Hier die Erwartungen, da die Wirklichkeit

Es gehört zu den markantesten Gebäuden der Karl-Marx-Straße und den bedeutend- sten Baudenkmälern Neuköllns: die Alte Post. 1906 wurde sie als Kaiserliches Post- amt 1. Klasse eingeweiht, Anfang der 1980er Jahre aufwändig restauriert und erwei- tert und 2003 – mit dem Umzug des Hauptpostamts 44 in die Neukölln Arcaden – ge- schlossen. Seitdem ist der prächtige Bau zur Nutzlosigkeit verdammt,  selbst die Zeit,

alte post neukölln

als er temporär kulturell bespielt wurde, liegt inzwischen wieder Jahre zurück. Ideen, wie die an Investoren veräußerte Alte Post künftig genutzt werden könnte, fänden sich viele. Dass auch nur eine davon – wie z. B. die angedachte Einrichtung eines Kreativ- kaufhauses – in absehbarer Zeit umgesetzt wird, scheint unwahrscheinlich. „Aktuell“, teilte Clemens Mücke von der Wirtschaftsförderung des Neuköllner Bezirksamts jüngst mit, „ist eine Nutzung nicht mit den Erwartungen der Immobilienwirtschaft in Einklang zu bringen.“ Der Dornröschenschlaf der Alten Post geht also weiter.

2 Antworten

  1. Es ist ein Skandal!

    Einer unter vielen. Man(n) bekommt das Gefühl, dass in Zukunft wieder nur das Besetzen von leerstehenden Gebäuden wirklich etwas Positives bewirken kann in den Köpfen der Beton-Investoren-Fraktionen.
    Wenn hier kulturell wertvollste Immobilien als reine Spekulationsobjekte von Menschen einer wie auch immer gearteten Nutzung vorenthalten werden, die das Gebäude selber gar nicht kennen, dann sollte es eine Klausel geben in Kaufverträgen, die einer nachträglichen Enteignung oder Rückübertragung gleichkommt.
    Ähnlich „Rote Flora – Hamburg“

    Diesem entfesselten Kapitalismus auf Kosten der Stadt muss endlich Einhalt geboten werden. Hier ist auch die Politik gefordert. Sie muss den Druck der Öffentlichkeit auf solche nahezu mafiös agierende Fondsgesellschaften weiterreichen.

    Gereon Pilz

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    • Schon richtig, aber der Skandal beginnt doch schon früher: Die Unternehmen -auch die Deutsche Post AG- verscherbeln IHRE eigenen bis dato selbst genutzten Immobilien und mieten sich lieber teuer und Kundenunfreundlich irgend wo anders ein. DAS ist doch für Otto-Normal-Verbraucher nicht nachvollziebar…

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