Bunt und vergänglich: der schönste Baum am Maybachufer

2_klebebande berlin_maybachufer neuköllnOstern stand noch nicht unmittelbar be- vor, als es am Neuköllner Maybachufer schon richtig bunt wurde und auf einer Terrasse am Landwehrkanal etwas Spek- takuläres zu finden war: ein Baum, der sich zwar farblich von seinen Artgenos- sen in der Umgebung unterschied, aber oben herum ebenso dreidimensional war wie sie. Gesät hatten ihn die drei Berliner Bruno Kolberg, Bodo Höbing und Kolja Bultmann, die seit einiger Zeit als Klebebande  mit handelsüblichen Gewebebän- dern und „sehr viel Vorkenntnis und Erfahrung“ außergewöhnliche Kunstwerke kre- ieren. „Durch die Wahl des Ortes kam die Idee mit dem Baum“, sagt Kolja Bultmann.

Etwa 750 Meter neonfarbenes Klebeband in 2,5 und 5 Zentimetern Stärke hat das Tape-Art-Trio am letzten Freitag am Maybachufer für seine experimentelle 3D-Techno-

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Nature-Installation verarbeitet. Statt einen fulminanten Baum zu schaffen, der vom Bo- den  in den Raum  wächst, hätte  mit dem Material auch  locker die Strecke  von  der

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3_klebebande berlin_maybachufer neukölln Terrasse  bis zur Sonnenallee oder über den  Landwehrkanal hinweg bis zum  Görlitzer Park im Nachbarbezirk Kreuz- 6_klebebande berlin_maybachufer neuköllnberg markiert werden können.

Rund drei Stun- den dauerte es, bis das – von Passanten und einem Film- team beobachtete – Werden des Kunstwerks abgeschlossen und die perfekte „Ko- existenz von Natur und Farbe im öffentlichen Raum“ vollendet war. Wer erst wäh- rend der Entstehungsphase von der Aktion der Klebebande erfahren hatte und sich klebebande berlin_maybachufer neuköllnselber ein Bild davon machen wollte, musste schnell sein: Schon abends beim Regen sei der Tape Tree 3D wieder ent- sorgt worden, sagt Kolja Bultmann (l.). Doch bereits im Sommer, kündigt er an, werde es in Neukölln erneut eine Instal- lation von ihnen geben: Dann machen die Tape-Artisten die 10 x 15 Meter große Flä- che einer Fassade durch kunstvoll aufge- brachte Gewebebänder zum Eyecatcher.

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