Mode aus Neukölln als Teil eines Gesamtkunstwerks

8_3d-anaglyph fashionshow_heimathafen neuköllnHeute endet nicht nur die Fußball-WM, auch die Fashion-Szene packt ihre Sachen und pfeift die Sommeredition 2014 der Berlin Fashion Week ab. Aus Neukölln, wo im Vergleich zu manchem der Vorjahre sehr wenig vom Moderum- mel mitzukriegen war, verabschiedete sie sich bereits gestern, aber umso spekta- 1_3d-anaglyph fashionshow_heimathafen neuköllnkulärer.

Das erst im letz- ten Jahr gegründete, interkulturelle Künstlerkollektiv Ana- glyph hatte zur Fashionshow in den Heimathafen Neukölln eingeladen – und zur Verschiebung der Tiefenwahrneh- mung. Dass es sich um eine außergewöhnliche Art, Mode zu präsentieren, handeln würde, wurde auch denen, die die Einladung nicht so genau gelesen hatten, schon beim Betreten des Saals klar: eine 3D-Brille 3d-animationen_anaglyph-fashionshow_heimathafen neuköllnlag – als unabdingbares Utensil für den Sprung in eine neue Dimension der räumlichen Tiefen-wirkung – auf jedem Platz. Magisch sollte es werden und wurde es.

Zum futuristischen Soundtrack von Milo Smee startete auf der Leinwand eine visuelle Reise durch die dreidimensionalen Sphären des 3D- Künstlers Francisco Sanchez de Cañete, durch Landschaften, Collagen und das Reich des Geometrischen. Ebenso spacig kamen die Mo- dels daher, die ob einheitlicher schwarzer Gum- mikappen mit silberblondem Pony und iden- tischer Make-ups kaum voneinander zu unter- scheiden waren. Die avangardistischen Kreatio- nen der Neuköllner Designerin Raki Fernandez, die für die Show mit einer Strick-Gruppe des ebenfalls in Neukölln ansässigen Deutsch-Arabischen Zentrums sowie der Stick-künstlerin Amy Burt zusammenarbeitete, kamen dafür umso besser zur Geltung – wenn auch nur recht kurz. Denn die mit künstlerischem statt  kommerziellem Fokus

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10_3d-anaglyph fashionshow_heimathafen neuköllnvon Filipe Canha inszenierte Choreographie stellte jedes Outfit nur für einen Moment in den Scheinwer- 11_3d-anaglyph fashionshow_heimathafen neuköllnferkegel. Eine langsa- me Drehung, ein Gang über den Catwalk, dann verschmolz das Model wieder als dunk- le, minimalistisch agierende Silhouette mit der schil- lernd-spektakulären 3D-Projektion.

Nach nur 20 Minuten und ebenso vielen Kreationen war die Show vorbei, die 3D-Brille konnte abgenommen und die Tiefenwahrnehmung wieder in den Normalzustand zurechtgerückt werden.

=ensa=