Erst die Herausforderung Fluchtweg, nun die Nachhaltigkeit

fluchtweg-treppe_familienzentrum karlsgartenstraße neukölln„Die größte Herausforderung“, sind sich alle Betei-ligten einig, „war die Treppe.“ Sie ist baurechtlich notwendig gewesen, um aus dem Haus in der Karlsgartenstraße 6, das einst eine Hausmeister-wohfamilienzentrum karlsgartenstraße neuköllnnung und Räume für die Schulsozialarbeiter der Löwenstein-Schule beher- bergte, ein Bürger- und Fa- milienzentrum machen zu können. „Dieser gesetzlich vorgeschriebene, zweite Fluchtweg, der an den Bau angedockt wurde, hat fast das ganze Budget verschlungen“, musste Dr. Franziska Giffey dieser Tage bei der offiziellen Eröffnung des Zentrums gestehen. Zugleich ist die Neuköllner Schulstadträtin jedoch überzeugt, dass sich die Investition lohnen wird: „Das Konzept einer Beratungsstelle für Kinder und Eltern wertet den Standort auf und wirkt in den nördfranziska giffey_eröffnung familienzentrum karlsgartenstraße_neuköllnlichen Schillerkiez hinein.“ Nur mit guten Angeboten, so Giffey, könne es schließlich gelingen, Familien mit Grundschulkindern im Kiez gunnar zerowsky_eröffnung familienzentrum karlsgartenstraße_neuköllnzu halten.

Das sieht Gunnar Zerowsky (l.) genauso. Er leitet das Quartiersmanagement Schillerpromenade, das für das Soziale Stadt-Projekt  Bürger- und Familienzentrum Karlsgartenstraße Quartiers- fonds-Mittel in Höhe von 215.000 Euro zur Verfü- gung stellte. Einerseits würde damit der Tatsa- falko liecke_eröffnung familienzentrum karlsgartenstraße_neuköllnche Rechnung getragen, dass die stetig wach- sende Bewohnerzahl Probleme bei der Infra- struktur im Kiez aufwerfe. Andererseits aber, so der Quartiers- manager, seien derartige Angebote mit Synergie-Effekten zwi- schen Schul-, Jugend- und Elternarbeit zudem als deutliches Sig- nal zu verstehen, dass man sich ebenfalls der Bedürfnisse jetziger Anwohner annehme.

Insbesondere in Brennpunktkiezen würden Anlaufpunkte wie das nun eröffnete Zentrum dringend gebraucht, betonte auch der Neu- köllner Jugendstadtrat Falko Liecke (r.): „Wenn die klassische Komm-Struktur nicht herbert dold_eröffnung familienzentrum karlsgartenstraße_neuköllnfunktioniert, muss man andere Rahmen für Informations- und Aufklärungsangebote schaffen.“

Herbert Dold (l.) von der tandem BQG, die gemeinsam mit dem sozialpädagogischen Familienverein Vielfalt e. V. Projektträger des Bürger- und Familienzentrums in unmittelbarer Nachbarschaft der Karlsgartenschule ist, griff diesen Aspekt auf. Es sei bundes- weiter Trend, sagte er, dass Zusatzangebote an Regeleinrich- tungen gehängt werden, um eine niedrigschwelligere Erreich- barkeit zu erzielen. „Durch die Anbindung an die Karlsgartenschule kann hier ein funktionierender Sozialraum entstehen“, stellte Dold in Aussicht. Dazu würden nicht zuletzt die unterschiedlichen, sich ergänzenden Ansätze der beiden Kooperationspartner beitragen: Die tandem BQG ist für den Bereich der Schul-vielfalt e.v.-team elterncafe karlsgartenstraße_neuköllnsozialarbeit zuständig, der Vielfalt e. V. für Angebote im Segment der inter-kulturellen Familienarbeit.

Zu letzterem gehört auch das Eltern- café Vielfalt, das im Parterre des zwei- geschossigen Hauses eingerichtet wurde und wöchentlich an vier Vor- mittagen geöffnet ist. Ein vielseitiges Aktivitätenpaket hat das Team von Projektleiter Levent Gülfirat (3. v. r.) in den ver- gangenen Monaten entwickelt: Es reicht vom regelmäßigen Eltern-Kind-Frühstück mit und ohne Kinder, über Näh- und Bastelkurse, eine Krabbelgruppe und Bewegungs- steffen eckardt_eröffnung familienzentrum karlsgartenstraße_neuköllnangebote bis hin zur Elternberatung. In den beiden oberen Etagen stehen Freizeiträume für Kinder und Jugendliche nebst Be- sprechungszimmern für die Schulsozialarbeiter zur Verfügung.

„Ich bin heilfroh über das Zentrum, in dem Freizeitangebote, schul- psychologische Beratung und Sozialarbeit miteinander verbunden werden“, hielt Steffen Eckardt, der Rektor der Zuckmayer-Schule, fest. Seine Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern sind es, die hier Hilfe bei Problemen im schulischen Bereich erhalten – zumindest bis das Projekt Ende nächsten Jahres ausläuft. „Dass die geschaffenen Strukturen über den Förderzeitraum hinaus weiter betrieben werden können, ist sicher auch hier eine der größten Herausforderungen“, vermutete Falko Liecke. Es klang nach Zweckoptimismus.

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