Nonstop von Neukölln zum Land am Meer

1_kimimiz_tempelhofer feld_berlin-neuköllnDie Maschine der Air Kimimiz kam mit knapp halbstündiger Verspätung und bestens aufge- legter, laut singender Crew, um die Passagie- re für den Jungfernflug abzuholen. Und es wa- 2_kimimiz_tempelhofer feld_berlin-neuköllnren viele, die sich gestern das Erleb- nis, vom seit Jah- ren stillgelegten Airport Tempelhof aus in einen Kurz- urlaub zu starten, nicht entgehen lassen wollten. Zumal das Ziel ein Land am Meer und die Reise kostenlos sein würde. Für die meisten bedeutete sie außerdem ein Wiedersehen mit Tochter, Schwester, Freundin oder Nichte. Dass der Komfort an Bord des völlig überbuchten Fliegers nicht mal an den einschlägiger 3_kimimiz_tempelhofer feld_berlin-neuköllnBillig-Airlines heranreichte und so- gar das Gepäck selber getragen werden musste, 5_kmimiz_tempelhofer feld_berlin-neuköllnstörte folglich niemanden. Auch über die ruppige Will- kommenskultur am Zielort sah jeder wohlwollend hin- weg.

Hier, auf der Dorfplatzbühne des Allmende-Kontors, durften sieben Mädchen gestern endlich zeigen, was sie in den letzten Mo- naten gemeinsam mit der Schauspielerin und Regisseurin Ada Labahn erarbeitet haben. KIMIMIZ! Tehata is langweilich aussa is VON UNS!“ heißt das Ergebnis – und 4_kimimiz_tempelhofer feld_berlin-neuköllnschon die Vorbereitung des Stückes war auch für Labahn alles andere als langweilig.

Sie selber habe ihre Karriere mit acht Jahren im Kindertheater begonnen und nach ihrem Schauspielstudium Interesse gehabt, ein Theaterstück mit Kindern zu entwickeln, erzählt sie. „Also habe ich einfach in dem in meiner Nachbarschaft liegendem Schilleria Mädchencafé gefragt, ob die Mädchen, die dort die Nachmittage verbringen, Lust haben, Theater zu spielen. Und tatsächlich traf ich auf eine regelrechte Spielwut mancher Mädchen.“ Im Dezember letzten Jahres begann sie schließlich mit den wöchentlichen Proben, die im Winter in der Schilleria kimimiz-theaterprojekt_tempelhofer feld_berlin-neuköllnund seit Mai auf dem Tempelhofer Feld statt- fanden. Wobei der Verlauf des Projektes mit den Sechs- bis 12-Jährigen nicht immer leicht gewesen sei, weil die Besetzung zwischendurch zerbröselte: „Die Hälfte der Mädchen erschien plötzlich, vermutlich aus familiären Gründen, nicht mehr zu den Proben.“ Die übrigen Kinder hätten kimimiz-theaterprojekt_tempelhofer feld_berlin-neukoellnsich zudem durch die Hitzeperiode im Früh- sommer vom Üben auf der Dorfplatzbüh- ne überfordert gefühlt. Erst als sich vor drei Wochen zwei neue, spielfreudige Mädchen  der Gruppe 6_kimimiz_tempelhofer feld_berlin-neuköllnanschlossen,  ging ein Ruck durch das Ensemble, der die Motivation wieder anwachsen ließ. „Eine Woche vor der Premiere“, so Ada Labahn, „kamen sogar zwei Mädchen, die vorher schon aufgehört hatten, wieder zu unserer Gruppe zurück.“ Deshalb performen nun sieben statt fünf 7_kimimiz_tempelhofer feld_berlin-neuköllnMädchen ihr selbst ausgedachtes Thea- terstück namens „KIMIMIZ!“, was übrigens vom Türkischen ins Deutsche übersetzt „einige von uns“ heiße.

Den Premierengästen gefiel die originelle, mit Spaß und Leidenschaft dargebotene Inszenie- rung so sehr, dass einige gerne noch länger im Land am Meer geblieben wären. Aber den Rückflug wollte doch niemand verpassen.

Das Theaterstück der Schilleria-Mädchen wird  von heute bis Sonntag er- neut jeweils um 17 Uhr aufgeführt, weitere Vorstellungen sind am 30. Juni sowie 1. und 2. Juli um 10 Uhr. Die Air Kimimiz holt die Zuschauer am Ein- gang Oder-/Herrfurthstraße des Tempelhofer Feldes ab; Reiseproviant kann mitgebracht werden.

=ensa=

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