Grünes Denkmal für Franz Späth

späthsche baumschulen_treptowAuf den ersten Blick haben die Späth’schen Baumschulen und das Arboretum nichts mit Neukölln zu tun. Beide sind im Bezirk Treptow-Köpenick angesiedelt. Doch wenn man in die Historie geht, trifft man auf die Information, dass sie bis 1938 auf Neu- köllner Gebiet lagen. Erst vor 76 Jahren gelangten sie also aufgrund einer Gebiets- berliner gedenktafel franz späth_arboretum berlin-treptowübertragung zu Treptow.

Der Späth’sche Gartenbaubetrieb feiert in sechs Jahren sein 300-jähriges Bestehen. Ursprünglich in Berlin beheimatet, siedelte er in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts nach Britz um. 1874 ließ der damals 35-jährige Franz Späth ein heute noch beeindruckendes Her- späthsche baumschule_berlin-treptowrenhaus errichten.

Um 1900 galten die Späth’sche Baumschulen als größte Baumschule Europas, in Britz waren sie zeit- weilig der größte Arbeitgeber. Franz Späth war ein vermögender Mann. Er soll sogar erwogen haben, das Schloss Britz mit Gutshof zu kaufen, letztlich schreckte ihn jedoch der zu hohe Kaufpreis davon ab. Um 1879 ließ er ein Arboretum, d. h eine botanische Sammlung lebender Gehölze, auf dem Gelände anlegen. Auf dem nur 3,5 Hektar großen Gelände finden sich Bäume aus den verschiedensten Ursprungsländern, aus China, Japan, Nordamerika und vielen anderen mehr. Die Gehölzsammlung umfasst, nach einer Information des Instituts für Biologie der Humboldt-Universität, ungefähr 1.200 unterschiedliche Wildarten  und gärtnerische Sorten von Bäumen und  Sträuchern. An den  Hinweis-

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schildern ist erkennbar, dass einige Bäume schon im 19. Jahrhundert angepflanzt wurden. Das Arboretum wurde 1961 dem damaligen Institut für Spezielle Botanik der Humboldt-Universität angegliedert, das auch heute noch für das Gelände zu- späth-arboretum herrenhaus_berlin-treptowständig ist und das Herrenhaus am Eingang für die AG Botanik und Arboretum nutzt.

Auf verwinkelten Wegen kann man heute das Arboretum besichtigen, und trotz des lauten Autoverkehrs der angrenzenden Späthstraße, gelingt es leicht, sich von der hervorragen- den Gartengestaltung verzaubern zu lassen. An einem kleinen Teich sind Sitzbänke ange- ordnet, die außer von Spaziergängern auch gerne von Künstlern benutzt werden, die die grüne Oase auf Leinwand oder Papier bannen wollen.

An Franz Späth, der 1913 verstarb, und die Späth’schen Baumschulen erinnern heute noch die Späthstraße, die S-Bahnstation Baumschulenweg und die Siedlung Späths- felde. Die Späth’sche Baumschule wurde 1997 an die Erben zurück übertragen.

Der Eintritt ins Arboretum an der Späthstraße 80/81 kostet 1 Euro; der Betrag ist in einen bereitstehenden Kassenbehälter zu werfen.

=Reinhold Steinle=