Der Sound von Neukölln …

… ist so vielfältig wie disharmonisch: Baulärm, bellende Hunde und das Klackern von Highheels, babylonisches Stimmenwirrwarr, Kinderlachen oder -weinen, wummern- de  Bässe  aus Autoradios und  offenen  Fenstern, rumpelnde   Rollkoffer, krächzende

hochzeitskutsche_kutschen-schöne neukölln

Krähen und das Dröhnen von Hundekacke-Saugmobilen. Ein Geräusch, das schon seit 1894 zum Sound von Neukölln gehört, ist das Hufeklappern der Kutschpferde des Fuhrunternehmens Gustav Schöne. Mal sind es Gustav (l.) und Jette (r.), die das über 100 Jahre alte Hochzeits-Coupé samt Brautpaar durch die Straßen des Bezirks ziehen. Mal reißt eine der etwa 15 anderen Kutschen, die noch für Spazierfahrten, Geburtstage, Beerdigungen oder Filmarbeiten gebucht werden können, die Auf- merksamkeit der Passanten an sich. Früher, als das Familienunternehmen am Richardplatz noch über 80 Kutschen und an die 100 Pferde besaß, waren die Gespanne kaum das Hinhören und -gucken wert; inzwischen mischt sich der Takt der 16 Hufe nur noch sporadisch in den Sound von Neukölln. Im Winterhalbjahr sogar gar nicht: Dann machen die Kutschen-Schöne-Pferde Urlaub in der Lüneburger Heide.