Unerwünschter Begleiter Unbehagen: Frauen erkunden die dunklen Ecken eines Neuköllner Kiezes

defekte straßenbeleuchtung flughafenkiez_neuköllnTagsüber ist alles in Ordnung. Dann ist ihr Kiez ein Zuhause, in dem sie sich wohlfühlen. Kritisch wird es bei Dunkelheit. „Wir wurden von vielen Bewohnerinnen auf die schlechte Beleuchtungssituation in Straßen und auf Plätzen aufmerk- sam gemacht“, sagt Aysel Şafak vom Quartiersmanagement Flughafenstraße vor dem Start zur nächtlichen Erkundungs- qm-flyer dunkle ecken im flughafenkiez_neuköllntour durch das Viertel.

Zehn Frauen aller Altersgrup- pen haben sich eingefunden, um gemeinsam mit der Quar- tiersmanagerin die dunklen Ecken im Kiez aufzusuchen und zu katalogisieren. Eine Dolmetscherin, die Verständi- gungsklippen zwischen der deutschen und türkischen Spra- che zu umschiffen hilft, ist auch mit dabei. „Bei diesem Rundgang soll das subjektive Gefühl eingefangen werden, das ihr abends in den Straßen des Kiezes habt“, erklärt Şafak und berichtet, dass sie im Vorfeld der Aktion bereits Gespräche mit der Neuköllner Gleichstellungsbeauftragten wie auch der Senatsverwaltung für Stadtent- wicklung nächtliche erkundungstour flughafenkiez_neuköllngeführt habe. Dort sei man eben- falls auf die Ergebnisse der Tour gespannt.

Weil die Hauptstraßen zusätzlich durch die Geschäfte beleuchtet sind, werden be- wusst die Seitenstraßen angesteuert. Aysel Şafak teilt Kiezpläne aus. „Vom Quartiers- büro hier in der Erlanger Straße geht es zur Isar-, Neckar-, Boddin-, Flughafen- und Mainzer Straße“, informiert sie. Anschlie- ßend stehe die Besichtigung des Sasarsteigs und der Gegend um den Käptn Blau- bär-Spielplatz gebietskarte_qm flughafenkiez neuköllnan.

Die Liste der düsteren Ecken, die von Frauen und älteren Menschen gemieden oder voller Unbeha- gen durchquert werden, ist lang. Manchmal würde schon durch die Reparatur einer Straßenlaterne Licht in die Angelegenheit gebracht und das ungute Gefühl reduziert werden. Verschiedentlich sind es aber auch architektonische Begeben- heiten, die verändert werden müssten, um das Sicherheitsempfinden zu steigern. Ein Effekt der Bestandsaufnahme werde sein, verspricht Aysel Şafak, dass der Senatsverwaltung eine Übersicht defekter Beleuchtungskörper im Bereich des Quartiersmanagements Flughafen- straße  zugehe. Außerdem solle die Tour Aufschluss darüber geben,  „worauf künftig schon im Vorfeld bei Umgestaltungmaßnahmen  im Kiez geachtet werden muss.“

Die Meldung defekter Straßenlaternen im Stadtgebiet kann online bei Stö- rungsmeldung Berlin oder über die kostenfreie BerlinLicht-Rufnummer 0800 110 20 10  erfolgen.

=ensa=

3 Antworten

  1. Liebe Studis, macht euch keine Sorgen, die armen (also z.B. sämtliche normalen Ausländer und ähnliche) werden bald alle weg sein, weil sie sich Nord-Neukölln nicht mehr leisten können (>12 Eur/m2 Mieten). Dann sind hier in Nord-Neukölln nur noch Studis und Yuppies unterwegs. Dann kann gar nix mehr passieren.

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    • Die zehn Frauen die da waren, waren alle tükirscher Abstammung und leben zum Teil seit über 20 Jahren im Kiez und leben immer noch da und werden auch in den nächsten 20 Jahren hier leben.

      Es gibt also nicht nur Studis und Touristen im ganzen Norden von Neukölln. Was in einem Kiez wahr ist, muss nicht für alle Kieze gelten. Außerdem sind Studis und Touristen auch Menschen und können nichts dafür, dass Berlin so beliebt und immer noch, vergleisweise zu Hamburg oder München, günstig ist.

      Wir sind in Neukölln tatsächlich mit steigenden Mieten konfrontiert, aber unser Problem hängt nicht mit Studis und Touristen zusammen. Sie sind nur eine Begleiterscheinung.

      Salam, Nermin

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  2. Das ist wohl ein Scherz: In meinem Kiez ist die Kriminalität seit Auftauchen der Studis und Touris angestiegen! Die Einnahme von Drogen und Alkohol macht unberechenbar.

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