Schule fertig – und dann?

jobpoint-ausbildungsmesse_sehitlik-moschee neukoellnViele waren es nicht, die bei dieser Premiere dabei sein wollten. Vor der Şehitlik-Moschee, wo sich bei Tagen der offenen Tür oder bei Festen Gemeindemit-jobpoint-ausbildungsmesse_sehitlik-moschee neuköllnglieder und Besucher drängen, war Freitagnachmittag noch viel Platz. Zum Publikumsmagnet taugte die Ausbildungsmesse „Bildung bildet“ nicht, die vom Job Point Neukölln und dem Mo- schee-Verein initiiert wurde. Der Vorteil: Wer da war, konnte sich ausgiebig und in aller Ruhe an den gut 20 Ständen über die vielfältigen Mög- lichkeiten informieren, in welche Richtung der berufliche Weg nach dem Abschluss ahmet basar sen_ender cetin_jobpoint-ausbildungsmesse_sehitlik-moschee neuköllnder Schule führen könnte.

Wie wichtig es ist, die Schulzeit erfolgreich zu absolvie- ren und sie nicht mit einem Abgang zu beenden, hob niemand geringerer als Ahmet Başar Şen (l.) hervor. Der türkische Generalkonsul eröffnete an der Seite von En- der Cetin, dem Vorstandsvorsitzenden des Moschee-Vereins die Veranstaltung. Arbeitslosigkeit sei eines der größten Probleme der Stadt und junge Menschen mit Migrationshintergrund, aber ohne Schulabschluss und Ausbildung seien am stärksten davon betroffen, sagt Başar Şen. Nichts Neues für die, die ihm zuhören – die Mitarbeiter von Ausbildungsbetrieben, Weiterbildungs- zentren und Beschäftigungsträgern. Der Wunsch des Generalkonsuls, dass „die Schere zwischen freien Ausbildungsplätzen und Jugendlichen, die keine Lehrstelle nihat sorgec_jobpoint-ausbildungsmesse_sehitlik-moschee neuköllnfinden, kleiner wird“, ist auch ihrer. Den nach deut- licheren Worten erfüllt Ahmet Başar Şen nicht, Nihat Sorgec (r.) schon.

Der 56-jährige Diplom-Ingenieur ist geschäftsführen- der Gesellschafter beim BWK Bildungswerk Kreuz- berg und wurde für sein Engagement im Bereich der Förderung von Integration, Ausbildung und Chancen- gleichheit bereits mit diversen Auszeichnungen bis hin zum Bundesverdienstkreuz geehrt. Er selber kam als Teenager mit den Eltern nach Deutschland, in einer Zeit, als „bei Einwanderern noch vorwiegend die körperliche Belastbarkeit war und niemand daran dachte, dass die Arbeitskräfte aus anderen Ländern auch Menschen sind.“ Seine Eltern, räumt Nihat Sor- gec selbstkritisch ein, hätten das auch vergessen, schon weil sie damals von einem eher kurzzeitigen Intermezzo fernab der Heimat ausgingen. Ein Um- bwk kreuzberg_sehitlik-moschee neukoellndenken habe erst vor einigen Jahren eingesetzt, „aber leider nicht bei allen“.

Einseitige Schuldzuweisungen, macht Sorgec klar, helfen kaum weiter, wenn es darum geht, das Problem der immer noch großen Schwierigkeiten bei der Integration junger Leute mit Migrationshintergrund ins Arbeitsleben zu lösen: Die Gesellschaft tue gut daran, die interkulturelle Kompetenz jener Jugendlichen viel stärker zu nutzen. Ebenso wichtig sei stern+kreis_jobpoint-ausbildungsmesse_sehitlik-moschee neuköllnaber, dass in ihren Familien ein Knoten platzt und sich die Erkenntnis durchsetzt, dass „die Schulphase ein wichtiger Baustein für eine erfolgreiche Zukunft ist.“ Viele Eltern würden ihre Kin- der, die zumindest rudimentäre Voraussetzungen da- für mitbringen, nach wie vor in ein Studium drängen. „Hier ist ein Paradigmenwechsel nötig!“, fordert Nihat Sorgec und appelliert an sie, sich nicht nur mehr für den Werdegang der Jugend- lichen zu interessieren, sondern auch anzuerkennen, dass eine Ausbildung oft das bessere Fundament für die Integration in den Arbeitsmarkt sei. Studieren könne man auch nach der Ausbildung noch. „Deutschakc berlinjobpoint-ausbildungsmesse_sehitlik-moschee neuköllnland braucht qua- lifizierte Fachkräfte“, so der Mitinitiator der Berliner Tulpe, „und in der Türkei beispielsweise ist das nicht anders.“ Nicht zuletzt könnte eine Zahl Anreiz sein, karrieristische Ambitionen zu ent- lernladen neuköllnjobpoint-ausbildungsmesse_sehitlik-moschee neuköllnwickeln: „Eine Fachkraft verdient in ih- rem ganzen Berufsleben durchschnitt- lich 300.000 Euro mehr als eine unge- lernte.“

Es war ein Strauß von Perspektiven, der sich den Besuchern der Job Point-Ausbildungsmesse präsentierte. Die Polizei war ebenso mit ihren Laufbahn-Beratern vor Ort wie das JobCenter, der Lernladen Neukölln, diverse Aus- und Weiterbildungs-Einrichtungen sowie Unternehmen. „Wer eine Goldschmied-Ausbildung gemacht hat, ist bei Medi- zintechnik-Herstellern sehr begehrt“, warb eine Mitarbeiterin vom AKC Berlin. Und am Stand der Stern und Kreisschiffahrt, wo Jugendlichen das Erlernen verschiedenster Berufe angeboten wird, berichtete eine junge Frau von ihrer Ausbildung zur Binnen- schifferin. Viele Mädchen gebe es noch nicht, die sich für diese Karriere entscheiden, sagte sie, aber mit erfolgreich abgeschlossener Ausbildung gebe es unheimlich viele Möglichkeiten überall in der Welt zu arbeiten.

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