Dunkle Wolken über dem Hermannplatz

Die verkaufsfördernde Maßnahme namens Lächeln verlangt dem Personal des einst modernsten Kaufhauses Deutschlands zusehends mehr Kraft ab: Kurz vor Weih- nachten die Nachricht, dass das Gebäude des Karstadt am Hermannplatz an einen niederländischen Investmentfonds verkauft wurde; Ende letzter Woche erfuhren die Mitarbeiter dann, dass die neue Karstadt-Chefin  Eva-Lotta Sjöstedt, die bei vielen als

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personifizierter Lichtblick gegolten hatte, nach nur fünf Monaten ihren Posten an der Konzernspitze aufgibt. Und gestern schließlich die Meldung, dass Karstadt-Eigentü- mer Nicolas Berggruen mit dem österreichischen Investor René Benko über den Ver- kauf der Warenhauskette verhandele. Sie habe gehofft, die zwei Jahre bis zur Rente noch in ihrem Karstadt zu schaffen, sagt eine Verkäuferin, nun bezweifelt sie es.