

Ein anderer gesundheitlicher Aspekt steht indes im Mittelpunkt der Angebote des Unionhilfswerks: In den Werkstatträumen in der Innstraße werden Menschen mit psychischen Erkrankungen in 11 ergo- und arbeitstherapeutischen Gruppen dazu animiert, ihr  handwerkliches Geschick nebst  ihrer kreativen Potenziale zu entdecken

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und auszuleben. In der von Holger Graf angeleiteten Holzwerkstatt läuft die Produktion für den 42. Alt-Rixdorfer Weihnachtsmarkt bereits auf Hochtouren. Bei der Werkgrup- pe unter der Obhut von Sabine Wagner, die Keramik-Utensilien und -Accessoires sowie verschiedenste Taschen und handbedruckte Beutel herstellt, um sie auf dem Richardplatz zu verkaufen, ist es ähnlich. „Dass so für die Teilnehmer aus unseren betreuten Wohnprojekten noch ein kleines Taschengeld abfällt, ist eine willkommene Anerkennung“, weiß die Leiterin. Der Stolz auf das Selbstgemachte stehe jedoch ein- deutig im Vordergrund.

=ensa=