Irgendwer jubelt immer

Gestern begann, was erst heute in einem Monat wieder enden wird: die 20. Fußball-Weltmeisterschaft. Teams aus 32 Ländern spielen in Brasilien um die begehrteste Kicker-Trophäe, die zuletzt von den Spaniern gewonnen wurde. Ob sie den Titel vertei- digen können, wird sich zeigen. Ebenso, wie weit  Deutschland und Gastgeber Brasi-

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lien beim FIFA World Cup kommen. Schon jetzt ist indes sicher: In Neukölln kann nach jedem Spiel gefeiert werden, das nicht unentschieden endet, weil Menschen aller WM-Teilnehmernationen hier leben. Manchmal sind es nur wenige, wie die vom Migrationsbeauftragten des Bezirks übermittelte Statistik belegt. Lediglich vier Neu- köllner/innen sind im Besitz der honduranischen Staatsbürgerschaft, sechs haben einen uruguayischen, neun einen costa-ricanischen und 15 einen Pass der Elfen- beinküste. Da wird der Jubel etwas leiser ausfallen, selbst wenn noch die inzwi- schen Eingebürgerten einstimmen. Ungleich lauter dürfte die Begeisterung in Neu- kölln für andere WM-Teams ausfallen: 2.772 der insgesamt 322.153 Menschen im Bezirk (Stand: 31.12.2013) sind italienische, 1805 französische, 1.657 bosnien-herzgowinische, 1.596 spanische, 1.474 kroatische, 1.446 griechische, 1.343 bri- tische und 1.173 US-amerikanische Staatsbürger. Die meisten Fans hat aber auch in Neukölln die deutsche Elf hinter sich; die Gastgeber müssen sich mit der Unter- stützung von 253 Neuköllnern mit brasilianischem Pass begnügen, theoretisch. Praktisch sind da ja noch die, die frei von Stammesdünkel mitreißende Spiele feiern.

Eine Antwort

  1. 2773 Italienfans sind es mindestens, denn trotzdem ich Deutsche bin, stehe ich hinter dem italienischen Fußball. Ich liebe den Sport und muss nicht automatisch für die deutsche Elf sein, weil ich hier geboren bin. Leider sehen das nur wenige Deutsche so. Für sie ist man ein Verräter und wird mit Kopfschütteln bedacht. Schade, dass das aus den Köpfen nicht raus geht. Aber ich gebe die Hoffnung nicht auf und versuche stets Zeichen zu setzen.

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