In Sichtweite – und darüber hinaus

waffelkaffel-umzug_neuköllnEnttäuschung dürfte sich auf die Mienen derer legen, die nur ab und zu ins Waffelkaffel kamen. Und nun: In der Schillerpromenade, zwischen Hermann-straße und Tempelhofer Feld, wo bisher das kleine Café war, ist das Schaufenster abgeklebt. Selbst der Wegweiser zum neuen Domizil wurde inzwischen entfernt. Wobei der auch nur bedingt hilfreich war: Wer es mit detektivischem Spürsinn nach dem Tag des Sommeranfangs geschafft hat, die Herrfurthstraße 9 als Ziel zu entlarven, konnte dort, wo sich ein Gastro- nomiebetrieb an den anderen reiht, zwar auf ein offenbar neu eröffnetes Café stoßen, aber weit und breit kein Waffelkaffel sehen. Aus gutem Grund, denn auf der vielleicht 200 Meter langen Umzugsstrecke ist der Name abhanden gekommen. Aus dem cafe lux neuköllnWaffelkaffel  wurde das  LUX.

Warum, das würden manche fragen, die schon im Mitte 2012 von Paula Leu und Adrian Schefer in der Schillerpromenade eröffneten Waffelparadies einkehrten. „Der alte Name war ja doch sehr kindlich an- gelehnt“, befanden die Inhaber, „und für den neuen Laden mit dem reiferen Kon- zept wollten wir auch einen reiferen Na- men.“ LUX habe zudem den Vorteil, dass das Wort von internationalem Publikum leichter auszusprechen sei, aber ebenfalls für Licht stehe. Und das Mehr an Licht spielt eine nicht unwesentliche Rolle in dem Café, in dem es natürlich weiterhin frische Waffel-Kreationen auf altem Geschirr gibt: waffel_waffelkaffel berlin-neuköllnWährend es im Waffelkaffel ob der Ost-Ausrichtung meist schattig war, ist nun die Sonne Dauergast in den neuen, größeren Räumen. Der hintere solle außerdem noch von einem japanischen Lichtkünstler gestaltet werden.

Eine weitere Frage, die häufig gestellt werde, sei natürlich die nach dem Grund des Umzugs. In die Antwort fließen gleich drei Aspekte ein: Nein, sie seien nicht durch eine Explosion der Gewerbemiete aus dem vor- herigen Standort verdrängt worden und keine Opfer der Gentrifizierungswelle im polsterei deutschmann_neuköllnNeuköllner Kiez am Rande des Tempelhofer Felds. Ja, sie hätten umziehen müssen, „weil der Vermieter die komplette Immobilie verkaufen wollte“. Aber unterm Strich sei alles „sehr einvernehmlich“ und Hand in Hand mit den schon länger be- stehenden Plänen einer Vergrößerung und Neuausrichtung abgelaufen: „Wir sind ja im Kiez geblieben.“

Völlig neue Wege müssen indes die Kunden der Polsterei Deutschmann Design auf sich nehmen: Der Handwerksbetrieb mit der originellen Fassadendekoration hat die Räume in der Thomasstraße aufgegeben und ist von Neukölln nach Schöneberg umgezogen.

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