Eine sichere Bank

Der weitere Umbau der Karl-Marx-Straße würde wegen der Einschränkungen auf der parallel verlaufenden Hermannstraße von 2014 auf 2015 verschoben werden müs- sen, kündigte der Neuköllner Baustadtrat Thomas Blesing Ende letzten Jahres bei einem Treffen der [Aktion! Karl-Marx-Straße] an. Am selben Abend informierte er darü- ber, wie auch im Protokoll (S. 5) vermerkt, dass die Umbenennung vom Platz der Stadt Hof in Alfred-Scholz-Platz wegen einer mit der Europawahl verbundenen 10- wöchigen Sperrfrist noch im März erfolgen muss oder erst nach der Wahl sein kann.

platz der stadt hof_alfred-scholz-platz_neukölln

In neun Tagen, bei einer Veranstaltung zum Umbau der Magistrale Weiterlesen

Weshalb ist die Gurke nicht krumm, die Finanzkrise durchaus vorteilhaft und Schäuble nicht da gewesen?

eu-flagge_bvv-saal neuköllnDie Europaflagge hing schlaff in einer Ecke des BVV-Saals im Neuköllner Rathaus ab. Hoch motiviert waren dagegen diejenigen, die in den Sesseln Platz genommen hatten, in denen sonst die Bezirksverordneten sitzen. Auf den Ti- schen vor ihnen, die gemeinhin mit Papier übersät sind, europa-quiz für senioren_rathaus neuköllnstanden Kaffeetassen und Kuchenteller.

Der Neuköllner Sozialstadt- rat Bernd Szczepanski und Cordula Simon, Europabe-auftragte des Bezirks, hat- ten in Kooperation mit dem Bürger Europas e. V. vorges- tern Senioren aus Neukölln zum Europa-Filmquiz einge- laden – und an die 50 waren gekommen. Eine „unterhaltsame Veranstaltung“, bei der sich „viel Interessantes über Europa“ erfahren lässt und man „live oder virtuell“ Fi- nanzminister Wolfgang Schäuble, dem Lindenstraße-Schauspieler Weiterlesen

Ist nicht! Entfällt!

Die Natur ist ihrer Zeit – verglichen mit dem Vorjahr – weit voraus. Auch die Gastrono- men haben die Eselsbrücke längst überquert und ihre Stühle und Tische aus dem  Winterzeitlager  zurückgeholt, um sie  vor  die  sommerzeitlich anmutenden Lokale zu

rathaus-uhr_neukölln

stellen. In der kommenden Nacht ziehen nun ebenfalls die Uhren nach bzw. springen vor, stehlen Schlafenden und Wachen eine komplette Stunde und bewirken damit, dass es ab morgen wieder länger dunkel und hell bleibt.

Mahnendes Eingreifen, wo Menschenrechte verletzt sind

genezareth-kirche_neuköllnWenn alle anderen Möglichkeiten ausge-schöpft sind, ist er da: Vor über 30 Jahren nahm der ökumenische Verein Asyl in der Kirche, zunächst als Initiative, seine Arbeit auf und richtete das bundesweit erste Kirchenasyl in der Berliner Heilig-Kreuz-Kirche ein. Seitdem ist er für Menschen, die ihre Heimatländer verließen, als Flücht- linge nach Deutschland kamen, das Asyl- bewerber-Verfahren durchliefen, nicht aner- kannt wurden und nun abgeschoben wer- den sollen, die letzte Hoffnung. Ein Licht- blick in der dunklen Gegenwart, die eine noch finsterere Zukunft befürchten lässt.

Derzeit nehmen acht Gemeinden in Berlin Menschen ins Kirchenasyl auf. „Aktuell betreuen wir 14 Personen, darunter zwei Familien“, berichtete Peter Becker vom Vorstand des Asyl in der Kirche e. V. Berlin letzten Sonntag in der Weiterlesen

Ende in Sicht, aber …

Fast bis Mitternacht musste gestern warten, wer sich mit einem der Neuköllner Be- zirksverordneten auf einen Absacker nach der BVV-Sitzung verabredet hatte. Zu den Tagesordnungspunkten, die ähnlich schnell wie die Konsensliste abgehakt werden konnten, gehörte die Mündliche Anfrage „Öffentliches Schwimmbad zu verkaufen“ der LINKE-Fraktion. Es sei richtig, dass die Berliner Bäderbetriebe derzeit per Aus- schreibung nach einem externen Betreiber  für ein Neuköllner  Schwimmbad suchen,

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bestätigte Sportstadträtin Dr. Franziska Giffey. Dabei handelt es sich Weiterlesen

„Es kommt auf die Bedürfnisse an“

Karin Kramer im Mai 2013 in der Galerie bauchhund

Karin Kramer im Mai 2013 in der Galerie bauchhund

An eine Begegnung, die schon einige Jahre zurück liegt, kann ich mich noch gut erinnern: Ich bereitete damals eine Führung durch die Gewerbe- und Dienst- leister-Szene des Richardkiezes vor und sprach auch Karin Kramer an, die mit dem namensgleichen Verlag schon lange in diesem Neuköllner Kiez beheimatet ist. Sie empfing mich in ihrem kleinen Büro, das nach  Büchern  roch  und chaotisch aussah.

Die Idee der Gewerbetouren fand sie zwar toll, beteili- gen wollte sie sich daran mit dem Karin Kramer Verlag jedoch nicht. Großes Aufheben hat die Verlegerin nie um ihre Tätigkeit gemacht. Selbst viele Nachbarn aus der Niemetzstraße wissen deshalb vermutlich bis heu- te nicht, was im Ladenbüro des Altbaus mit der Haus- nummer 19 passiert.

Seit 44 Jahren gibt es den Karin Kramer Verlag nun- mehr, seitdem führten Karin und Bernd Kramer ihn zu- sammen. Mindestens acht Belletristik- und Sachbü- cher, in denen es vornehmlich um Anarchismus, Anar- chie und Utopien ging, gaben sie pro Jahr heraus. Auf solche Themen Weiterlesen

Steinerne Zeitzeugin

Auch der 25. März 1879 war ein Dienstag. Bedeutsamer für Neukölln, das damals noch Rixdorf hieß, war aber: Es war der Tag, an dem an der Karl-Marx-Straße, die damals noch Bergstraße hieß, die  Magdalenenkirche eingeweiht wurde. Nur 20 Mo-

magdalenenkirche_neukölln

nate waren seit der Grundsteinlegung vergangen, dann konnte das Weiterlesen

Unter Hipstern: Mit Uli Hannemann zu den Kreuzköllnern

Ich hatte ja ein bisschen gehofft, denjenigen bei der Buchpräsentation von Uli Hannemanns erstem Roman „Hipster wird’s nicht“ zu treffen, der mich Neuköllnerin uli hannemann_heimathafen neuköllnauf diesen Autor gebracht hat: ein Kreuz- berger mit Geschmack und der gleichen Vorliebe für Hipster-Lästereien. Das Publi- kum vorgestern Abend im Heimathafen Neukölln sah auch irgendwie nach Kreuz- berg aus – ab 30 aufwärts und mehr oder weni- ger intellektuell wirkend. Nicht ein Hipster in Sicht. Für mich ein guter Start in den Abend.

Es wurde so voll im Saal, dass den begeisterten Zuhörern sogar die Ränge geöffnet wurden. Immer wieder lachend und klatschend, lauschten wir alle der Weiterlesen

Kiehlsteg, Tempelhofer Feld, Flüchtlingsunterkünfte, Job Center: Hitzige Debatten im Neuköllner BVV-Saal zu erwarten

Wenn sich Mittwoch die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung ab 17 Uhr im Rathaus zu ihrer 27. öffentlichen Sitzung der laufenden Legislaturperiode trifft, könnte es wieder voll werden auf den Besuchertribünen. Denn auf der Tagesordnung der sonnenuntergang tempelhofer feld_oderstraße neuköllnBVV stehen u. a. Große Anfragen und Anträge zu den brisanten Themen Kiehl- steg und Tempelhofer Feld.

„Gleiche Bedingungen beim Volksent- scheid THF“ lautet der Antrag, den DIE LINKE.Neukölln gemeinsam mit GRÜNE Neukölln einbringt. In ihm fordern die Frak- tionen beider Parteien, dass „die Bürgerini- tiative Tempelhofer Feld 100% ebenso wie der Senat auf dem Feld mit Ständen und temporären Bauten für ihren Volksentscheid werben kann.“ Um die Pläne des Senats, die verhindern wollen, dass Weiterlesen

Kein Grund zum Feiern

epd-flagge_rathaus neuköllnGestern war es wieder soweit: Vor dem Neuköllner Rathaus wurde die Equal Pay Day-Flagge gehisst, um an die Lohn-Unge- rechtigkeit zwischen Frauen und Männern zu erinnern. Bis zum 21. März müssen Arbeitnehmerinnen in Deutschland ackern, equal pay day-tascheum das Vorjahresgehalt männlicher Kol- legen zu erreichen, weil sie durchschnitt- lich 22 Prozent weniger Lohn für glei- che Arbeit bekommen.

„Das ist ein Skandal!“, findet Cornelia F. Krämer vom Business and Professional Women Germany Club Berlin (BPW), die am Vormittag zusammen mit Sylvia Ed- ler, der Neuköllner Gleichstellungsbeauf- tragten und Petra Galsterer vom Netzwerk Frauen in Neukölln zum Red Dinner vor dem Rathaus geladen hat. Eine Mischung aus Demo mit Flashmob-Charakter und der Möglichkeit, bei Laugenbrezeln und Getränken mit Pas- santinnen über ein Umdenken bei Minijobs und Teilzeitbeschäftigungen ins Ge- spräch zu kommen, sollte es werden – ein aussichtsloser Kampf gegen Weiterlesen

Gut und besser

Umfragen hätten gewiss ein anderes Resultat ergeben, doch nun steht fest: Die gute Seite  des Neuköllner Richardplatzes ist die mit Nord-Ost-Ausrichtung. Seit drei Wo- chen steht  es schwarz auf weiß über der  Tür des Eckladens, der nicht  eben von der

buchhandlung die gute seite_neukölln richardplatz_neukölln

Sonne verwöhnt wird. Die bescheint bevorzugt und ausdauernder das Weiterlesen

Hilfe anbieten, ohne Scham zu bewirken

aktion alpha-kompetenz_berlin-neuköllnMeist reichen schon Kleinigkeiten, damit  Unbehagen in Angst umschlägt: mit Schriftstücken übersäte Schau- fenster oder Kugelschreiber und Formulare direkt neben der Eingangstür. Es sind Signale, die abschreckend wirken – auf alle, die nicht oder nur unzureichend lesen und schreiben können. Also auf etwa 28.000 Men- schen, die in Neukölln leben, oder mehr als 300.000 Berliner. Gedanken über die Wirkung solcher Alltäg- lichkeiten macht sich aber kaum jemand, weil das Thema Analphabetismus im Bewusstsein derer, die lesen und schreiben können, häufig die Relevanz einer Marginalie hat. Zu unvorstellbar ist ein Leben in einer Parallelwelt ohne diese Fertigkeiten.

So ergeht es zum Leidwesen der Betroffenen auch vielen, die bei ihrer Arbeit in sozialen oder kulturellen Einrichtungen, Ämtern, Arztpraxen und medizinischen Bera- tungsstellen häufig mit funktionalen An-Alphabeten zu tun haben. Insoweit unter- scheidet Neukölln sich nicht von anderen Berliner Bezirken – und Weiterlesen

Alle anders, alle gleich

internationale wochen gegen rassismus 2014Seit 1967 ist der 21. März auf Beschluss der Generalversammlung der Vereinten Nationen der Welttag gegen Rassismus. In Deutschland fan- den Veranstaltungen rund um den Aktionstag zunächst binnen einer Woche statt; 2008 wurde das Zeitfenster ob stetig wachsender Beteiligung auf zwei Wochen vergrößert, und der Interkulturelle Rat in Deutschland e. V., der die Veranstaltungen seit 1994 koordiniert, rief die Internationalen Wo- chen gegen Rassismus aus. In diesem Jahr ha- ben sie am 10. März begonnen und enden am kommenden Sonntag.

134 Aktionen in Berlin finden sich in der Veran- staltungsdatenbankIn Neukölln sind es klägliche acht, wenn man auch die vier Aufführungen der „Asyl-Monologe“ im Heimathafen Neukölln berücksichtigt, die allerdings erst nach dem offiziellen Ende Weiterlesen

Neukölln bewegt

Dieses Motto steht über dem Fotowettbewerb, den die Bürgerstiftung Neukölln aktuell ausschreibt. Noch  bis zum 15. Juni  können Bilder, die Bewegtes aus dem Bezirk als

rollbergrennen 2013_neukölln marathon 2012_hermannplatz neukölln

Motiv haben, eingereicht werden. Alle Werke sind im Juli bei einer Ausstellung im Neuköllner Leuchtturm zu sehen, einige erscheinen im N+Kalender 2015, die besten sechs werden mit Geld- und Sachpreisen prämiert.

Die Neuen aus der Wuhlheide

Jetzt ist die Zeit, um sich auf eine Bank in die Sonne zu setzen, erstmal wieder vorbei. Manchen genügte auch eine Fensterbank. Den drei Pfauen, die im Dezember aus der Wuhlheide auf den Gutshof Britz kamen, schien es jedenfalls in der Märzsonne zu ge-

pfauen_gutshof britz_neukölln

fallen. Bisher waren sie in einer Volière, um „ortsansässig“ zu werden. Weiterlesen

Natürlich bunt

zufahrt_kinderkünstezentrum berlin_neuköllnDurch den langen, grauen Tunnel muss man durch. Er führt von der Ganghofer-straße zum KinderKünsteZentrum, das im September 2011 in die Räumlichkeiten zog, die vorher vom Museum Neukölln genutzt wurden. Wer anschließend links abbiegt, bekommt jedoch ein sehenswertes Kon- trastprogramm zur Tristesse präsentiert: „Färbergärten – Kunst mit Pflanzenfar- ben“ heißt die Ausstellung, die aktuell zu sehen ist.

Rund 80 Kinder von sechs Berliner Kitas haben sie, angeleitet von Künstlern, ent- stehen lassen, indem sie mehrere Monate lang in Workshops mit Farben und Ma- terialien experimentierten. Der ansonsten obligatorische Griff zu Weiterlesen

Erinnert werden wollen

Die evangelische Martin-Luther-Gemeinde in Neukölln widmet sich in diesem Jahr einem sehr ambitionierten Projekt: einer Geschichtswerkstatt zum 1. Weltkrieg. Es sollen Antworten gefunden werden auf Fragen wie: Was prägte das Zusammenleben der Gemeinde, als ein Viertel der flandern_geschichtswerkstatt-martin-luther-gemeinde-neuköllnmänn- lichen Bevölkerung in den Krieg ziehen musste? Wie haben die Menschen die unbeschreibliche Notlage, für die der Kohl- rübenwinter als Synonym steht, überlebt? Wie spielte sich der Alltag in den unvor- stellbaren Wohnverhältnissen der Mietska- sernen ab, mit hoher Kinder- und Jugendsterblichkeit und wo die Lungentuberkulose Volkskrankheit Nr. 1 war? Welche Auswirkungen auf das soziale Leben hatten die Botschaften: Ehemann, Vater, Sohn, Bruder gefallen? Was taten die Weiterlesen

Spät, aber nicht zu spät? Bürgerinitiative will den Abriss des Neuköllner Kiehlstegs verhindern

kiehlsteg neuköllnWas wird aus dem Kiehlsteg? Das sei Sache des Berliner Senats, teilte Horst Evertz vor gut fünf Monaten auf Anfrage mit. Deshalb könne die [Aktion! Karl-Marx-Straße], die auch für das Sanierungsgebiet Sonnenallee zuständig ist, „leider nicht mehr machen, als die Wünsche weiterzuleiten.“ Die Wünsche nach dem Erhalt der historisch bedeutsamen, hölzernen Fuß- gängerbrücke wohlgemerkt, um die sich bereits damals das Gerücht rankte, dass der Senat ihren Abriss plane.

Schon bei einer Bürgerbeteiligungsveranstal- tung im Dezember 2012, bei der drei Entwürfe für die Umgestaltung des Lohmüh- len-/Weichselplatzes vorgestellt wurden, zu dem auch der Kiehlsteg gehört, wurden Sorgen um dessen Erhalt geäußert. Diese wurden offenbar auch vom Weiterlesen

Gegenüberstellung

Wie sich die Bilder doch nicht gleichen: Während Neukölln auf den Tag genau vor einem  Jahr noch unter  einer winterlichen Schneedecke  lag, sitzt  man heute auf  der

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Treppe vor dem Rathaus, um sich die Frühlingssonne ins Gesicht scheinen zu las- sen. Oder hinter bereits bepflanzten Blumenkästen auf dem eigenen Balkon.

Neue Pläne für einen ehemaligen Neuköllner Supermarkt

Es muss nur knapp 12 Jahre zurückgedacht werden: Damals war die Adresse Böhmische Straße 53/54 eine, die jeder kannte, der in der Gegend um RuT-Frauenwohnprojekt_neuköllnden Neuköll- ner Richardplatz wohnte. Im Edeka-Ge- schäft von Thomas Höppner, der im Erd- geschoss des Gebäudes war, bekam man das, was es im Discounter gegenüber ei- ner Post-Filiale am Ende der Straße nicht gab. Am 30. April 2002 schloss Höppner den Markt in der angestammten Adresse und zog mit ihm in die Braunschweiger Straße um. Die Immobilie in der Böhmi- schen Straße versank danach für die An- wohner des Kiezes in der Bedeutungslosigkeit. So soll es aber nicht Weiterlesen