So was kommt von so was: Verlängerung der U8-Sperrung bremst Umgestaltung der Karl-Marx-Straße aus

bauabschnitte karl-marx-straße_neuköllnFußgänger, die sich über behelfsmäßige Gehwege schieben. Anwohner, die ihre Haustüren nur über Stege erreichen können und deren Geschirr im Takt des Sounds der Presslufthämmer durch die Schränke hüpft. Autofahrer, die sich in einer Falle wähnen, aus der es nur durch die Kraft des ausblick 2014_karl-marx-straße_neuköllnBeamens ein Ent- kommen gäbe. Ge- schäftsleute, die we- nig Kunden und viel Zeit zum Grübeln, weshalb sie ihre Lä- den überhaupt noch öffnen, haben. „80 Wochen Bauzeit sind für die Umgestaltung der Karl-Marx-Straße zwischen Uth- mann- und Jonasstraße veranschlagt“, kündigte Thomas Blesing gestern Abend im SchwuZ beim Treffen der [Aktion! Karl-Marx-Straße] an, während eine Leinwand hinter ihm die wichtigsten Fakten verdeutlichte. Es sei eben ein äußerst schwieriger Bauabschnitt, weil die Straßenflucht dort sehr eng werde, er- aktion kms-treffen_schwuz neuköllnklärte der Neuköllner Baustadtrat. Gerade mal 50 Zentimeter seien es teilweise zwischen den Haus- wänden und dem Tunneldeckel der U-Bahnlinie 7, der im Zuge der Bauarbeiten gleich mitrenoviert werde.

„Wir hatten sogar an eine Totalsperrung des Ab- schnitts für den Fahrzeugverkehr gedacht“, so Blesing. Nun sähen die Planungen aber so aus, dass hier während der Bauarbeiten eine Einbahnstraßenregelung in Süd-Nord-Richtung gelte. Autofahrer, die vom Hermannplatz kommen, würden schon dort  zur Hermann- aktion kms-treffen_schwuz_neuköllnstraße oder Sonnenallee umgeleitet werden: „Spä- testens an der Werbellinstraße wird es für sie auf der Karl-Marx-Straße in Richtung Süden nicht mehr wei- tergehen.“

So sah das Planungsszenario noch wenige Stunden bevor sich die Türen zum SchwuZ öffneten für den Baustadtrat und seine Mitarbeiter aus. Doch dann erfuhr Thomas Blesing vom Debakel, das sich derzeit unter der Hermannstraße bei der Sanierung des U-Bahnhofs Leinestraße abspielt: Schon jetzt ist sicher, dass es mit der Wiedereröffnung der seit August komplett gesperrten U8-Strecke zwischen Boddin- und Hermannstraße im Mai 2014 nichts wird. Erheblich maroder als angenommen sei die Station Leinestraße, ist von der BVG zu erfahren, und das werde dazu führen, dass die unterirdische blesing_evertz_aktion kms-treffen_schwuz neuköllnVerbindung zwischen Boddinstraße und S- Bahn-Ring frühestens im September 2014 wieder in Betrieb genommen werden könne.

„Unter diesen Umständen“, so Blesing (l.), „wird es unmöglich, die für den nächsten Sommer geplanten Baumaßnahmen auf der Karl-Marx-Straße durchzuführen.“ Schließ- lich falle die Hermannstraße, die bereits jetzt durch baustellenbedingte Fahrbahnverengungen regelmäßig kurz vor dem Kollaps stehe, als Entlastungsstraße aus. Für die Anwohner und Gewerbetreibenden zwischen Jonas- und Uthmannstraße bedeutet das, dass sie erst 2015 eine Groß- baustelle vor der Tür haben werden.

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