Kreuzberg, Neukölln, Tempelhof, Wedding: Tim Hochmuth mit „Dat Prinzesschen“ auf Weltrekord-Tour

lesung dat prinzesschen_gelateria mos eisley neuköllnMärchen standen gestern nicht auf der Karte der Gelateria Mos Eisley, es gab sie aber trotzdem. Quasi als Topping servierte gelateria mos eisley neuköllnTim Hochmuth in dem Neuköll- ner Eiscafé zwei der 14 Geschichten aus seinem Märchenbuch „Dat Prin- zesschen“. Für mehr war keine Zeit, denn die Le- sung war nicht nur eine Lesung, sondern zugleich ein Weltrekordversuch. „Dass ein Autor an einem Abend vier Lesun- gen in verschiedenen Berliner Bezirken macht, das gab es noch nicht“, hat Hoch- muth von den Machern des Guinness-Buch der Rekorde erfahren. Die Chancen, mit „Dat Prinzesschen“ einen Weltrekord zu ergattern, seien also gut. So denn alles wie geplant klappt und die Berliner Verkehrsbetriebe die Wege von A nach B nach C und tim hochmuth_gelateria mos eisley neuköllnD fahrplanmäßig unterstützen.

Los ging es um halb 5 im Kinder-buchladen Nimmersatt in Kreuz- berg. Die Gelateria Mos Eisley war Tim Hochmuths zweites Etappen- ziel, dem noch noch weitere in den Bezirken Tempelhof und Wedding weltrekord-lesung_gelateria mos eisley neuköllnfolgen sollten. Wer wieder- um ihm bei der gesamten Lesetour folgte, bekam zwar keinen Weltmeister- titel, wird jedoch in der Danksagung im Buch erwähnt.

Ob es „Dat Prinzesschen“ überhaupt jemals zwischen Buchde- ckeln geben wird, ist allerdings zurzeit noch fraglich. „Aber wir haben viel Hoffnung, dass es klappt“, beschreibt Tim Hochmuth den Ist-Zustand und spricht damit auch für die Künstlerin Sabine Ammer, die die Texte mit ihren farbenfrohen Illustrationen eistheke_gelateria mos eisley neuköllnergänzt. In einer 90-tägigen Crowdfunding- Aktion, die am 16. Juni endet, sollen 9.500 Euro für die Produktion der Erstauflage gesammelt werden. Inzwischen sind 6.730 Euro zusammen, was wahrlich optimis- tisch stimmen kann. Natürlich, so Hoch- muth, sei auch der Weltrekordversuch Teil des Marketings und der Ambition, die Märchenwelt des Prinzesschens bundesweit in die Regale der Buchhandlungen zu tim hochmuth_gelateria mos eisley_ neuköllnbringen.

Eine halbe Stunde, mehr Zeit habe er nicht, kündigte der Autor dem Publikum an, das ihm Eis schleckend gegenüber saß, bevor er mit der Geschichte „Dat Prinzesschen und der kleine Knappe“ begann. Schnell wurde klar, dass Hochmuths Hauptfigur nur wenig mit den Protagonistinnen kon- ventioneller Märchen gemeinsam hat. Und so findet sie auch wenig Gefallen am Prinzen-Casting, das der Vater der mutterlos aufgewachsenen Thronfolgerin organisiert hat, um die Tochter endlich unter die Hau- dat prinzesschen_sabine ammerbe zu bringen. Am Ende findet sie zwar den Richtigen, doch von den Prinzen Hosevoll, Dünnpfiff, Harndrang und anderen adeligen Kandidaten ist es keiner.

Eine weitere Facette seiner Titelfigur offenbarte Tim Hochmuth schließlich mit „Dat Prinzesschen wird Rit- terin“. Einer Geschichte, die an Pippi Langstrumpf den- ken lässt, erneut mit einer Überraschung für den König endet und zudem den Spaß des Berliner Autors an Wortspielereien beweist. Die Idee, erzählte er noch schmunzelnd, sei übrigens durch eine Kohlsuppen- diät-Phase in einer WG entstanden.

Es sind immer wieder diese Momente, in denen alt- bekanntes Märchenhaftes auf die Gegenwart stößt, die „Dat Prinzesschen“ zu etwas Besonderem machen. „Kinder finden’s spannend und Erwachsene witzig“, ist der Eindruck, den Hochmuth bisher bei Lesungen gewann. Auch das Publikum in der Neuköllner Eisdiele war begeistert. Wer eine Zugabe wollte, folgte dem 29-Jährigen in die ufaFabrik in Tempelhof, wo der Weltrekordversuch fortgesetzt wurde.

=ensa=

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